Im Winter sehen viele Kräuter plötzlich traurig aus. Blätter vergilben, Triebe hängen, manche Pflanzen geben scheinbar grundlos auf. Das fühlt sich frustrierend an, liegt aber selten an fehlendem Talent oder „schlechtem grünen Daumen“. In den meisten Fällen sind es drei einfache Faktoren: Wasser, Licht und Luft an den Wurzeln. Wer diese drei Dinge versteht, kann Kräuter auch in der dunklen Jahreszeit stabil halten, oder rechtzeitig auf eine clevere Alternative setzen.
Diagnose in 10 Sekunden: Was dir das Blattbild wirklich sagt
Kräuter kommunizieren sehr direkt. Man muss nur lernen, die Zeichen zu lesen. Wenn Blätter von unten her gelb werden, steckt fast immer zu viel Feuchtigkeit im Topf dahinter. Hängende Triebe trotz nasser Erde deuten darauf hin, dass die Wurzeln keinen Sauerstoff mehr bekommen, häufig durch stehendes Wasser im Untersetzer oder stark verdichtete Erde. Braune Blattspitzen sind kein Drama, sondern ein klassisches Wintersignal: trockene Heizungsluft trifft auf wenig Licht. Und wenn Triebe ungewöhnlich lang und blass wachsen, ist das kein Nährstoffmangel, sondern schlicht Lichtmangel. Der wichtigste Gedanke dabei: 👉 Im Winter ist fast nie Dünger die Lösung.
Was Kräutern jetzt wirklich hilft
Die gute Nachricht: Man muss Kräuter nicht „therapieren“. Oft reichen ein paar kleine Veränderungen, die sofort Wirkung zeigen. Der erste Schritt ist fast immer das Wasser. Stehendes Wasser im Untersetzer ist einer der häufigsten Gründe für schwächelnde Kräuter. Werden die Wurzeln dauerhaft nass gehalten, schalten sie innerlich auf Rückzug. Ein leerer Untersetzer kann mehr bewirken als jedes Pflegeprodukt. Genauso entscheidend ist der Standort. Ein Platz direkt am Fenster – selbst bei bewölktem Himmel – liefert deutlich mehr Licht als ein scheinbar heller Raum weiter hinten. Kräuter brauchen im Winter Nähe zum Glas. Auch ein sanfter Rückschnitt wirkt oft Wunder. Welke oder schwache Triebe kosten Energie, bringen aber nichts mehr. Entfernt man sie, kann sich die Pflanze auf gesunde Bereiche konzentrieren. Was im Winter fast immer kontraproduktiv ist: häufiges Umtopfen, Düngerexperimente oder tägliches Nachgießen „auf Verdacht“.

Wildkräuter erkennen und sammeln
Wenn du Interesse am Sammeln von Kräutern und Wildpflanzen hast und sie noch genauer kennenlernen willst oder einen Einstieg ins Thema suchst, dann empfehlen wir dir an dieser Stelle unser Buch „Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“ (hier erhältlich). Mit diesem Buch kannst du dich optimal auf die kommende Wildkräutersaison vorbereiten, erfährst aber auch, wie vielfältig die Wildkräuter vor unserer Tür nutzbar sind. Auf über 160 Seiten haben wir viele heimische Wildkräuter fotografiert und portraitiert. In jeder Jahreszeit gibt es was zu entdecken und zu sammeln. Mit dabei sind hilfreiche Tipps für die Hausapotheke und die Küche. Ihr bekommt das Buch in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

Die Gieß-Regel, die fast immer stimmt
Statt nach Kalender oder Gefühl zu gießen, hilft eine simple Methode: das Topfgewicht. Ein frisch gegossener Topf ist deutlich schwer. Hebt man ihn zwei Tage später wieder an, merkt man schnell, ob Wasser verbraucht wurde. Erst wenn der Topf klar leichter ist, wird erneut gegossen. Diese Methode schützt vor dem häufigsten Winterfehler: zu oft, aber zu wenig zu gießen. Kräuter kommen besser mit klaren Trocken- und Feuchtphasen zurecht als mit ständig leicht nasser Erde.

