Schlafender Igel im Februar in einem geschützten Laubhaufen, aufgenommen aus dem Inneren des Winterquartiers bei Schnee

Igel im Februar: Warum sie jetzt besonders gefährdet sind und was dein Garten entscheiden kann

Der Februar ist für Igel ein stiller Schicksalsmonat. Nach außen wirkt alles ruhig: kaum Bewegung, keine Spuren, kein Rascheln im Laub. Doch genau jetzt entscheidet sich, ob viele Igel den Winter überhaupt überleben. Die Fettreserven sind fast aufgebraucht, die Temperaturen schwanken stark und immer mehr Gärten bieten keinen Schutz mehr. Wer im Februar eingreift, kann Leben retten. Wer aufräumt, oft unbewusst das Gegenteil.

Warum der Februar für Igel so kritisch ist

Igel halten Winterschlaf – aber nicht durchgehend. In milden Phasen wachen sie auf, verbrauchen Energie und müssen sich neu orientieren. Finden sie dann nichts: kein Schutz, keine Nahrung, keinen ruhigen Platz, verlieren sie wertvolle Reserven. Gerade in Jahren mit wechselhaftem Wetter ist der Februar gefährlicher als der Januar. Frost, Tauwetter, dann wieder Kälte – für Igel ist das extrem kräftezehrend.

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Was Igel in der Natur bevorzugt fressen

Igel sind Insektenfresser. Keine Körner, kein Obst, kein Brot. In der Natur besteht ihre Nahrung aus:

  • Käfern und Käferlarven
  • Würmern
  • Schnecken (vor allem kleine, nicht die großen Nacktschnecken)
  • Tausendfüßlern
  • Insektenpuppen im Boden

Im Februar ist genau diese Nahrung knapp. Deshalb sind naturnahe Böden entscheidend. Wo Laub liegt, wo nicht umgegraben wird, wo Wildpflanzen stehen bleiben, überleben Insekten und damit auch Igel.

Igel auf Futtersuche

Diese Gartenstrukturen sind im Februar überlebenswichtig

Nicht das Füttern steht im Mittelpunkt, sondern der Lebensraum. Besonders wichtig sind jetzt:

  • Laubhaufen unter Hecken oder Büschen
  • Ungeschnittene Stauden mit Hohlräumen
  • Holz- und Reisighaufen
  • Offene, unversiegelte Bodenflächen

Ein Igel braucht keinen perfekten Garten – sondern einen unperfekten.

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Der größte Fehler im Februar: Ordnung

Viele Igel verlieren im Februar ihren Unterschlupf durch gut gemeinte Gartenarbeit. Laub wird entfernt, Stauden geschnitten, Beete „sauber gemacht“. Was ordentlich aussieht, ist für Igel oft tödlich.

Besonders gefährlich:

  • Aufräumen unter Hecken
  • Entfernen von Laubschichten
  • Einsatz von Motorsensen oder Häckslern

Ein schlafender Igel flüchtet nicht.

Schlafender Igel

Soll man Igel im Februar füttern?

Diese Frage wird aktuell extrem häufig gestellt – und sorgt für Verunsicherung. Die Antwort ist differenziert:

  • Gesunde, schlafende Igel: nicht füttern, nicht stören
  • Aktive Igel am Tag, sehr klein oder abgemagert: genauer hinschauen

In Ausnahmefällen kann hochwertiges, eiweißreiches Igelfutter helfen. Milch, Brot oder Obst schaden jedoch mehr, als sie nützen. Wichtig: Füttern ersetzt keinen Lebensraum.

Welche Wildpflanzen Igel indirekt schützen

Igel profitieren nicht direkt von Pflanzen, sondern von dem Leben, das sie ermöglichen. Besonders wertvoll sind:

  • Brennnessel – Lebensraum für unzählige Insekten
  • Wilde Gräser – Schutz und Nahrung für Bodenlebewesen
  • Disteln & Stauden – Überwinterungsorte für Insekten
  • Laubtragende Hecken – Mikroklima und Deckung

Wo Wildpflanzen wachsen dürfen, finden Igel auch im Februar noch Nahrung.

Was du im Februar konkret tun kannst

Du musst nichts bauen, nichts kaufen, nichts optimieren. Das Wichtigste ist Zurückhaltung:

  • Lass Laub liegen
  • Schneide Stauden erst im Frühjahr
  • Verzichte auf Ordnung unter Hecken
  • Kontrolliere Holz- und Laubhaufen vor Arbeiten

Manchmal ist Nichtstun der größte Naturschutz.

Fazit: Der Februar entscheidet über das Igeljahr

Für Igel ist der Februar kein Übergangsmonat, sondern ein Engpass. Ob sie den Frühling erreichen, hängt oft von einzelnen Gärten ab. Wer jetzt Lebensräume erhält, schützt nicht nur ein Tier – sondern ein ganzes Netz aus Bodenleben, Insekten und Wildpflanzen. Ein wilder Garten ist im Februar kein Mangel, sondern ein Versprechen.

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