Kostenloser Pflanzendünger aus Wildkräutern – Jauche aus Brennnessel

Kostenloser Pflanzendünger aus Wildkräutern – Jauche aus Brennnessel

Wildkräuter sind sehr nährstoffreich. Wem sie im Garten zu viel werden, der kann sie nutzen, um kostenlosen Dünger für Gemüse, Obst und andere Gartenpflanzen anzusetzen. 

Warum Du lieber zur Jauche greifen solltest 

Um Pflanzen vor schädlichem Befall, wie bspw. vor einem Pilzbefall zu schützen, kommen in vielen Gärten gerne Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Doch leider sind viele Pflanzenschutzmittel nicht immer natürlichen Ursprungs und können der Erde und vor allem auch die Erdbewohner, wie Regenwürmer, schaden. Doch das muss nicht sein, denn man kann auch ganz einfach selbst Dünger und Pflanzenschutzmittel herstellen. Beliebt ist hier der Einsatz der Brennnessel- und der Beinwelljauche. Wie man die Jauche ansetzt, welche Vorteile sie bietet und für welche Pflanzen sich eine solche Jauche eignet, erfährst du nun im Laufe des Artikels. 

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Was ist eine Jauche? 

Bei einer Jauche geht es darum, dass sogenannte „tote Biomasse“ zersetzt wird. Dafür wird als Beispiel frische Brennnessel mit Wasser in einer Tonne oder einem Fass angesetzt und für einige Wochen an einem warmen Ort, am besten im Garten in der Sonne, stehen gelassen. Dabei findet ein Gärungsprozess statt, hierbei zersetzen Mikroorganismen die Pflanzenteile und dabei werden Wirkstoffe der Pflanze, wie bspw. Stickstoff  freigesetzt und auch der PH-Wert steigt an. Düngt man nun damit, so können die Pflanzen die Nährstoffe sehr gut aufnehmen und können zudem vor Schädlingen und Pilzbefall geschützt werden. Nun gibt es verschiedene Pflanzen, die sich gut für eine selbst angesetzte Jauche eignen. Wir möchten euch heute die beliebte Brennnesseljauche und die Beinwelljauche vorstellen. 

Jauche aus Brennnesseln

Die Jauche in unserem Podcast

Bevor du weiterliest, wollten wir dir noch kurz Bescheid geben, dass es zur Jauche auch eine Folge unseres Podcasts “Die moderne Kräuterhexe” gibt. Falls du also später diesen Beitrag noch einmal “nachhören” möchtest, dann abonniere unseren Podcast einfach völlig kostenfrei hier auf Apple Podcast und hier auf Spotify. Vielen Dank und jetzt weiter im Text.

Die Brennnesseljauche 

Der Klassiker unter den Jauchen ist die Brennnesseljauche. Ihr wird nachgesagt, dass sie die Pflanzen mit wichtigen Mineralstoffen wie Kalium und auch mit Stickstoff und Kieselsäure versorgen soll. Dies soll die gedüngten Pflanzen nicht nur stärken, sondern auch den Geschmack von bspw. Gurken oder Tomaten verbessern. Der Kieselsäure wird hier ein besonderer Stellenwert zugeschrieben. Sie soll dafür sorgen, dass die Zellwände der gedüngten Pflanze gestärkt werden und diese somit besser vor einem Schädlingsbefall, wie von Blattläusen oder Spinnmilben oder einem Pilzbefall geschützt sind. 

Die Beinwelljauche 

Auch der Beinwell wird aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe gerne für den Ansatz einer Jauche verwendet. Hierfür eignen sich alle Arten des Beinwells. So soll die Beinwelljauche besonders reich an Kalium, Phosphat und Stickstoff sein und auch Anteile von Kieselsäure enthalten. Zudem kann die Beinwelljauche einen recht hohen Anteil an Gerbstoffen enthalten und somit ein kräftigender Dünger sein. Beinwelljauche soll also ebenso die Pflanzen stärken, da sie die Pflanzen gerade in der Wachstumsphase mit wichtigen Nährstoffen versorgt. 

Gierschjauche

Auch aus Giersch kann man einen Dünger machen, denn er ist besonders reich an Kalium. Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kartoffeln oder Kürbisse kann man mit einer Gierschjauche düngen. 

Wie stellt man die Jauche her? 

Zur Herstellung gibt es das klassische Rezept, bei dem man 1 Kilogramm geschnittene Brennnessel, bzw. Beinwell mit 10 Liter Wasser in einer Tonne ansetzt. Dabei sollten die Pflanzenteile alle mit Wasser bedeckt sein. Im Laufe des Gärungsprozess wird ein recht starker Gestank von der Jauche ausgehen. Wer diesem entgegenwirken möchte, der kann zu Beginn Gesteinsmehl hinzugeben. Anschließend deckt man das Gefäß mit einem Gitter oder einem Sack ab. Hierbei sollte allerdings noch Luft durchkommen können, damit die entstandenen Gase entweichen können. Nun wird das Gemisch ca. 2 Wochen lang gegärt. Dabei sollte man täglich kräftig umrühren. 

