Seifenkraut

Saponaria officinalis- Seifenkraut zum Waschen und in der Naturheilkunde 

Wusstest du, dass es ein Kraut gibt, mit dem du deine Wäsche und sogar deine Haare waschen kannst? Aber nicht nur das, denn das Seifenkraut mit dem Namen Saponaria officinalis ist auch in der Naturheilkunde ein geschätztes Kraut.

Was ist Seifenkraut?

Das Seifenkraut (Saponaria officinalis) gehört zur Familie der Nelkengewächse. Es ist auch unter den Namen Hustenwurzel, Seifenwurzel oder Waschwurz bekannt.  Die schöne Pflanze kann bis zu 80 cm in die Höhe wachsen und unterirdisch ein starkes Wurzelsystem ausbilden. Die Blätter sind meist 4-11 cm lang und satt-grün. Die Blätter sind unbehaart und kreuzgegenständig am geraden, runden Stängel angeordnet. Von Mai bis Oktober blüht die Pflanze in einem sanften weiß-rosa. Der süßliche Blütenduft lockt einige Insekten an und die sanfte Blüte mit ihren 5 Kronblättern ist in jedem Garten ein echter Hingucker. Die Blütenblätter besitzen sogenannte Blütenröhren, die Kelchblätter sind dabei miteinander verwachsen. Ist die Blütezeit vorüber, so bilden sich die Kapselfrüchte aus. Jede Kapsel hat mehrere runde dunkle Samen die nicht größer als 1-2 mm sind. Das Kraut bevorzugt einen sonnigen Standort mit sandig-lehmigem Boden.

Seifenkraut zum Waschen

Den Namen hat das Kraut wohl aufgrund seiner reinigenden Eigenschaften erhalten. Dieser reinigende Effekt ist auf die Saponine, also auf pflanzliche Tenside zurückzuführen. Dabei soll es sich um eine sehr milde Reinigung handeln. Somit kann das Seifenkraut zur Wäsche von feinen Materialien wie Seide oder auch zur Haarwäsche genutzt werden. Seine eigene Waschseife kann man sich somit  einfach herstellen, indem man aus den Wurzeln oder den Blättern des Krauts einen Sud herstellt und diesen für die Reinigung verwendet.

Seifenkraut in der Blüte

Für das Waschmittel werden etwa 50 g der getrockneten Wurzel benötigt und mit einem halben Liter Wasser vermischt. Dies wird kurz aufgekocht und für ca. 20 Minuten leicht köcheln gelassen. Je nach Rezept wird dieser Sud 12 Stunden ziehen gelassen, anschließend püriert und die Masse durch einen feinen Filter oder Kaffeefilter gedrückt, sodass nur die Flüssigkeit zum Waschen zurückbleibt. Das Seifenkraut stellt somit eine nachhaltige und umweltfreundliche Alternative zu herkömmlichen Waschmitteln dar. 

Seifenkraut in der Naturmedizin

In der Naturmedizin ist Saponaria officinalis ein geschätztes Kraut, welches bei Erkältungen eingesetzt wird. Leider gibt es recht wenige geschichtliche Überlieferungen dieser Pflanze, allerdings gibt es Hinweise darauf, dass das Seifenkraut schon im 16. Jahrhundert bei Beschwerden der Bronchien sowie bei Leber- und Milzleiden eingesetzt wurde. Heute weiß man allerdings, dass die im Kraut enthaltenen Saponine zusammenziehende, schleimabsondernde und blutreinigende Eigenschaften besitzen.

Sie sollen zudem ein antibakterielles, antivirales und antifungizides Potential besitzen. So wird das Seifenkraut zur unterstützenden Behandlung von grippalen Infekten, bei Husten und Bronchitis und bei Entzündungen der Haut und Schleimhäute eingesetzt. In der Naturheilkunde wird meist ein Kaltwasserauszug der Wurzeln und der Blätter verwendet. Auch in der Homöopathie findet das Seifenkraut heute noch Anwendung. Saponaria officinalis wird homöopathisch bei Halsentzündungen, Kopfschmerzen und bei Erkältungen genutzt.

Seifenkraut Wildkraut

In der Küche findet das Seifenkraut keine Verwendung, da es als schwach giftig eingestuft wird. So sollte auch bei der Naturmedizinischen Anwendung Rücksprache mit dem Arzt oder Therapeuten gehalten werden. Menschen mit einem empfindlichen Magen sollten bei der medizinischen Einnahme ebenfalls besondere Vorsicht walten lassen, denn es können Reizungen des Magen-Darmtrakts auftreten und Erbrechen hervorrufen. Dennoch ist das Seifenkraut eine sehr interessante Pflanze und ein Versuch daraus ein umweltschonendes Waschmittel herzustellen, lohnt sich in jedem Fall.  

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