Warum Microgreens im Winter so gut funktionieren
Genau an dem Punkt, an dem viele Kräuter kämpfen, spielen Microgreens ihre größte Stärke aus. Microgreens wachsen schnell, brauchen wenig Platz und kommen mit deutlich weniger Licht aus, weil sie jung geerntet werden. Sie müssen keinen langen Winter „durchstehen“, sondern liefern innerhalb weniger Tage frisches Grün, selbst auf einer normalen Fensterbank. Viele Menschen merken erst beim Ausprobieren, wie entspannt das ist: kein monatelanges Pflegen, kein Rätselraten, kein Frust. Stattdessen tägliches Wachstum, sichtbarer Fortschritt und schnelle Ernte. Gerade im Winter sind Microgreens deshalb keine Notlösung, sondern eine sehr sinnvolle Ergänzung, auch dann, wenn man klassische Kräuter weiterhin pflegt. Schau dir gerne einmal unsere Startersets und unser Saatgut (hier erhältlich) in unserem Shop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de an!

Wenn eine Kräuterpflanze kippt: der sanfte Notfallplan
Manchmal merkt man, dass eine Pflanze sich nicht mehr stabilisiert. Dann lohnt sich ein letzter, sehr effektiver Schritt: Stecklinge sichern. Ein gesunder, nicht verholzter Trieb wird abgeschnitten, die unteren Blätter entfernt und in ein Glas mit Wasser gestellt. An einem hellen Ort bilden sich oft innerhalb von ein bis zwei Wochen neue Wurzeln. So lässt sich die Pflanze zumindest als Ableger retten, besonders gut klappt das bei Basilikum, Minze oder Zitronenmelisse.

Dein Start ins Gartenjahr
Wer nicht nur einzelne Tipps sucht, sondern einen roten Faden durch das gesamte Gartenjahr, findet ihn in unserem neuen Gartenmagazin: „Mein Gartenjahr – Heilung durch die Kraft der Natur“ (hier erhältlich).
Dieses Magazin begleitet durch das Gartenjahr mit:
- praktischen Arbeiten für jede Jahreszeit
- Pflanzenwissen im Jahreskreis
- gelingsicheres und ertragreiches Gemüse, das sich bei uns die letzten 10 Jahre bewährt hat
- ganzheitlichem Blick auf Garten, Mensch und Rhythmus, auch mit wenig Platz (z.B. auf dem Balkon gärtnern)
Es ist eine Einladung, den eigenen Garten wieder als lebendigen Organismus zu begreifen und als Kraftquelle. Gerade jetzt im Winter bietet es Orientierung, Struktur und Inspiration für alles, was kommt.

Häufige Winterfragen – kurz geklärt
Trauermücken entstehen fast immer durch dauerhaft feuchte Erde. Weniger gießen und die Oberfläche öfter abtrocknen lassen hilft mehr als jede Falle. Schimmel auf der Erde ist kein Hygieneproblem, sondern ein Zeichen für zu viel Feuchtigkeit. Eine luftigere Haltung und reduziertes Gießen reichen meist aus. Braune Spitzen sind selten ein Krankheitszeichen. Sie entstehen durch trockene Luft oder Salzreste im Substrat und lassen sich durch angepasstes Gießen gut in den Griff bekommen.
Weniger tun, gezielter handeln
Winterpflege für Kräuter bedeutet nicht, ständig einzugreifen. Im Gegenteil: Wer Wasser, Licht und Wurzelgesundheit im Blick behält, nimmt den Pflanzen Stress. Und wer zusätzlich auf Microgreens setzt, holt sich frisches Grün genau dann ins Haus, wenn draußen wenig passiert – unkompliziert, platzsparend und erstaunlich zuverlässig.
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