Lungenkraut hat verschieden farbige Blüten

Lungenkraut und Beinwell – borstige Heilpflanzen der Rauhblattgewächse

Unter den vielen Arten von Rauhblattgewächse bzw. Borretschgewächsen, werden heute der Beinwell (Symphytum Officinalis) und das gefleckte Lungenkraut (Pulmonaria officinalis) genauer vorgestellt. Beide sind wertvolle Heilkräuter, die erstaunliche Gemeinsamkeiten aufweisen und in keinem Kräutergarten fehlen sollten. 

Beinwell in der Hausapotheke – Wie kann man Beinwell einsetzen?

Der Beinwell wird auch Knochenheiler oder Wallwurz genannt. Der Begriff Wallwurz stammt dabei von „Zusammenwallen“, bzw. Zusammenwachsen der Knochen. Weitere Namen sind Soldatenwurzel, Beinheil, Wundschad, Schwarzwurz und Bienenkraut. Beinwell ist unter anderem als Umschlag auf geprellte Körperteile, zur schnelleren Heilung bei Knochenbrüchen und bei blauen Flecken wirksam. Dazu bereitet man aus den getrockneten Wurzeln ein Pulver und rührt einen Brei an. Auch kann eine Salbe aus Beinwellöl hergestellt werden. Das Rezept zur Beinwellölsalbe findest du im Beitrag „Deshalb darf die Beinwellsalbe in keiner Hausapotheke fehlen“. Als Tinktur in der Mundspülung kann der Beinwell zur Festigung des Zahnfleisches beitragen. Mit seinen abschwellenden, entzündungshemmenden, schmerzlindernden und Hämatom auflösenden Eigenschaften ist er fast ein Alleskönner. Auf unserem YouTube Kanal (hier kostenfrei abonnieren) findet ihr neben dem Video zum Beinwell auch noch weitere, spannende Lehrvideos.

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Pyrrolizidinalkaloide im Beinwell – Was ist zu beachten und ist Beinwell giftig? 

In Verruf geriet er wegen des Gehaltes von Pyrrolizidinalkaloiden, die Leberschäden verursachen können. Viele Kräuterbücher raten vom Verzehr ab. Unser genereller Rat schließt sich hier an, wenn man Beinwell in freier Natur findet. Mittlerweile wurden allerdings neue Arten gezüchtet, die diese Alkaloide nicht besitzen. Schleimstoffe, Allantoin und Gerbstoffe sind ebenfalls im Beinwell zu finden. Die Blätter enthalten viel Protein und sind im Nährwert vergleichbar mit tierischem Eiweiß. Ihr Geschmack ähnelt der Gurke. Man kann die Blätter in Teig ausbacken. Sehr dekorativ sieht es aus, wenn Käse darin eingewickelt wird. Bei gelegentlichem Verzehr in kleinen Mengen besteht kein gesundheitliches Risiko. Dennoch empfehlen wir, nach speziellen Züchtungen zu suchen, die einen nachweislich geringen Gehalt an Pyrrolizidenalkaloiden haben, wenn man Beinwell kulinarisch nutzen möchte. Ansonsten raten wir davon ab, Beinwell zu essen. Sammelt man wilden Beinwell, kann man natürlich nicht wissen, wie genau der Pyrrolizidinalkaloidgehalt ist. 

Die Blüte des Beinwell

Beinwell hat interessante Merkmale, die bei der Bestimmung helfen. Die behaarte Blattunterseite des Beinwellst gleicht der Signatur eines Knochenquerschnittes. Wenn man die Wurzel anschneidet, tritt Schleim aus. Streicht man über die Blätter, fühlen sie sich rauh und kratzig an. Gelblich weiße, violette bis purpurfarbene Blüten zieren diese schöne Pflanze. Der Beinwell wächst gerne an feuchten, halbschattigen Plätzen auf stickstoffhaltigen Böden. Kalium und Stickstoff machen ihn zu gutem Mulchmaterial oder einer Pflanzenjauche. Auch die Hummeln lieben ihn. Einen ausführlichen Beitrag über Jauche findet ihr unter diesem Link : „Kostenloser Pflanzendünger aus Wildkräutern„.

Die Brennnessel: Heilpflanze des Jahres 2022

Übrigens kann man auch mit Brennnesseln eine hervorragende Jauche machen. Aber das ist nur eine von vielen Verwendungen für die Brennnessel. Sie ist wohl die wertvollste aller heimischen Wildpflanzen. Kaum eine Pflanze ist so vielfältig nutzbar wie sie. In unserem Buch „Die Brennnessel – Königin der Wildpflanzen“ (hier erhältlich), haben wir neben vielen Informationen und tollen Rezepten für die Küche, die Hausapotheke und den Garten, auch beeindruckende Bilder erstellt. So hast du die Brennnessel sicherlich noch nie gesehen! Das Buch und viele weitere, unserer selbst gemachten Kräuterartikel findest du in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

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Lungenkraut in der Hausapotheke

Bachkraut, Fleckenkraut, Lungenwurz und Hirschkohl sind einige Namen, unter denen diese Heilpflanze bekannt ist. Die Pflanze enthält Mineralien, Gerbstoffe, Schleimstoffe, Saponine und Kieselsäure. Sie wird in der Naturheilkunde vor allem bei Hustenreiz und für ihre entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Seit dem Mittelalter wird das Kraut gegen Lungenleiden eingesetzt. Auch Hildegard von Bingen erwähnte es und gab ihm den Namen Lungwurz. Am liebsten wächst das Lungenkraut auf basen – und nährstoffreichen, aber auch auf Lehm- oder kalkhaltigen Böden. Der Geschmack der Blätter erinnert an Kohl. Verwendet werden kann das echte Lungenkraut vorwiegend als Bronchialtee. Auch Bienen lieben diese Pflanze.

Lungenkraut

Warum hat das Lungenkraut unterschiedliche Blütenfarben?

Die Blätter des echten Lungenkrautes sind weiß gefleckt und mit wenigen Borsten versehen (ebenfalls ein sogenanntes Rauhblatt). Die Farbe der Blüten wechseln aufgrund des geänderten Säuregehalts. Im sauren Zustand sind sie rot und wechseln dann die Farbe im basischen Zustand zu blau. Sie geben so den Insekten Auskunft über ihren Reifezustand und ob es sich schon lohnt, ihren Nektar einzusammeln. Auch wird das Lungenkraut liebevoll Hänsel und Gretel aufgrund ihrer unterschiedlichen Blütenfarbe genannt. 

Blüten des Lungenkraut

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