Sellerie

Sellerie – mehr als ein Suppengemüse Rezepte und Tipps für die Hausapotheke

Sellerie ist viel mehr, als nur Gemüse. Wie man Sellerie in der Hausapotheke nutzen kann, möchten wir in diesem Artikel genauer erklären. Bereits im antiken Griechenland und im Orient wurden vor etwa 3000 Jahren die Knollen, Blätter sowie die Samen von Sellerie als Medizin genutzt. Den heutigen Gemüsesellerie gab es damals noch nicht. Erst als später als der herbe und bittere Geschmack durch Züchtungen verringert wurde, begannen die Menschen die Pflanze auch als Gemüse zu schätzen. Die Selleriesamen mit ihren ätherischen Ölen spielten damals bei Räucherungen ebenfalls eine wichtige Rolle. 

Sellerie Sorten

Sellerie ist ein äusserst mineral- und vitaminreiches Gemüse. Vor ab ist jedoch wichtig zu erwähnen, dass es verschieden Sellerie-Arten gibt. So gibt es unter anderem Knollensellerie, Stangensellerie, Schnittsellerie, auch Blattsellerie genannt und Selleriesamen. Der Knollensellerie zählt zu den Wurzelgemüsen und bildet eine aromatische, feste Knolle aus. In der Küche kann das „Fleisch“ dieser Knolle roh oder gekocht genossen werden. Der zurzeit sehr beliebte Stangensellerie, auch Staudensellerie genannt, bildet keine Knolle aus. Seine kräftig-saftigen Blattstiele eignen sich zum Roh-Verzehr, gedämpft als Gemüse oder zum Entsaften. Der Geschmack des Stangenselleries ähnelt dem der Knolle, er ist jedoch milder und feiner. Auch der Schnittsellerie bildet keine Knolle aus. Optisch erinnern seine Blätter an die der Petersilie. Die Blätter des Schnittselleries eignen sich frisch oder getrocknet zum Würzen oder als Suppengrün. 

Knollensellerie
Knollensellerie

Inhalt und Wirkung von Sellerie

Nervenfutter

Wie so oft gibt es wenige wissenschaftliche Untersuchungen, seine positiven Auswirkungen auf die Gesundheit stammen zu einem grossen Teil aus der Erfahrungsheilkunde. Dennoch weisen einige amerikanischen Studien darauf hin, dass bestimmte Bestandteile seiner ätherischen Öle einen beruhigenden Effekt auf das Verdauungssystem haben können. Auf Grund der sogenannten Darm-Hirn-Achse, der Verbindung zwischen dem Darm und dem Gehirn, kann sich diese beruhigende Wirkung auch auf psychischer Ebene zeigen. Ein Tee aus den Selleriesamen wird auch in der Volksmedizin bei innerer Unruhe empfohlen. 

Stoffwechselbooster

Der Saft des Stangenselleries kann beispielsweise nach einem üppigem Festtagsessen zur Entlastung von Leber und Darm hilfreich sein. Der Sellerie kann nebst dem Darm, die Nieren sowie die Blase anregen. Der Selleriesaft kann mit einem frischgepressten Apfelsaft ergänzt werden. Alternativ kann etwas frisch geschälte Sellerieknolle mit Apfelstücken gemixt und die Masse ausgedrückt werden. Bereits einige Teelöffel reichen aus. Idealerweise wird dies vor einer Mahlzeit eingenommen und stets frisch zubereitet. 

Anthroposophie und Traditionelle Verwendung

Die anthroposophische Medizin ist um die Jahrhundertwende entstanden und wurde durch Rudolf Steiner geprägt. Die anthroposophische Ernährungsweise bildet ein Teil dieser ganzheitlichen Lebensweise. Sie hat zum Ziel den Körper und Geist eines Menschen in Einklang mit der Natur und dem Kosmos zu bringen. Wie bereits bei Goethe werden auch hier die pflanzlichen Lebensmittel in die Wurzel, Blätter/Stängel und Samen/Früchte unterteilt. Je nach Teil wird ein bestimmter Bereich des Körpers verstärkt angeregt. So werden die Wurzeln dem Nerven-Sinnes-System zugeordnet. Der mittlere Bereich, der Stängel bzw. die Blätter unterstützen Herz und Lunge. Sowie Samen und Früchte dem Stoffwechsel und der Fortpflanzung zugeordnet werden. Diese Bedeutung deckt sich mit den medizinisch-historischen Überlieferungen.

Stangen Sellerie
Stangen Sellerie

So empfahl Hippokrates den Saft der Knolle bei „Nerven-Flattern“ zur Beruhigung. Die Sellerieknolle ist nämlich reich an Kalium, welcher unter anderem für die Erregbarkeit der Nerven und Muskeln, die Regulation des Herzschlages und des Blutdrucks sowie der Übermittlung der Nervenimpulse zuständig ist. In der TCM wird der Saft gegen Bluthochdruck eingesetzt. Die Selleriesamen wurden von Hildegard von Bingen gegen Nieren- und Blasensteine empfohlen. Sie können stoffwechselanregend und harntreibend wirken. Weiter sollen die Samen bei Gicht und Rheuma Linderung bringen. Die Klosterfrau vermischte die Selleriesamen unter anderem mit Raute, Muskat und Gewürznelke. 

Vorsicht, bei bestehenden Nierenerkrankungen sollten weder die Samen noch der Saft konsumiert werden. Auch konzentrierte Selleriepräparate sollten gemieden werden, da sie das Nierengewebe reizen und Entzündungen verstärken können. Bei bestehenden Beschwerden sollten solche Einnahmen generell immer mit einer Fachperson abgesprochen werden.Wie wir erfahren haben ist der verstaubte Charakter von Sellerie völlig unberechtigt und darf abgelegt werden.

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