Fuchsbandwurm - wie gefährlich ist er wirklich?

Fuchsbandwurm: Wie gefährlich ist er wirklich?

Der Fuchsbandwurm ist weit bekannt und schon als Kind wurde einem gesagt, dass man Beeren im Wald auf Bodenhöhe nicht essen sollte, da man sich den Fuchsbandwurm einfangen könnte. Und auch in den letzten Jahren ist die Fuchspopulation auch in den Städten gewachsen, wodurch die Besorgnis, sich mit einem Fuchsbandwurm zu infizieren steigt. Heute möchten wir wichtige Fragen rund um den Fuchsbandwurm beantworten und hoffen, damit einige Unklarheiten klären zu können. Beginnen wir erstmal mit folgender Frage: 

Was ist der Fuchsbandwurm? 

Der Fuchsbandwurm, auch Echinococcus multilocularis bezeichnet, ist ein Parasit, der normalerweise Füchse und auch kleinere Nagetiere befällt und in seltenen Fällen auch auf den Menschen übertragen werden kann. Hier entsteht durch den Bandwurm, der typischerweise 2-4mm lang ist, die alveoläre Echinokokkose. Der Mensch kann aber auch mit dem Hundebandwurm (Echinococcus granulosus) infiziert werden, dieser kann dann eine  zystische Echinokokkose hervorrufen. 

Doch wie häufig ist Fuchsbandwurm?

Eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm gilt in Deutschland als seltene Infektionskrankheit. Jährlich infizieren sich deutschlandweit zwischen 40 und 60 Personen mit dem Echinococcus multilocularis, wobei im Jahre 2019 nur 25 Fuchsbandwurm-Infektionen registriert wurden.(1)

Fuchsbandwurm Echinococcus multilocularis
Ausgewachsener Fuchsbandwurm

Wie wird der Fuchsbandwurm übertragen?

Der Fuchs ist der sogenannte Hauptendwirt, in dessen Kot sich die Eier des Fuchbandwurms befinden. Kleine Nagetiere wie Mäuse können über ihre Nahrung die Eier des Fuchsbandwurms aufnehmen und diese können in Mäusen zu Larven heranwachsen. Die infizierten Mäuse können dann wiederum von Fuchs, Katze oder Hund gefressen werden, wodurch der Kreislauf erweitert wird. Und für den Mensch stellt sich nun die Frage: 

Wie kann man sich mit dem Fuchsbandwurm anstecken? 

Die Eier des Fuchsbandwurms können auch im Fell von Fuchs, Hund oder Katze stecken oder auch in der Erde. Kommt der Mensch nun mit diesen Eiern in Kontakt und nimmt diese unwissentlich oral auf, so können aus den aufgenommenen Eiern der Fuchsbandwurm schlüpfen und der Mensch hat sich infiziert. Ein einzelner Fuchsbandwurm kann dabei über 200 Eier verfügen. Eine Übertragung von Mensch zu Mensch ist nach derzeitigem Wissensstand nicht möglich. Laut dem Robert-Koch-Institut (RKI) ist die Aufnahme des Fuchsbandwurms über kontaminierte Waldfrüchte, Pilze, Kräuter oder Wasser bisher nicht vollständig geklärt. Bei der Frage nach der Ansteckung ist auch folgendes zu klären: 

Wo ist der Fuchsbandwurm verbreitet? 

Der Fuchsbandwurm ist nur auf der Nordhalbkugel verbreitet. Laut dem RKI gehört Süddeutschland, mit den Bundesländern Bayern und Baden-Württemberg, sowie der Osten Frankreichs, die Nordschweiz und der Westen Österreichs zum hoch endemischen Gebiet. Der Fuchsbandwurm kommt vor allem in den ländlichen Gebieten vor. Durch das Vordringen der Füchse in die Städte kann es aber auch in der Stadt zur Verbreitung kommen. Aber auch Hunde und Katzen können zur Verbreitung des Parasiten beitragen, da auch Haustiere diese an den Menschen bringen können. Den Fuchsbandwurm findet man aber auch in Nordchina, Nordjapan und Sibirien. 

