Rosmarin gehört zu den beliebtesten Kräutern im Garten und auf dem Balkon. Robust, mediterran, immergrün und trotzdem sorgt er ausgerechnet im Januar oft für Verunsicherung. Plötzlich werden Triebspitzen braun, Nadeln vertrocknen, ganze Zweige wirken wie verbrannt. Viele glauben sofort: Der Rosmarin ist erfroren. Doch genau hier liegt der wichtigste Punkt: Braune Stellen im Winter sind nicht automatisch Frostschäden. Wer jetzt falsch reagiert, richtet oft mehr Schaden an als der Frost selbst. In diesem Artikel erfährst du, wie du echten Frostschaden von harmlosen Winterreaktionen unterscheidest, worauf du bei braunen Stellen unbedingt achten musst und welche Rosmarin-Arten den Winter wirklich besser überstehen als andere.
Warum Rosmarin im Januar braun wird -die häufigsten Ursachen
Rosmarin stammt aus dem Mittelmeerraum. Dort kennt er kühle Nächte, aber keinen Wechsel aus Dauerfrost, Nässe, Wind und Wintersonne, wie wir ihn im mitteleuropäischen Januar erleben. Genau diese Kombination ist das Problem.
Die häufigsten Gründe für braune Stellen sind:
- Frosttrocknis: Der Boden ist gefroren, die Pflanze kann kein Wasser aufnehmen, verliert aber über Sonne und Wind weiterhin Feuchtigkeit.
- Staunässe im Winter: Besonders bei Topfrosmarin führt nasse Erde in Kombination mit Frost zu Wurzelschäden.
- Wintersonne + Frost: Sonnenbeschienene Triebe tauen tagsüber an und frieren nachts erneut – das zerstört Pflanzenzellen.
- Späte Herbstdüngung: Weiches, nicht ausgereiftes Gewebe ist extrem frostempfindlich.
- Sortenwahl: Nicht jeder Rosmarin ist gleich winterhart.
Braune Nadeln sind also oft ein Stresssignal, kein sofortiges Todesurteil.

So erkennst du echten Frostschaden beim Rosmarin
Nicht jede braune Stelle bedeutet, dass du zur Schere greifen musst. Entscheidend ist, wie sich der Trieb anfühlt und aussieht.
Echter Frostschaden zeigt sich durch:
- Triebe sind glasig, matschig oder grau-braun
- Rinde lässt sich leicht ablösen
- Der Zweig ist innen nicht mehr grün, sondern braun oder schwarz
- Nadeln fallen bei leichter Berührung ab
Kein echter Frostschaden liegt vor, wenn:
- Die Nadeln zwar braun, aber fest sind
- Der Trieb innen noch grün ist
- Nur die sonnenzugewandte Seite betroffen ist
- Die Pflanze im Inneren noch vital aussieht
Wichtig: Schneide im Januar noch nicht radikal zurück. Viele Rosmarinpflanzen treiben im Frühjahr aus scheinbar totem Holz wieder aus.

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Was du jetzt bei braunen Stellen unbedingt beachten solltest
Wenn dein Rosmarin im Januar braune Partien zeigt, gilt vor allem eines: Geduld.
Das solltest du jetzt tun:
- Rosmarin an frostfreien Tagen leicht gießen, besonders im Topf
- Vor kaltem Ostwind schützen
- Bei Topfpflanzen den Topf isolieren (Holz, Styropor, Kokosmatte)
- Keine Düngung im Winter
- Keine radikalen Schnitte vor März
Das solltest du jetzt vermeiden:
- Starkes Zurückschneiden bei Frost
- Dauerhaft nasse Erde
- Warme, dunkle Innenräume (Rosmarin braucht Licht!)
- Umtopfen im Winter
Oft entscheidet nicht der Frost selbst über das Überleben, sondern die Pflege danach.
Die 5 gängigsten Rosmarin-Arten und wie frosttolerant sie wirklich sind
Nicht jeder Rosmarin reagiert gleich auf Kälte. Die Sorte macht einen enormen Unterschied.
Rosmarinus officinalis (klassischer Küchenrosmarin)
Frosttoleranz: gering bis mittel
Kurzzeitig bis etwa –8 °C, nur bei trockenem Standort. Reagiert empfindlich auf Nässe.
‘Arp’ Rosmarin
Frosttoleranz: hoch
Eine der winterhärtesten Sorten. Verträgt bei gutem Standort auch tiefere Minusgrade.
‘Blue Winter’
Frosttoleranz: mittel bis gut
Robuster als Standardrosmarin, aber empfindlich bei Staunässe.
Kriechender Rosmarin (Rosmarinus prostratus)
Frosttoleranz: gering
Sehr dekorativ, aber nur bedingt winterfest. Eher für milde Regionen oder geschützte Lagen.
‘Veitshöchheimer Rosmarin’
Frosttoleranz: gut
Bewährt im mitteleuropäischen Klima, solange der Boden durchlässig bleibt.
Entscheidend ist immer die Kombination aus Sorte, Standort und Winterpflege.
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Wann du wirklich schneiden solltest (und wann nicht)
Der richtige Zeitpunkt für den Rückschnitt ist nicht der Winter, sondern das zeitige Frühjahr.
Schneide erst:
- wenn keine starken Fröste mehr zu erwarten sind
- wenn neue, grüne Austriebe sichtbar werden
Dann gilt:
- Nur bis ins grüne Holz schneiden
- Totes Holz vollständig entfernen
- Nicht tiefer als nötig schneiden
So gibst du dem Rosmarin die Chance, seine Reserven optimal zu nutzen.

Brauner Rosmarin im Januar ist kein Grund zur Panik
Braune Stellen im Januar bedeuten nicht automatisch Frosttod. In den meisten Fällen handelt es sich um eine temporäre Stressreaktion. Wer jetzt ruhig bleibt, schützt statt schneidet und den Frühling abwartet, wird oft überrascht, wie vital Rosmarin sein kann. Der Winter prüft Pflanzen, aber er sortiert nicht immer aus. Manchmal bereitet er nur den nächsten Austrieb vor.
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