20x mehr Mikroplastik im Boden als in den Meeren

20x mehr Mikroplastik im Boden als in den Meeren

Unsere Umwelt ist dem Plastikmüll ausgesetzt, den wir achtlos wegwerfen. Forscher gehen mittlerweile davon aus, dass 20x mehr Mikroplastik im Boden ist als in den Meeren. Darüber wird weitestgehend geschwiegen, doch das Problem ist vorhanden und sehr dramatisch.

Wie kommt Mikroplastik in unsere Böden?

Gründe, wie Plastik in die Böden kommt, gibt es viele. Der Diskurs darüber ist noch weitestgehend stumm. Dass Plastik die Meere verseucht, sollte mittlerweile jeder mitbekommen haben, doch es wird Zeit auch über Plastik im Boden zu sprechen, damit ein Bewusstsein entsteht, dass Mikroplastik auch auf Felder und in Gärten zu finden ist.

Falsche Mülltrennung

Wirft man Plastikteile in den Biomüll, wird er bei der Kompostierung nicht immer vollständig entfernt. Durch Komposterde, die man kauft, gelangt Mikroplastik dann wieder in die Gärten. Vor allem Kleinstteile sind hier problematisch. Man kann sie mit dem bloßen Auge nicht mehr erkennen. Sie sind kleiner als 1mm und zerfallen irgendwann zu Nanokunststoff. Gesetzlich sind 0,1% Plastik in der Trockenmasse im Kompost oder Biodünger erlaubt. Dies klingt wenig, auf den Liter hochgerechnet aber schon eine ganze Menge. Viele Biomüll Verwertungsanlagen haben das Problem mittlerweile erkannt und selbst strengere Höchstwerte vereinbart. Solange es aber Menschen gibt, die Plastikmüll in die Biotonne werfen, kann das Kompostwerk auch keine Wunder verbringen. Deswegen ist es extrem wichtig, den Biomüll richtig zu trennen!

Weggeworfene Plastikteile am Straßenrand

Sie werden nicht aufgesammelt und zerfallen aufgrund der Witterung erst zu kleineren Plastikteilen, dann zu Mikroplastik, wenn der Boden umgepflügt und weiterverarbeitet wird ist es irgendwann nicht mehr sichtbar und in den Boden eingearbeitet. Man bekommt es nicht mehr heraus. Forscher gehen davon aus, dass mittlerweile in jedem Boden Mikroplastik zu finden ist. Auch im heimischen Garten.

Reifenabrieb
Eine Hauptquelle für Mikroplastik in den Böden ist auch Reifenabrieb. Sie bestehen aus einem Kunststoffgemisch. Der Abrieb ist unumgänglich, denn er sorgt dafür, dass der Reifen auf der Straße haftet. Etwa 100.000 Tonnen Reifenabrieb pro Jahr entstehen nur bei uns in Deutschland. Durch den Regen und den Wind wird der Abrieb in die Kanalisation oder in die Straßengräben weitergeleitet und gelangt dann wieder in den Boden.

Welche Plastikteile sind hauptsächlich zu finden?
4,5 Millionen Tonnen Plastikverpackungen werden jährlich in Deutschland produziert. Teile davon landen unweigerlich in unseren Böden. Vor allem PET, Styropor und Polyethylen aus Verpackungen sind zu finden. Aber auch Abrieb von Asphalt, Kunstrasengranulat, Plastik im Kompost, die Liste ist lang. Alles ist hausgemacht.

Supermärkte entsorgen Lebensmittel mit der Verpackung

Abgelaufene oder überschüssige Lebensmittel werden in Supermärkten teilweise mit Verpackung entsorgt und dann z.B. zu Biogas verarbeitet. Die übrigbleibende Schlacke wird dann als Dünger wieder auf den Feldern ausgebracht. Bei diesem Prozess ist man zwar bemüht, dass das Plastik weitestgehend entfernt wird, zu 100% gelingt das aber nicht. Würden Supermärkte nur reine „Biomasse“ ohne Plastikverpackung abgeben dürfen, entstünde das Problem nicht. Das Wegwerfen von Lebensmitteln ist natürlich nochmal ein ganz anderes Problem, doch unter diesem Aspekt eben auch für das Plastik im Boden mitverantwortlich. Weniger Plastikverpackungen sind hier eine sehr erstrebenswerte Maßnahme.

Auswirkungen auf die Gesundheit?

Plastik ist nicht gut für unsere Ökosysteme. Das Mikroplastik aus den Böden kann nämlich auch in unsere Nahrungskette gelangen. Ob und inwiefern das Mikroplastik von Pflanzen aufgenommen werden kann ist noch nicht ausreichend erforscht. Es könnte sein, dass sich die Bodenbeschaffenheit verändert und dies Auswirkungen auf die Pflanzen haben. Erste gesundheitliche Folgen von Mikroplastik sind aber vor allem aus Fisch, Kleidung und Plastikverpackungen von Lebensmitteln bekannt. Auslösen können sie z.B. Darmentzündungen. Tierstudien haben nachgewiesen, dass kleinste Teile auch im Blut aufgenommen werden und für Entzündungen sorgen. Bisher gibt es nur wenige Studien. Was die Forschung bisher herausfand macht wenig Hoffnung (siehe Studie). Es wird Zeit auf das Problem aufmerksam zu machen und den Plastikmüll endlich zu reduzieren.

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