Welcher Bärenklau ist giftig?

Bärenklau: Wiesenbärenklau und Riesenbärenklau – wie giftig sind sie?

So sehr wir alle Arten von Pflanzen lieben, müssen wir dennoch bei einigen Pflanzen Vorsicht walten lassen, denn nicht alle schönen Pflanzen sollten bedenkenlos angefasst oder geerntet werden. Deshalb möchten wir heute, den bei uns weit verbreiteten, Bärenklau durchleuchten und uns anschauen, was ihn so gefährlich macht und was es hierbei zu beachten gilt. Der Bärenklau zählt in die Familie der Doldenblütler, darunter gibt es etwa 70 Arten. Für uns sind der Wiesenbärenklau und der Riesenbärenklau von großer Bedeutung. 

Vorweg: Diese Pflanzen sind nichts für Anfänger!

Der Wiesenbärenklau (Heracleum sphondylium)

Der Wiesenbärenklau kann bis zu 1,50 m in die Höhe wachsen. Seine Blätter sind gefiedert und er blüht von Juni bis Oktober in einem schönen Weiß. Die weißlichen Blüten setzen sich aus mehreren kleinen Dolden zusammen. Er wächst gerne auf Wiesen, an Bachufern und in lichten Waldgebieten. Besonders die jungen Blätter des Wiesenbärenklaus sind in der Wildkräuterküche ein beliebtes Wildgemüse. 

Der Wiesenbärenklau
Der Wiesenbärenklau

Wiesenbärenklau ist nichts für Anfänger! Wer sich nicht ganz genau auskennt mit den Doldenblütlern sollte lieber darauf verzichten, Wiesenbärenklau zu sammeln. Dennoch möchten wir erwähnen, das diese Pflanze einen Nutzen in der Naturheilkunde hat. Hier werden traditionell die Blätter und auch die Wurzel bei Asthma, Blasenentzündungen, bei Magen-Darmbeschwerden und auch in der Frauenheilkunde bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Aufgrund der ätherischen Öle werden der Pflanze beruhigende und schleimlösende, sowie harntreibende Eigenschaften zugesprochen. Achtung: Der Wiesenbärenklau darf nicht mit dem Riesenbärenklau verwechselt werden! Außerdem sollte, besonders bei empfindlichen Personen, der direkte Hautkontakt aufgrund der Xanthotoxine gemieden werden, mehr dazu erfährst du in den folgenden Abschnitten. 

Der Riesenbärenklau (Heracleum mantegazzianum)

Der Riesenbärenklau ist auch unter dem Namen “Herkulesstaude” bekannt. Dies ist auf die beachtliche Wachstumshöhe zurückzuführen, denn der Riesenbärenklau kann bis zu 3,50m hoch werden, also wirklich rießig! Auch der Riesenbärenklau hat gefiederte Blätter mit weißen Blüten, die von Juli bis September erstrahlen. Seine Blütendolden können bis zu 50 cm groß werden. Der Stängel ist behaart und weist oft dunkle, bis weinrote, große Flecken auf. Die Laubblätter sind wechselständig angeordnet. 

Riesenbärenklau ist giftig

Der Riesenbärenklau steht sehr gerne in Diskussion, zum einen, da er durch sein verdrängendes Wachstum den Standort einheimischer Pflanzen gefährdet und zum anderen aufgrund seiner gesundheitsgefährdenden Eigenschaften. So wurde die Herkulesstaude 2008 zur Giftpflanze des Jahres gekürt. 

Wie giftig sind der Riesenbärenklau und der Wiesenbärenklau? 

Wer den Saft dieser Pflanzen, besonders aber den Saft des Riesenbärenklaus auf die Haut bekommt und sich dabei der Sonnenstrahlung aussetzt, läuft Gefahr, aggressive Hautverletzungen mit Zellschäden und Verbrennungen 1. oder 2. Grades zu bekommen. Diese Reaktion ist auf chemische Substanzen wie Bergapten, Xanthotoxin, und Psoralen zurückzuführen, die der Gruppe der Furocoumarine angehören. Diese toxischen Stoffe sind in fasten allen Teilen der Pflanze vorhanden (bis auf die weiße Innenauskleidung des hohlen Stängels).  

Der Riesenbärenklau
Der Riesenbärenklau

Zwar haben beide Bärenklaugewächse die Furocumarine als Inhaltsstoffe, allerdings hat der Riesenbärenklau diese in einer höheren Konzentration, weshalb dieser als “giftiger” einzustufen ist. 
Empfindliche Personen sollten dennoch aufpassen, wenn sie mit dem Pflanzensaft des Wiesenbärenklaus, besonders unter Sonneneinstrahlung, in Kontakt kommen, um phytotoxische Hautreaktionen zu vermeiden. Typischerweise entsprechen die Hauterscheinungen einer Verbrennung, mit Blasenbildungen, die mit Entzündungen und Schmerzen einhergehen. Die Wundheilung kann sich über Wochen ziehen und mit einer Depigmentierung einhergehen. Nicht selten bleiben verfärbte, narbige Hautareale zurück. Neben diesen Hautreaktionen kann es in schweren Fällen auch zu Fieber, bis zum Kreislaufschock kommen. In manchen Fällen können diese Reaktionen sogar ohne direkten Hautkontakt hervorgerufen werden. Denn besonders an heißen, sonnigen Tagen, können die toxischen Stoffe von der Pflanze an die Umgebung und in die Luft abgegeben werden. Hält sich nun jemand länger unmittelbar neben einer solchen Pflanze auf, so kann dies für eine solche Reaktion schon ausreichen. Auch bei dem Rasenmähen sollte nach diesen Pflanzen Ausschau gehalten werden. 

Das sollte man beachten

Aufgrund des invasiven Wachstums möchten viele den Riesenbärenklau möglichst schnell beseitigen. Aufgrund des giftigen Pflanzensaftes sollte dieser nie ohne Schutzkleidung und festen Gummihandschuhen geerntet werden. Ganz besonders an sonnigen Tagen ist der Hautkontakt dringend zu vermeiden. Dünne Einmalhandschuhe sollten gemieden werden, da die Furane diese durchdringen können. Empfindliche Personen sollten auch beim Wiesenbärenklau vorsichtig sein und auch hier den Hautkontakt vermeiden. 

Essbare Wildkräuter und Heilpflanzen sicher sammeln

Dieser Beitrag zeigt: Nicht jede Pflanze ist essbar und sollte gepflückt werden. Wir konzentrieren uns in unseren Bücher und de, Saisonkalender ausschließlich auf essbare, heimische Wildpflanzen. Dennoch sollte man auch über solche Pflanzen wie den Bärenklau aufklären. Um keine Verwirrung zu stiften, haben wir uns in unsern Büchern aber auf essbare Pflanzen konzentriert. Eine Übersicht über die wichtigsten heimischen (und verwertbaren) Pflanzen, bekommst du in unserem Buch „Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“ (hier erhältlich). Dort haben wir viele Pflanzen selbst porträtiert und geben Tipps zur Nutzung in der Hausapotheke und in der Küche. Auch gehen wir auf eventuelle Verwechslungsmöglichkeiten ein. Das Buch eignet sich dabei (nicht nur) für alle, die gerne die wilden Kräuter mehr in ihre Ernährung integrieren möchten, sich aber bisher noch nicht trauen. Dazu passend gibt es unseren Saisonkalender für Wildkräuter (hier erhältlich). Dort findest du Monat für Monat eine Übersicht der aktuell erntereifen Wildkräutern. Den Kalender kannst du übrigens jedes Jahr erneut benutzen! Die bekommst unsere Bücher und den Kalender in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

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