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Beifuß – Warum du die heimische Wildpflanze jetzt ernten solltest

Der gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris) wächst in unseren Breitengraden fast überall und ist eine sehr wichtige und sehr gut zu erkennende Wildpflanze. Die Blütezeit steht kurz bevor und man sollte Beifuß jetzt ernten. Wie vielfältig Beifuß und er Hausapotheke genutzt werden kann, aber auch wie wertvoll das Kraut in der Küche ist, möchten wir euch in diesem Beitrag zeigen.

Merkmale von Beifuß

Der Beifuß ist an Weges- und Feldrändern, auf Wiesen oder im Garten zu finden. Er ist ein häufiges heimisches Wildkraut, das und er Landwirtschaft teilweise als lästiges Beikraut angesehen wird. In der Naturheilkunde und in der Küche ist Beifuß ein sehr wertvolles Wildkraut. Die bis zu 2m hohe Pflanze kann fast die gesamte Wachstumsperiode über genutzt werden. Man erkennt Beifuß am rötlichen Stängel, der ab Juli oder August auch leicht verholzen kann sowie den charakteristischen Blättern, die an der Oberseite dunkelgrün sind und an der Unterseite weiß mit leicht filziger Oberfläche. Während der Blüte kann man viele, verzweigte kleine weiße Blüten erkennen.

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Inhaltsstoffe von Beifuß

Der Beifuß ist vor allem für seinen Bitteren Geschmack bekannt. In ihm sind reichlich Bitterstoffe enthalten, aber auch Gerbstoffe, Flavonoide, Cumarine und ätherische Öle.

Wann sollte man Beifuß ernten?

Der Beifuß sollte dann geerntet werden, wenn er kurz vor der Blüte steht. Sind schon Blütenknospen vorhanden, diese aber noch geschlossen, kann Beifuß geschnitten werden. Am besten wartet man, bis es zwei oder drei Tage nicht geregnet hat, damit die Wirkstoffe der Pflanze in optimaler Konzentration vorhanden sind. An einem sonnigen Tag kann man dann das Kraut oder die gesamten oberen Pflanzenteile ernten. Wenn man große Pflanzen abschneidet, um sie hängend zu trocknen, kann man sie leicht zusammenbinden und im Optimalfall unter dem Dach trocknen. Hat man diese Möglichkeit nicht, sollte man die Pflanzenteile besser vom Stängel trennen, denn es besteht die Möglichkeit, dass sich Wirkstoffe beim Trocknen in den Stängel zurückziehen. Die Stängel nutzt man kaum. Sie können deshalb auf dem Kompost entsorgt werden.

Beifuß in der Küche

Solange es frischen Beifuß gibt, ernten wir immer wieder die frischen Pflanzenteile, jedoch trocknen wir den Beifuß auch für den Winter. Besonders gut ist er, um schweres Essen bekömmlicher zu machen, die Verdauung anzuregen und die Fettverbrennung anzukurbeln. Nicht umsonst fügt man Beifuß als Küchenkraut zu fettigem Essen, wie z.B. zur Weihnachtsgans hinzu.  Bitterstoffe sind immer sehr gut für den Magen. Man nutzt Beifuß frisch oder getrocknet vor allem als einzelnes Gewürz, in Gewürzmischungen, für alkoholische Getränke wie zum Beispiel zur Herstellung von Gin oder für Tee. Der Geschmack ist nicht jedermanns Sache, doch man kann sich langsam an Beifuß herantasten. Frisch ist er in kleinen Mengen auch eine sinnvolle Beigabe in sommerlichen Wildkräutersalaten oder im Wildkräutersalz.

Beifuß zum Räuchern

Die Mutter aller Pflanzen ist besonders wichtig, wenn man gerne räuchert. In den Raunächten aber auch unter dem Jahr hat Beifuß eine Jahrhunderte lange Tradition als Räucherpflanze, wenn es um Schutz, Reinigung oder Veränderung geht. Man nutzt meist die Blätter. Man kann sie lose oder als Räucherbuschen nutzen.

Beifuß bei Schlafproblemen

Ein Tee aus Beifußblättern kann Ein- und Durchschlafbeschwerden lindern. Er hat eine leicht entspannende Wirkung und kann sogar das Träumen fördern. Das Gefühl ist aber ein sehr angenehmes. Man kommt innerlich besser zur Ruhe würde ich sagen. Natürlich ist das, wie bei allen Sachen, immer ein bisschen individuell. Zubereitet wird der Tee folgendermaßen: Einfach einen TL des frischen oder getrockneten Beifußkrauts inkl. Blüten ca. 15min ziehen zu lassen.

Beifuß

Beifuß als Frauenkraut

Als Frauenkraut gilt der Beifuß, weil er die Menstruation fördern kann. Möchte man z.B. die Pille absetzten oder hat generell einen unregelmäßigen Zyklus und keine Schwangerschaft besteht, kann eine mehrwöchige Kur mit Beifußtee helfen. Bei Kinderwunsch kann eine solche Kur ebenfalls begünstigend wirken, da der Beifuß sich positiv auf den Eisprung auswirken kann.

Schwangere und Kinder sollten allerdings keinen Beifußtee trinken. Insbesondere in der Schwangerschaft kann er sogar kontraproduktiv sein, da er Wehen auslösen kann. Generell sollte man den Tee eher kurartig trinken und nach vier Wochen eine Pause einlegen.

Beifuß ist seit jeher eine wichtige Heilpflanze. Der einjährige Beifuß (Artemisia annua) ist nicht erst seit diesem Jahr in den Fokus der Forschung gerückt, da seine Heilwirkung wohl weitaus bedeutender ist, als bisher angenommen. Den Beitrag findet ihr hier. Artemisia annua ist sehr selten und recht teuer, wenn man Tee kauft. Er war lange Zeit gar nicht zu kaufen. Man kann sich deshalb Samen kaufen und selbst Pflänzchen ziehen. Das machen wir seit einigen Jahren.

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  • 💮 125 Samen (ab 27.03.2021). Der einjährige Beifuß seit mehr als 2000 Jahren als Heilpflanze verwendet. Artemisia annua ca. 2,0-2,50 m hoch, intensiven und angenehmen Geruch, bevorzugt wird ein sandiger Boden, viel Sonne und eine ausreichende Wasserversorgung.
  • 💮 Frühjahr bis oder im Spätsommer in Schalen oder direkt ins Freiland. Vereinzeln auf ca. 25 cm. Keimdauer ca.15-20 Tage bei 18°-20°C. Lichtkeimer. Am besten die Samen bei Raumtemperatur in dem Keimbeutel oder im Minigewächshaus vorkeimen lassen. Gleichmäßige Feuchtigkeit (nicht naß!).

Heimische Wildpflanzen kennen und nutzen

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Informationen zum einjährigen Beifuß

Der einjährige Beifuß wurde von uns schon genau beschrieben. Hier findest du den Artikel dazu. Er wächst nicht wild und muss angebaut werden.

Zu verwechseln ist Beifuß mit dem sehr ähnlich aussehenden Wermuth, der aber ebenfalls ungiftig ist. Man sollte aufpassen, dass man ihn nicht mit dem blauen Eisenhut verwechselt. Dieser ist giftg. Die Blätter sehen ähnlich aus, die Blüten sind allerdings lila/blau und ab der Blüte nicht mehr mit dem Beifuß zu verwechseln.

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Bildnachweis
Titelbild: © Alexander Gramlich – www.mein-kraeuterkeller.de
Beitragsbild: © behewa – stock.adobe.com

4 Kommentare zu „Beifuß – Warum du die heimische Wildpflanze jetzt ernten solltest“

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