Umweltschutz im Alltag – recht komplex aber auch ganz einfach

Umweltschutz im Alltag – recht komplex aber auch ganz einfach

Heute gibt es einen Gastbeitrag von Martin Maurer, Buchautor und leidenschaftlicher Umweltschützer.

Hallo liebe Leser des Kräuterkellers,
erst neulich schrieb jemand beim Anblick eines LKWs, der irgendwo auf dieser Welt Plastikmüll in einen Fluss kippte, warum man sich dann noch Gedanken über einen Strohhalm machen sollte. Im ersten Moment ist diese Aussage verständlich. Aber tatsächlich ist es so, dass Umweltschutz etwas ist, das man nicht den Anderen überlassen kann.
Vielmehr gilt das afrikanische Sprichwort „Wenn viele kleine Leute an vielen kleinen Orten viele kleine Schritte tun, dann werden sie das Gesicht der Welt verändern.“ Und es ist dringend nötig, dass wir das angehen. Du und ich, wir alle.

Das schöne ist, dass wir immer mehr werden und es dieses wichtige Thema immer öfter auf die Agenda der Politiker schafft. Es gibt diesbezüglich viele gute Nachrichten. So hat die EU für ein Verbot von Einweg-Plastik gestimmt, New York hat dieses auch gerade verboten, Frankreich und jetzt auch Tschechien untersagen ihren Supermärkten, abgelaufene Lebensmittel wegzuwerfen, das Roden des Hambacher Waldes wurde vorerst gestoppt. Zwar gehen die guten Nachrichten oft in der Fülle der vielen schlechten Nachrichten unter, aber es gibt sie, und gar nicht so wenige.

Es sind viele Dinge, die sich um uns herum zum Positiven verändern.

Es gibt aber auch einen Bereich, in dem du ganz allein und mit einfachen Schritten für mehr Nachhaltigkeit sorgen kannst: es ist dein Alltag. Man muss auf niemanden warten, nicht auf geänderte Gesetze hoffen, sondern man kann direkt loslegen. Klingt einfach? Ist es auch! Unser Alltag besteht aus vielen Bereichen und im Grunde ist jeder davon mit einer mehr oder weniger großen Auswirkung auf die Umwelt versehen. Wie groß diese tatsächlich ist, hängt ganz von uns ab. Von unserem Verhalten und ob wir ein paar Grundkenntnisse besitzen oder uns aneignen und das entscheidende ist, ob wir sie anwenden wollen. Da kommt die Komplexität ins Spiel, denn es ist nicht so leicht, die eine oder andere Gewohnheit, die sich über Jahre oder Jahrzehnte gefestigt hat, einfach so zu ändern. Wenn man sich dann aber bewusst macht, wofür die Veränderung gut ist, fällt es schon leichter. Es geht um nicht weniger als die Gesundheit unserer Heimat, der Erde, und auch um unser eigenes Wohlergehen.

Beim Kräuterkeller geht es um das gesunde Leben und Essen, die Verbindung zur Umwelt und der Schutz dieser ist da sehr naheliegend. Allein schon, weil eine gesunde Ernährung und Lebensweise in vielen Fällen automatisch nachhaltiger für die Umwelt sind. Oft bauen die Tipps und Rezepte sogar auf fast vergessen geratene Weisheiten auf, die den Einklang von Mensch und Natur wiederspiegeln. Wenn wir uns dieser Verbindung wieder bewusster werden, fällt uns ein nachhaltigeres Leben zum Schutz der Umwelt deutlich leichter.

Martin Maurer
Martin Maurer

Was kannst du tun?

Jede deiner Kaufentscheidungen hat einen Einfluss auf die Umwelt, zum Teil bis ans andere Ende der Welt.
Bei den meisten von uns finden sich im Alltag viele Möglichkeiten für ein nachhaltigeres und umweltschonenderes Verhalten. In den folgenden Bereichen können wir sehr viel bewirken: Ernährung, Kleidung, Verpackungen und Müll, Verkehr, Energie und Haushalt, Reisen. Unser Konsumverhalten spielt eine große Rolle, das lässt sich an der Aufzählung schon ablesen. Dazu kommt noch mehr, zum Beispiel unser Wunsch nach immer mehr elektronischen Geräten und Gadgets. Ob wir etwas wirklich brauchen, wird leider allzu oft nicht berücksichtigt.
In meinem Buch „Ja ich weiß, aber…Umweltschutz im Alltag, geht das?“ gehe ich auf die oben genannten Themen des Alltags ein und runde unsere Möglichkeiten durch viele weitere Bereiche ab. So erfährt man wichtiges Hintergrundwissen, versteht die Auswirkungen unseres Handelns und bekommt Tipps für ein nachhaltigeres Verhalten.

