Der Wermut

Wermut bittere Wildpflanze – Hausmittel und Einsatz für Tiere

Auch hierzulande ist der Wermut eine geschätzte Wildpflanze. Der echte Wermut (Artemisia absinthium L.) gehört in die Gattung Artemisia, daraus lässt sich der Name Artemis ableiten, der griechischen Göttin und Beschützerin der Gebärenden. Der Wermut wächst als aufrecht, verzweigter Halbstrauch, bis zu 1,50m in die Höhe. Er ist an seinem silbergrauen Pelz mit kleinen gelben Blüten, mit grau- filzigen Hüllblättern erkennbar. Die Blätter sind meist schmal gefiedert. Die Pflanze findet man wild-wachsend in fast ganz Europa und Asien. Der Wermut bevorzugt einen eher trockenen, steinig, bis sandigen Boden. Wermut gehört zu den Korbblütlern (Asteraceae) und ist eng mit dem Beifuß und Estragon verwandt.

Die Pflanze ist vor allem als bittere Heilpflanze bekannt. Ob im Absinth oder als bitterer Tee bei Verdauungsbeschwerden, der Wermut scheint schon früh in der Geschichte Anwendung gefunden zu haben. Bereits die Römer sollen den Wein mit Wermut gewürzt haben, um die Alkoholfolgen am nächsten Tag zu verringern. Und auch im alten Ägypten wurde dieses Kraut bereits als Mittel gegen Würmer geschätzt. Zu den Indikationen gehört damals wie heute die Förderung der Verdauung, die Unterstützung der Entgiftung und Linderung von Übelkeit. So ist der Wermut vor allem als Leber- und Galle stärkendes Kraut sehr geschätzt. Bekannt ist der Wermut auch durch das Getränk Absinth, welches mit anderen Kräutern zu einem Schnaps gebrannt wird. Aufgrund des hohen Thujongehalts des Wermuts soll es die Fantasie anregen. Aus früheren Geschichten ist das Erscheinen einer grünen Fee nach dem Konsum von Absinth bekannt. Da Thujon in größeren Mengen aber toxisch wirken kann, wurde der Thujongehalt im Schnaps EU-weit geregelt und darf nicht mehr als 36ppm enthalten. Bei richtiger Dosierung ist im Wermuttee-, Tinktur oder Wein, das Thujon nur in sehr geringem Maße enthalten und somit unbedenklich.

Einsatz in der Naturheilkunde

Wie bereits erwähnt, wird der Wermut vor allem bei Leber- und Gallenerkrankungen genutzt, besonders dann, wenn die Beschwerden aufgrund einer gestörten Produktion oder Ausscheidung von Gallenflüssigkeit auftreten. Auch die Darmflora soll durch die Bitterstoffe positiv beeinflusst werden können. Aufgrund der entzündungshemmenden Eigenschaften wird der Wermut auch in der modernen Medizin begleitend bei entzündlichen Darmerkrankungen eingesetzt. Dabei soll der Wermut den Entzündungsfaktor TNF-alpha minimieren. Wermut hat beachtliche Inhaltsstoffe, zu den Bitterstoffen gehören die Sesquiterpenlacton-Bitterstoffe, und ca. 0,3% ätherische Öle, wie Thujon, Artemisinin und Proazulene. Aber auch Ascorbinsäure, Gerbstoffe und Flavonoide tragen ihren Teil zu den wertvollen Inhaltsstoffen bei.

Wermut Blüte

Innerlich wird der Wermut bei Verdauungsbeschwerden mit Blähungen, Übelkeit, Appetitlosigkeit, bei Darmentzündungen und mangelnder Magensaftproduktion eingesetzt. Aber auch bei Leber- und Gallenleiden, Wurmbefall und Blutarmut mit mangelnder Lebensenergie. Für die Frau soll der Wermut bei schwacher und unregelmäßiger Menstruation unterstützend verwendet werden. Nach der Kommission E wird Wermut bei Fehlfunktionen der Gallenwegen eingesetzt. Bei der Einnahme muss eine Überdosierung durch ätherische Öle oder einem hochkonzentrierten Alkoholauszug vermieden werden, da es anderweitig zu Nierenschäden, Magen-Darm-Krämpfen und weiteren Vergiftungserscheinungen kommen kann.

Junge Blätter des Wermut
Junge Blätter des Wermut

Zudem sollte der Wermut in der Schwangerschaft durch seine wehenfördernden Eigenschaften und bei Magen- und Darmgeschwüren aufgrund des hohen Gehalts an Bitterstoffen gemieden werden. Der Wermut soll die Lebensgeister wecken und zu einer höheren Stoffwechselaktivität führen. Aufgrund seiner belebenden Eigenschaften soll er dazu beitragen, Erschöpfung zu lindern und die Leistungsfähigkeit sowie das Herz zu stärken. Äußerlich kann der Wermut in Form von Umschlägen angewendet werden, z.B. bei Magenkrämpfen oder Kopfschmerzen. Es können aber auch Waschungen und Bäder mit Wermut erfolgen.

Blatt des Wermut

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Wermut für Tiere

Nicht nur für uns Menschen ist der Wermut eine überaus interessante Pflanze. Denn auch in der Tierwelt findet der Wermut Anwendung. So wird die Pflanze bspw. bei Hühnern gegen Durchfall eingesetzt. Aber auch bei Kühen wird sie bei Entzündungen und Erkrankungen des Magen-Darm-Trakts verwendet. Bei Haustieren wie Kaninchen kann der Wermut bei Parasiten Abhilfe schaffen. Und auch hier greift der Wermut als Anti-Wurmmittel und kann so kann er auch den von Würmer befallenen Hund natürlich unterstützen oder zu präventiven Zwecken eingesetzt werden.

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Quellen:

U. Bühring, Alles über Heilpflanzen (2020), S. 322-325
https://www.vetpharm.uzh.ch/phytodb/0057_pvm.htm
https://arzneipflanzenlexikon.info/index.php?de_pflanzen=24

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