Scharbockskraut im Frühling mit gelber Blüte – die Wildpflanze wird giftig sobald sie blüht

Viele sammeln dieses Frühlings-Wildkraut noch – dabei wird es im März plötzlich giftig

Sobald im Frühling das erste frische Grün erscheint, gehört das Scharbockskraut zu den beliebtesten Wildkräutern für den Wildkräutersalat. Die glänzenden Blätter wachsen schon sehr früh und gelten als vitaminreiches Frühlingsgrün. Doch viele wissen nicht: Sobald das Scharbockskraut im März zu blühen beginnt, verändert sich die Pflanze und wird giftig. Wer es jetzt noch sammelt, sollte deshalb genau wissen, worauf man achten muss.

Wie erkennt man Scharbockskraut?

Das Scharbockskraut (Ficaria verna) gehört zur Familie der Hahnenfußgewächse (Ranunculaceae) und bevorzugt feuchte, nährstoffreiche Standorte. Man findet es häufig auf Wiesen, unter Gebüschen oder am Waldrand. Die glänzenden, herzförmigen, hellgrünen Blätter haben einen schwach gezähnten Rand. Besonders gerne wächst das Scharbockskraut an halbschattigen Stellen im Garten, unter Sträuchern oder im Wald. Die kleinen, glänzenden Blätter erinnern etwas an Portulak, sind jedoch runder und wachsen dicht am Boden. Verwechslungen können mit den jungen Blättern von Gundermann (Glechoma hederacea) oder Knoblauchsrauke (Alliaria petiolata) auftreten. Beide Pflanzen sind jedoch ebenfalls essbar und daher unbedenklich. Ein auffälliges Merkmal des Scharbockskrauts kann ein schwarzer Fleck in der Mitte des Blattes sein, der jedoch nicht immer vorhanden ist.

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Blatt des Scharbockskraut

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Wie verwendet man Scharbockskraut?

Früher wurde das Scharbockskraut als Wildkraut hochgeschätzt, da es nach einem langen Winter zu den ersten Pflanzen gehörte, die vitalisierende Mikronährstoffe und Vitamine lieferten. Besonders reich ist es an Vitamin C. Aufgrund seines hohen Vitamin-C-Gehalts erhielt es seinen Namen, da es gegen die Krankheit Skorbut, damals „Scharbock“ genannt, eingesetzt wurde. Heute ist Skorbut kein Thema mehr, und das Scharbockskraut wird nur noch in kleinen Mengen frisch empfohlen, da es Protoanemonin enthalten kann – einen Stoff, der bei zu hoher Dosierung gesundheitsschädlich ist. Deshalb sollte das Kraut ausschließlich vor der Blüte geerntet werden. Blüten und Knospen sind nicht zum Verzehr geeignet. Zu große Mengen können Durchfall, Magenkrämpfe oder Übelkeit verursachen. Werden jedoch nur die jungen Blätter vor der Blüte geerntet, sind kleine Mengen unbedenklich. Alle anderen Pflanzenteile sollten nicht verzehrt werden. Das Scharbockskraut verdeutlicht, wie wichtig es ist, den richtigen Erntezeitpunkt zu kennen, um Wildkräuter sicher genießen zu können.

Scharbockskraut in der Naturheilkunde

Heute hat das Scharbockskraut kaum noch eine Bedeutung in der Naturheilkunde. Man findet gelegentlich noch Empfehlungen bei Frühjahrsmüdigkeit oder als Sitzbad bei Hämorrhoiden. Als willkommenes essbares Wildkraut, das den Frühling ankündigt, ist das Scharbockskraut jedoch noch immer sehr beliebt.  

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Nach der Blüte giftig!

Aber Achtung: Sobald das Scharbockskraut blüht, das heißt, sobald gelbe Blüten zu sehen sind, sollte man es nicht mehr ernten und verzehren. Das Scharbockskraut wird ungenießbar. Der Gykosidgehalt steigt dann nämlich an. Blätter und Blüten schmecken dann auch eher bitter und können zu Magenverstimmungen führen, da sie eine giftige Substanz entwickeln, die Protoanemonin genannt wird. Deshalb merken: Solange das Scharbockskraut noch nicht blüht, kann man es essen, danach nicht mehr!

Blühendes Scharbockskraut

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