Giftige Erdbeeren? Warnung vor hohen PEstizidbelastungen

Giftige Erdbeeren?! Erschreckende Pestizidbelastungen bei Erdbeeren

Erdbeeren sind gerade im Frühjahr sehr beliebte Früchte, die den Sommer einleiten und gerne im Frühstück, als Snack oder im Smoothie verwendet werden. Das Problem ist jedoch, dass wir häufig schon zu den Erdbeeren aus dem Supermarkt greifen, wenn hier zu Lande noch gar keine Erdbeersaison ist. Dies bedeutet, dass die Erdbeeren importiert wurden. Häufig kommen dabei die Erdbeeren aus Spanien. Das heißt, dass die Früchte erst schon einmal einen weiten Weg zurücklegen müssen, bis sie in unserem Supermarkt landen. Doch wir alle kennen Erdbeeren und wissen, dass sie frisch geerntet nur kurz frisch bleiben, ohne zu faulen und Schimmel zu bilden. Um das Verderben der Erdbeeren zu vermeiden, werden sie kräftig mit Pflanzenschutzmitteln behandelt, denn nur so können sie „frisch“ in unserem Supermarkt landen. Bei der Entscheidung welche Erdbeeren exportiert werden, kommt es weniger auf die Inhaltsstoffe und den Geschmack der Erdbeeren an, sondern vielmehr auf die Transporttauglichkeit.

Nun gibt es beim Anbau der Erdbeeren aus Südeuropa oder auch aus Nordafrika gleich mehrere Probleme. Häufig werden die Erdbeeren in großen Monokulturen angebaut. Dafür werden bspw. ganze Pinienwälder in Spanien gerodet um Platz für den Massenanbau von Erdbeeren zu schaffen. Der Anbau findet häufig in sehr trockenen Gebieten statt, Erdbeeren brauchen allerdings sehr viel Wasser. Der Anbau erfolgt also nicht ressourcenschonend und trägt zur Wasserknappheit in trockenen Gebieten bei. Durch die Monokulturen kommt es zudem zu ausgelaugten Böden und die Pflanzen bekommen über den Boden kaum noch Nährstoffe. So schwindet auch der Vitamin- und Mineralstoffgehalt. Die Erdbeeren werden zwar groß, aber auch wässrig und Vitalstoffarm. Hinzu kommt die Umweltbelastung durch die langen Transportstrecken und die Plastikverpackungen, die die Früchte vor äußeren Keimen schützen sollen. 

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In Plastik eingepackte Erdbeeren

Wie stark ist die Schadstoffbelastung bei Erdbeeren? 

Unter allen Früchten zählt die Erdbeere zu den mit Pflanzenschutzmitteln am stärksten belasteten Früchten. Und hier finden sich nicht nur einzelne Rückstände sondern häufig gleich mehrere. 2018 untersuchte das Niedersächsische Landesamt für Verbraucherschutz und Lebensmittelsicherheit (LAVES) die Schadstoffbelastungen von importieren Erdbeeren. Von insgesamt 103 Proben waren nur 6 ohne Rückstände. Mehrfachrückstände fand man in 90% der Proben und hier wurden zwischen 2 bis 9 verschiedene Rückstände nachgewiesen. Laut dem LAVES wurden dabei die zulässigen Höchstmengen in der Regel nicht überschritten. [1]

Und auch der Öko-Test 2018 kam zu ähnlichen Ergebnissen. Dabei wurden 9 von 10 Erdbeeren aufgrund der Pestizidbelastung und der Anbaukriterien mit der Note „ausreichend“ bewertet. In der Hälfte der Proben fand man „besonders bedenkliche Pestizide“. Diese Pestizide sollen in Verdacht stehen krebserregend zu sein oder auch einen negativen Einfluss auf die Fruchtbarkeit zu haben. Besonders bedenklich ist dabei das Pestizid Bupirimat. Laut Öko-Test ist der Einsatz dieses Pestizids in Deutschland nicht erlaubt, da sie aber nicht in Deutschland angebaut, sondern nur importiert werden, können sie trotz dieses bedenklichen Pestizids in Deutschland verkauft werden, denn in Spanien ist das Bupirimat im Erdbeeranbau zugelassen. [2]

Schauen wir uns diese Ergebnisse an, so sollte uns bewusst werden, dass wir mit dem Erdbeergenuss lieber ein paar Monate warten sollten und sie dann regional und saisonal beziehen. Denn dies bringt einige Vorteile mit sich. 

Vorteile des regionalen und saisonalen Erdbeeranbaus 

Wenn wir Erdbeeren aus Deutschland, besonders aus dem Bioanbau kaufen, so tragen wir zur Ressourcen Schonung bei. Zum einen werden lange Transportwege vermieden. Dadurch müssen weniger Pflanzenschutzmittel eingesetzt werden und auch die Umwelt wird durch den Wegfall der Transportwege geschont. Wenn wir Erdbeeren aus der Region kaufen, befinden diese sich meist nur in einer Pappschale, somit kann auch der Plastikeinsatz minimiert werden. Ein weiterer Vorteil ist, dass die Erdbeeren aus der Region meist besser reifen konnten und mehr Vitamine, Mineralstoffe und sekundäre Pflanzenstoffe  enthalten und zudem kräftiger im Geschmack sind. 

Erdbeeren aus ökologischem Anbau, enthalten vergleichsweise selten Pestizidrückstände. Hier sind die Regeln und Vorschriften für den Einsatz von chemischen Pflanzenschutzmitteln auch stärker eingeschränkt. Dennoch sollte man Erdbeeren immer sehr gut waschen, da sie auch mit anderen Umweltstoffen kontaminiert sein könnten. 

Erdbeeren ohne bedenkliche Rückstände 

Möchte man sich völlig sicher sein, dass keine Pestizide in den Erdbeeren stecken, so bleibt die Alternative zum eigenen Anbau. Dies ist im Garten oder auch auf dem Balkon mit einer Blumenampel ganz einfach umsetzbar. Alternativ kann man die Früchte in der Saison auch auf einem Erdbeerfeld selbst pflücken. Wichtig ist hier allerdings, dass das Feld weitgenug von Straßen entfernt liegt. Denn andernfalls können gesundheitsschädliche Abgase, Teile von Reifenabrieben und Straßenverschleiß auf das Feld und somit auf die Erdbeeren gelangen. Wichtig ist auch, dass Fahrbahnabwasser nicht auf das Feld gelangen kann, denn Experten zufolge können darüber gesundheitsschädliche Schwermetalle wie Cadmium, Blei und auch Chlorid auf die Felder gelangen. 

Erdbeere regional kaufen

Besonders lecker und vitaminreich sind die kleinen Walderdbeeren die bereits zum Sommerbeginn bis in den Herbst auch wild im Wald zu finden sind. Du kannst diese kleinen Vitaminbomben aber auch im Garten oder auf dem Balkon anpflanzen. So kannst du dir sicher sein, dass du frische, vitalstoffreiche Erdbeeren ohne Pestizidbelastungen essen kannst. 

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[1]  https://www.bzfe.de/lebensmittel/vom-acker-bis-zum-teller/erdbeeren/erdbeeren-verbraucherschutz/

[2] https://www.oekotest.de/essen-trinken/Erdbeeren-im-Test-Pestizide-in-allen-Frueherdbeeren_110938_1.html

Bildnachweis
Titelbild: ArtCookStudio von Getty Images
Beitragsbild: Andrei Ureche von Getty Images

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