Mit dem ersten frischen Grün im März zeigt sich auch eine der vielseitigsten heimischen Wildpflanzen: Gundermann (Glechoma hederacea). Er ist fast überall zu finden und einfach zu sammeln. Besonders sein Einsatz als Heilpflanze verdient mehr Beachtung.
Gundermann im März entdecken und verwenden
Der Gundermann gehört zu den klassischen Frühlingskräutern der europäischen Volksheilkunde. Bereits frühe Kräuterbücher erwähnen ihn bei „entzündlichen Zuständen“, womit damals vor allem Reizungen, Rötungen, Schleimansammlungen und Spannungsgefühle gemeint waren. In Zeiten, in denen der Körper im Frühjahr auf Pollen, Wetterumschwung und den Übergang von Winter- zu Frischkost reagiert, wurde Gundermann gezielt als mildes, bitter-aromatisches Kraut genutzt. Bei Entzündungsneigung spielte Gundermann traditionell keine Rolle als starkes Einzelmittel, sondern als regelmäßig eingesetzte Begleitpflanze. Innerlich wurde er in kleinen Mengen als Tee oder Frischkraut verwendet, um den Stoffwechsel nach dem Winter anzuregen und zähe Schleimansammlungen zu lösen. Gerade bei Husten oder einem „verschleimten Gefühl“ im Brustbereich schätzte man ihn wegen seines ätherisch-würzigen Aromas, das als befreiend empfunden wurde.
Gundermann in der Volksheilkunde
Im Zusammenhang mit Allergien nutzte man Gundermann vor allem indirekt. In der Volksheilkunde galt er als Frühlingskraut, das den Körper in Phasen erhöhter Reizbelastung unterstützt, etwa wenn Haut oder Schleimhäute empfindlich reagieren. Praktisch bedeutete das: kleine Mengen frisch gehackter Gundermann im Essen oder als milder Tee, kombiniert mit einer insgesamt leichten, bitterstoffreichen Ernährung. Ziel war nicht die Unterdrückung von Symptomen, sondern eine schonende Entlastung über Ernährung und Kräuter.
Äußerliche Anwendung bei Hautreizungen
Besonders greifbar ist die äußerliche Nutzung. Ein abgekühlter Gundermann-Aufguss wurde traditionell bei juckender, geröteter oder strapazierter Haut angewendet, etwa nach Gartenarbeit, bei kleinen Schürfungen oder bei Spannungsgefühlen. Dafür wird das Kraut mit heißem Wasser übergossen, abgekühlt und als Umschlag oder Waschung genutzt. Auch Ölauszüge aus frischem Gundermann waren gebräuchlich, vor allem zur Pflege trockener Hautstellen oder als Grundlage für einfache Salben.

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Gundermann in Küche und Alltag
Neben der Hausapotheke hatte Gundermann immer auch seinen Platz in der Alltagsküche. Frisch verwendet, fein gehackt in Kräuterquark, Salaten oder grünen Soßen, liefert er Bitterstoffe und ätherische Aromen, die besonders im Frühjahr geschätzt werden. Diese Form der Nutzung galt als besonders sanft, da sie den Körper nicht punktuell, sondern über die tägliche Ernährung begleitet. Beim Erhitzen verliert Gundermann einen Teil seines Aromas, weshalb er traditionell eher roh oder erst zum Schluss zugegeben wurde.
Bestimmung & Standort
Gundermann wächst bodendeckend mit kriechenden Trieben, rundlich-gezähnten Blättern und kleinen violett-blauen Lippenblüten. Er duftet leicht minzig und bevorzugt halbschattige, nährstoffreiche Standorte, etwa an Waldrändern, Hecken, Zäunen oder in naturnahen Gärten. Eine Verwechslung mit dem kriechenden Günsel ist möglich, dieser ist jedoch ebenfalls ungiftig.
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Heute fast vergessen
Gundermann hat all diese Eigenschaften noch immer. Er wurde nur vergessen, obwohl er weiterhin in Gärten, an Zäunen und Waldrändern wuchs, aber zunehmend als „Unkraut“ wahrgenommen wurde, weil sein Nutzen nicht mehr selbstverständlich war. Heute gewinnt er jedoch erneut an Bedeutung. Seine Verfügbarkeit, seine gute Verträglichkeit und seine Einbindung in den natürlichen Jahreslauf machen ihn bis heute zu einem wertvollen Begleiter für eine bewusste, saisonale Lebensweise.
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