Wie kann man sich mit dem Fuchsbandwurm anstecken?

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Wie viele Menschen sterben am Fuchsbandwurm?

Nach der Übertragung des Fuchsbandwurms kann die Inkubationszeit, also die Zeit bis zum Auftreten der ersten Symptome 10 bis 15 Jahre dauern, da sich die Eier und Larven im menschlichen Darm nur sehr langsam weiterentwickeln. Deshalb bricht die Erkrankung meist erst bei Erwachsenen zwischn 50 und 60 Jahren aus. Sind bereits Kinder betroffen, so geht man bei ihnen von einer Immunschwäche aus, bei der ich die Larven im Darm sehr schnell verbreiten können. Unbehandelt und unerkannt endet eine Infektion mit dem Fuchsbandwurm meist tödlich. Eindeutige Zahlen zu den Sterbefällen liegen uns nicht vor. 

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Kann man Fuchsbandwurm erkennen oder wie merkt man, dass man befallen ist? 

Der Fuchsbandwurm bleibt leider oft jahrelang unerkannt, da innerhalb der sehr langen Inkubationszeit noch keine Symptome auftreten. Spätere Anzeichen können starke Müdigkeit, Gelbsucht und Oberbauchschmerzen sein. Deshalb stellt sich auch die Frage: 

Kann man sich auf Fuchsbandwurm testen lassen?

Einen eigenen Test für den Fuchsbandwurm gibt es nicht. Diagnostiziert wird der dieser meist mit bildgebenden Verfahren, wie mit dem Ultraschall. Hier könnten in der Leber Zysten, wie tumorähnliche Gebilde im Gewebe festgestellt werden. Die Larven können aber auch unter Umständen ins Gehirn oder in die Lunge gelangen und dort Zysten verursachen. Zusätzlich kann auch eine Blutuntersuchung einen Hinweis auf eine mögliche Infektion geben. 

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Hunde?

Hunde können nicht nur den Hunde-, sondern auch den Fuchsbandwurm bekommen und ebenso wie der Fuchs als Endwirt fungieren. Bei einem starken Wurmbefall können Hunde Darmprobleme mit Durchfall oder Entzündungen bekommen, auch Appetitlosigkeit und ein Gewichtsverlust können die Folge sein. Durch eine verschlechterte Nährstoffaufnahme kann auch das Fell stumpf werden und leiden. Zudem können die Hunde einen Kitzelreiz am After empfinden, um diesen zu lindern robben Hunde gerne auf ihrem Hinterteil in der Wiese entlang, es sieht fast so aus als würden sie Schlittenfahren. Die Infektion verläuft allerdings meist weniger drastisch als beim Menschen, doch können auch infizierte Hunde den Parasiten auf den Menschen übertragen. Wichtig ist hier also Hunde und Katzen regelmäßig zu entwurmen. 

Wie gefährlich ist der Fuchsbandwurm für Hunde?

Wie kann man sich vor dem Fuchsbandwurm schützen?

Auch wenn die Wahrscheinlichkeit sich mit einem Fuchsbandwurm über das Beeren- oder Kräutersammeln zu infizieren relativ klein ist, so kann man sich trotzdem aktiv vor einer Übertragung schützen. Präventiv sollte man bodennahe Beeren und Pflanzen vorher abkochen oder einfrieren. Nach dem Kontakt mit den Haustieren sollte man die Hände gründlich waschen, bevor man isst oder kocht und die Haustiere regelmäßig entwurmen. 

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Wie kann man beim Sammeln von Wildkräutern das Risiko der Ansteckung minimieren?