Nachfolgend meine Top-Tipps aus den Bereichen Ernährung und Kleidung:

  • Den Verzehr von Fleisch- und Milchprodukten reduzieren
  • Generell regionale und saisonale Produkte verwenden, möglichst Bio
  • Heimische Superfood bevorzugen
  • Mit Einkaufszettel einkaufen gehen und durch bessere Planung der Lebensmittelverschwendung vorbeugen
  • Beim Einkaufen wiederverwendbare Stofftaschen benutzen. Für Obst und Gemüse gibt es Netztaschen. Und an Fleisch- und Käsetheken kann man immer öfter mitgebrachte Behälter nutzen. Unverpackte Ware bevorzugen.
  • Keine Strohhalme und sonstige Einwegutensilien verwenden. Das gilt auch für den Becher beim Coffee-to-go.
  • Leitungswasser trinken, Plastikflaschen vermeiden. Unterwegs eine wiederverwendbare Glas- oder Edelstahlflasche dabeihaben und mit Leitungswasser wieder auffüllen, wenn dieses trinkbar ist. Ansonsten findet man oft Wasserstationen, an denen man seine Flaschen kostenlos mit gefiltertem Wasser füllen kann.
  • Eis im Becher zum Mitnehmen? Warum nicht einen mitgebrachten Löffel benutzen? Wieder ein Stück Plastik weniger! Oder gleich das Hörnchen aus der voll biologisch verdaubaren Waffel bestellen.
  • Picknick im Park? Die Umwelt genießt dieses Event, wenn du Besteck und Geschirr verwendest, das danach nicht in den Müll muss. Ähnlich sieht es auf Reisen aus.
  • Vieles kann man verpackungsfrei selbst machen, das gilt für erfrischende Sommerlimo wie auch für den Hafer- oder Mandeldrink und das Butter-Rapsöl-Streichfett.
  • Kleidung möglichst lange tragen
  • Schäden, wenn möglich, selbst reparieren oder in der Schneiderei reparieren lassen
  • Fair Fashion: beim Neukauf auf Bioqualität und Nachhaltigkeitssiegel achten
  • gute und lang haltende Qualität kaufen
  • Kunstfasern auf Mineralölbasis vermeiden
  • den Kauf im Second-Hand Laden erwägen
  • Dinge, die einem nicht mehr gefallen, aber noch gut sind, entweder einem Second-Hand Laden übergeben, selber verkaufen oder an eine Kleiderkammer geben.
  • Kleidung muss nicht nach jedem Tragen in die Waschmaschine
  • Beim Waschen das Waschmittel sparsam dosieren, möglichst umweltschonende oder gar alternative Mittel verwenden, wie zum Beispiel Kastanien oder Efeu

Das wichtigste bei allem wird natürlich der erste Schritt sein. Und wie eingangs schon erwähnt: jeder kleine Schritt zählt! Also, lass uns etwas tun für Mutter Erde und für uns selbst.
Danke, dass du mithilfst, unsere Gesellschaft nachhaltiger zu gestalten.
Dein Martin Maurer

Über den Autor:
Martin Maurer setzt sich nicht nur seit vielen Jahren sehr leidenschaftlich für Umweltschutz und nachhaltiges Leben ein, er ist auch Autor mehrerer Bücher. Sein aktuelles Buch findet ihr hier. Wir haben es selbst bereits gelesen und unserer Meinung nach sollte dies jeder gelesen haben, da wir alle mit Martins ganz einfachen und leicht umsetzbaren Tipps ein bisschen mehr für die Umwelt tun können.

Bildnachweis
Titelbild: © Alexander Gramlich
Beitragsbild: Alexandra Maurer



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