Jauche herstellen

Nach 14 Tagen kann man die Jauche dann Einsetzen. Wenn noch immer Blasen beim umrühren aufsteigen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Gärungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, in diesem Fall empfiehlt es sich, nochmal ein paar Tage zu warten. Ist die Jauche zum Einsatz bereit, so siebt man die benötigte Menge ab und verdünnt die Jauche mit Wasser. Hierbei hat sich das Verhältnis von 1:10 bewährt. Also 1 Teil Jauche und 10 Teile Wasser. Würde man die Jauche nicht verdünnen, so wäre diese zu intensiv und könnte den Pflanzen schädigen. Hier spricht man davon, dass die Pflanzen „verbrennen“ könnten. Am besten wendet man die Jauche morgens oder an bedeckten Tagen, aber nicht an sehr heißen sonnigen Tagen an. Hierbei wird die Erde gedüngt und es können auch die Blätter, die nicht gegessen werden, mit der Jauche besprüht werden. 

Welche Pflanzen kann ich damit düngen? 

Die Jauche kann für die meisten Gemüsesorten eingesetzt werden. Darunter fallen bspw. 

Daneben können natürlich auch Blumen und Obststräucher- und Bäume mit der Jauche gedüngt werden. Die Jauche sollte nicht bei Pflanzen angewendet werden, die zu den Schwachzehrern gehören. Das sind Pflanzen, die natürlicherweise „nicht viel brauchen“ um zu gedeihen. Diese wachsen meist auf kargem Boden und brauchen die Extraversorgung des Düngers nicht. 

Dazu gehören: 

  • Erbsen
  • Bohnen 
  • Fenchel
  • Radieschen 
  • Rucola
  • Feldsalat 
  • und viele mediterrane Kräuter 

Der Einsatz einer selbst hergestellten Jauche kann also viele Vorteile mit sich bringen. Zudem finden Brennnesseln somit auch eine sinnvolle Verwertung. Da sie darüber hinaus wie auch der Beinwell eine wichtige Pflanze für viele Insekten darstellt, kann man mit dem Stehenlassen dieser Pflanzen einen kleinen Beitrag gegen das Artensterben leisten. 

Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durch das Jahr

Bevor wir noch auf den Unterschied zwischen Jauche und Brühe eingehen, hier ein Hinweis in eigener Sache: Neben dem Blog haben wir auch einen eigenen, kleinen Kräuterhexen – Onlineshop: Unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de findest du unser Buch “Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“. Ein toller Begleiter für Einsteiger in die Welt der Wildkräuter und Heilpflanzen. Mit seitenfüllenden, selbst geschossenen Bildern, zeigen wir dir viele heimische Pflanzen und wie du sie in der Hausapotheke und in der Küche nutzen kannst. Damit du immer sofort alle erntefreien Wildkräuter im Blick hast, ist unser Saisonkalender die ideale Ergänzung. So, jetzt geht es weiter mit der Jauche!

Jauche oder Brühe? Was ist der Unterschied?

Falls ihr euch fragt, warum manchmal von Jauche und manchmal von Brühe gesprochen wird? Das ist nicht nur sprachlich ein Unterschied, auch die Herstellung ist anders. Jauche setzt man kalt an, Brühe hingegen wird aufgekocht. Für eine Brühe eignet sich zum Beispiel Ackerschachtelhalm, da diese Pflanze vor allem reich an Silizium ist und das Silizium insbesondere durch das Kochen besser aus der Pflanze gelöst werden kann. 

Für eine Ackerschachtelhalm Brühe als Dünger benötigt man etwa 500g frischen Ackerschachtelhalm, den man zerkleinert und dann zunächst in einem großen Topf mit 2,5l Wasser kalt ansetzt und das über Nacht stehen lässt. Am nächsten Tag muss die Brühe „gekocht“ werden. Am besten kocht man alles einmal kräftig auf und lässt es dann etwa eine Stunde abdeckt ziehen. Nach dem Erkalten gießt man die Brühe mit einem Sieb ab und füllt sie in Flaschen. Diese Brühe kann dann vor dem Einsatz mit Wasser verdünnt werden. Auf einen Teil Brühe kommen fünf Teile Wasser.

Weitere Pflanzendünger

Wenn ihr an weiteren natürlichen Düngemitteln aus „Abfall“ interessiert seid, schaut mal in diesem Beitrag. Hier erklären wir euch wie man mit Kaffeesatz oder Teeresten düngen kann. 

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