Es wird empfohlen, wild gesammelte Kräuter, Früchte und Pilze immer gründlich warm abzuwaschen, um mögliche Eier abzuspülen. In Gebieten mit endemischen Vorkommen sollten Pflanzen vor dem Verzehr am besten gekocht oder getrocknet werden. Eine häufige Frage ist, ob es reicht, die Kräuter zu waschen?

Kann man den Fuchsbandwurm abwaschen? 

Durch gründliches Waschen der Kräuter können mögliche Fuchsbandwurmeier abgewaschen werden. Auch nach Tierkontakt sollte man die Hände gründlich waschen um mögliche Eier abspülen. Um auf Nummer sicher zu gehen können Kräuter ebenso wie Waldbeeren und Pilze abgekocht werden. Durch das abkochen verlieren die Kräuter allerdings wertvolle Inhaltsstoffe. Möchte man Wildkräuter roh verzehren und sich sicher vor Verunreinung sein, sollte man sie in einem eingezäunten Garten sammeln. Weitere Informationen zum sicheren Sammeln bekommt ihr im Beitrag “Wie belastet sind Wildkräuter? Pestizide und Tipps zum sicheren Sammeln“.

Wird der Fuchsbandwurm durch Kochen abgetötet?

Bei Temperaturen über 60 Grad kann der Fuchsbandwurm abgetötet werden. Deshalb kann man dies als Präventionsmaßnahme durchführen. 

Mit Kindern die Wunder der Natur vor der Haustüre erleben

Ein ganz besonderes Anliegen ist für uns, mit Kindern frühstmöglich den Kreislauf der Natur zu entdecken. Dazu gehört natürlich auch die Welt der Wildkräuter. Mit “Ben und Mara entdecken die Welt der wilden Kräuter” haben wir ein Entdeckerbuch für Kinder gestaltet. Lassen wir unser Buch doch von einem unserer Leser beschreiben:

Ein wunderschön illustriertes Buch für Kinder und nicht nur das, es vereint die gesamte Familie und lädt zum aktiven mitmachen in der Natur ein. Die bunten und selbstsprechenden Illustrationen werden durch einfache Kurzgeschichten unterstrichen. Wie zum Beispiel, dass Bienen den Nektar aus den Blüten des Obstbaumes schlecken und dadurch die Früchte wachsen dürfen oder der Sommer ist da und dadurch dürfen die wichtigsten Sommerblumen blühen oder das aus geernteten Früchten ein leckerer Apfekuchen oder Saft werden darf. Eine tolle Kombination um Kindern die Natur und auch deren Funktion näher zu bringen. Das Highlight für die Familie sind die Anleitungen im Anhang. Wie bastelt man ein Zuhause für Bienen oder wie sät man eine Blumenwiese an oder wie kommt man zum eigenen Kräuterbeet. Selbst Anleitungen wie man Kräutersalz selber machen kann, lädt die ganze Familie zum mitmachen ein. Ein Buch für Große und Kleine Entdecker und Naturliebhaber. Toll gemacht!
Vielen Dank Denis, für dein Feedback! “Ben und Mara entdecken die Welt der wilden Kräuter” bekommst du in unserem eigenen Kräuterhexen – Onlineshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

Ben und Mara entdecken die Welt der wilden Kräuter
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Kann man den Fuchsbandwurm durch Einfrieren töten?

Das Einfrieren gilt nicht als sichere präventive Maßnahme. Für den Fuchsbandwurm müssten Temperaturen von -80 °C und das über mehrere Tage herrschen. Dies erreichen Gefriertruhen in der Regel allerdings nicht. Man sollte sich wegen dem Fuchsbandwurm nicht verrückt machen, wenn man allerdings auf Nummer sicher gehen möchte, sollte man die hier genannten Präventionsmaßnahmen befolgen. 

Bildnachweise:
“Ausgewachsener Fuchsbandwurm” – Alan R Walker – CC BY-SA 3.0

Verweise
(1) https://de.statista.com/statistik/daten/studie/581244/umfrage/erkrankte-durch-fuchsbandwuermer-in-deutschland/

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