Fichtennadeln – Anwendungstipps für Körper und Geist

Fichtennadeln – Anwendungstipps für Körper und Geist

Die Fichte ist einer der häufigsten heimischen Nadelbäume. Junge Triebe der Fichte kann man zur Unterstützung der Gesundheit nutzen. Die Fichtennadeln finden seit Jahrhunderten Anwendung in der Naturheilkunde. Wir zeigen euch in diesem Beitrag Anwendungstipps für Körper und Geist sowie Tipps zur Bestimmung.

Informationen zum Sammeln 

Die Fichte ist bei uns weit verbreitet, da sie seit Jahrzehnten in Monokultur angebaut wird. Für die Forstwirtschaft ist die Fichte aufgrund ihres schnellen Wachstums sehr interessant. Nach ca. 80 Jahren kann man sie fällen. Möchte man Fichtentriebe ernten gehen, sollte man dennoch nicht einfach in den Wald und ungefragt Zweige abreißen. Dies kann den Baum schädigen und ihn anfälliger für Krankheiten oder Schädlinge machen. Im besten Fall erntet man im eigenen Garten oder frage vorher den Forstwirt oder Waldbesitzer um Erlaubnis. Er kann eventuell auch bei der Bestimmung helfen, denn die Fichte kann auch verwechselt werden. 

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Die Fichte erkennen 

Möchte man die Kräfte der Fichtennadeln für sich nutzen, empfiehlt es sich selbst in den Wald zu gehen und frische junge Fichtentriebe zu pflücken. Junge Triebe sind hellgrün und entstehen an den Enden der Zweige. Sie sehen aus wie kleine „Babyzweige“ und unterscheiden sich optisch deutlich vom älteren Zweig. Da die Fichte aber ganzjährig grün ist und immer vorhanden ist, kann man sie das ganze Jahr über nutzen. Austrieb ist allerdings im Frühjahr. Beim Sammeln sollte man darauf achten, dass man die Fichte sicher bestimmen kann. Man erkennt sie daran, dass ihre Nadeln spitz und kantig sind und pieken. Farblich sind die Nadeln an allen Stellen gleich gefärbt. Wenn man einen Tannenzwei herumdreht, sollte er also auch auf der Rückseite gleich aussehen. 

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Achtung: Verwechslungsgefahr mit der giftigen Eibe

Verwechseln sollte man die Fichte keinesfalls mit der Tanne oder der hochgiftigen Eibe, die früher als Tötungsgift eingesetzt wurde und als stark leberschädigend gilt. Die Tanne kann man farblich gut unterscheiden, dreht man einen Zweig, ist die Rückseite grau. Auch die Eibe ist auf der Zweigrückseite heller, jedoch nicht grau. Ihre Nadeln sind breiter und auch glänzender. 

Ist man sich bei der Bestimmung nicht sicher, sollte man auf das Ernten verzichten und zuerst eine Kräuterwanderung machen oder auch evtl. einen Forstwirt um Rat fragen. 

Fichte in der Naturheilkunde

Bereits seit dem Mittelalter wurden die Nadeln der Fichte zu Heilzwecken eingesetzt. Überliefert sind beispielsweise Rezepte bei Atemwegserkrankungen. Hildegard von Bingen oder Hieronymus Bock wussten um die heilsamen Kräfte, aber auch heute ist die Fichte noch sehr beliebt. Man findet sie als ätherisches Öl, in vielen Erkältungsbädern, doch man kann die Nadeln auch direkt verwerten. Sie sind nicht nur reich an ätherischen Ölen, sondern enthalten auch viel Vitamin C. Es gibt mittlerweile Studien, die bestätigen, dass sie schleimlösend wirken können und wohltuend auf die Atemwege sein können.

Fichtennadel Tee

Für Fichtennadel Tee werden junge, kurze Zweige geerntet. Pro Tasse sollte man 5-8g Fichtennadeln verwenden. 5g bezieht sich auf die getrockneten Nadeln, die man z.B hier kaufen kann. 8g der frischen Nadeln können für eine Tasse mit 200ml verwendet werden. Nach fünf Minuten Ziehzeit, kann man den Tee genießen. Mehr als 10g getrocknete Fichtennadeln täglich sollte man allerdings nicht zu sich nehmen. Man nimmt ihn klassischerweise bei Erkältungsbeschwerden oder Husten ein.

Fichtennadeln tee

Fichtenspitzen essen

Pesto, Salate oder Kräuterbutter kann man mit jungen Trieben der Fichte verfeinern. Dazu sollte man sie im April oder Mai ernten. Sie schmecken herrlich harzig und leicht zitronig. Man kann sie sogar roh essen, wenn sie ganz jung sind. 

Fichtennadel Tinktur

Eine Tinktur aus Fichtennadeln kann äußerlich bei Muselschmerzen oder zur Unterstützung der Regeneration nach dem Sport angewendet werden. TraIn der Naturheilkunde benutzt man sie traditionell auch bei rheumatischen Beschwerden, Gelenkbeschwerden und Durchblutungsstörungen. Macht man die Tinktur selbst, sollte man allerdings darauf achte, dass man nie nicht zu hoch konzentriert ansetzt. Sie wird hergestellt aus zehn jungen Fichtentrieben und 300ml Dollepkorn oder Wodka. Der Alkohol sollte mindestens 40% Vol haben. Die Triebe werden zerkleinert, in ein Glas mit Schraubdeckel gegeben und mit dem Alkohl übergossen. An einem sonnigen oder warmen Ort bleibt das Glas nun für zwei Wochen stehen und sollte immer wieder kurz geschüttelt werden, dass alle Pflanzenteile mit Alkohol bedeckt sind. Nach zwei Wochen kann die Tinktur abgesiebt werden und in eine saubere Flasche abgefüllt werden.

Inhalieren mit Fichte

Gerade bei Erkältung und verstopfter Nase kann es sehr wohltuend sein, zwei bis drei Esslöffel Fichtennadeln aufzukochen und zu inhalieren. Dies geht mit einem Inhalator aber auch direkt über dem Topf, sondern er vom Herd genommen wurde und man sich ein Handtuch über den Kopf wirft. Bei Asthma und Keuchhusten ist von Anwendungen oder dem Konsum von Fichtennadelzubereitungen abzuraten. 

Fichtennadel Bad

Ein Bad aus Fichtennadeln ist etwas für schwache Nerven! Bei Stress oder Erkältungssymptomen kann ein Bad aus Fichtennadeln wohltuend sein. Man stellt sich einen Sud aus einer großen Handvoll Fichtennadeln her, die man mit 2-3 Litern Wasser aufkocht und ziehen lässt, bis der Sud Körpertemperatur hat. Anschließend kann man diesen Sud dem Badewasser zugeben und darin entspannen. 

Fichtennadel Badesalz selbermachen

Aus frischen Fichtennadeln und Salz kann man sich im Thermomix oder der Küchenmaschine ganz einfach ein Badesalz selbst herstellen. Dazu werden eine Handvoll der Nadeln mit 300g Salz zerkleinert, bis eine homogene Masse entsteht. Diese lässt man auf einem Backblech ausgebreitet lufttrocknen und gibt sie nach etwa zwei Tagen Trocknungszeit in ein Glas mit Schraubdeckel. Nun kann man bei Bedarf etwa 100g des Salzes zu einem Bad hinzugeben. 

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Bevor man sich mit Heilpflanzen behandelt, sollte man mit einem Arzt oder Heilpraktiker Rücksprache halten.



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