Kennst du das Gefühl, wenn du im Garten kniest, um Unkraut zu zupfen – und dabei etwas wegwirfst, das eigentlich in die Küche gehört? Genau das passiert millionenfach in deutschen Gärten. Was viele als lästiges Gewächs betrachten, ist in Wahrheit eine kleine Schatzkammer: voller Vitamine, Heilstoffe und überraschend feiner Aromen. Das Beste daran: Du musst nichts anbauen, nichts kaufen und keinen Wald aufsuchen. Diese fünf Wildkräuter wachsen höchstwahrscheinlich gerade jetzt bei dir im Garten – sie warten nur darauf, entdeckt zu werden.
1. Löwenzahn (Taraxacum officinale) – der verkannte Alleskönner
Er ist wohl das bekannteste „Unkraut“ überhaupt, und trotzdem landet er fast immer im Kompost statt auf dem Teller. Dabei steckt im Löwenzahn mehr drin, als man vermuten würde. Möchtest du unsere besten Artikel rund um Kräuter, Garten und gesunde Ernährung direkt auf dein Smartphone erhalten? Dann tritt jetzt unserem WhatsApp Kanal „Kräuterkeller“ bei (einfach hier klicken). Dort teilen wir regelmäßig saisonale Tipps, neue Beiträge und praktische Anleitungen, kompakt und passend zur Jahreszeit.
So erkennst du ihn: Die gezackten Blätter, die namensgebenden „Löwenzähne“, wachsen in einer flachen Rosette direkt aus dem Boden. Im Frühjahr erscheinen die strahlend gelben Blüten, die sich zur ikonischen Pusteblume entwickeln.
Was du damit machen kannst:
- Junge Blätter (vor der Blüte) im Salat – sie schmecken leicht bitter und regen die Verdauung an
- Blüten als essbare Dekoration, zu Sirup verarbeitet oder ausgebacken
- Wurzel getrocknet als Tee – traditionell zur Unterstützung von Leber und Galle
Kleiner Tipp: Je jünger die Blätter, desto milder der Geschmack. Im April und Mai findest du die zartesten Exemplare direkt nach dem Austreiben.
Wie du das ganze Jahr von Wildkräutern profitierst
Der Löwenzahn ist nur eines von vielen Wildkräutern, die fast überall wachsen – doch wie nutzt man sie richtig? Genau darum geht es in unserem Buch „Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“ (hier erhältlich). In unserem Buch zeigen wir dir, wie du über das ganze Jahr hinweg Wildkräuter sammelst, die auch wirklich hierzulande reichlich zu finden sind, um dauerhaft davon zu profitieren – egal ob für die Küche oder die Hausapotheke.

2. Brennnessel (Urtica dioica) – das unterschätzte Superfood
Wer hätte gedacht, dass ausgerechnet die Pflanze, vor der wir als Kinder davongelaufen sind, ein echtes Nährstoffwunder ist? Die Brennnessel ist in fast jedem Garten zu finden – an Zäunen, Komposthaufen und halbschattigen Ecken. So erkennst du sie: Die herzförmigen, gezackten Blätter mit den feinen Brennhaaren sind unverwechselbar. Wer sich nicht sicher ist – einfach kurz berühren. Die bekannte Reaktion bestätigt die Identität zuverlässig. Warum sie so wertvoll ist: Brennnesseln enthalten besonders viel Eisen, Magnesium und Kalzium sowie reichlich Vitamin C. In der Volksmedizin gelten sie seit Jahrhunderten als unterstützend bei Frühjahrsmüdigkeit und zur Entwässerung.
Was du damit machen kannst:
- Als Wildgemüse kurz blanchiert oder gedämpft – die Brennwirkung verschwindet durch Hitze vollständig
- Als Suppe: cremig püriert, ein echter Frühlingsklassiker
- Als Tee aus getrockneten Blättern
Wichtig beim Sammeln: Immer Handschuhe tragen und nur die jungen, obersten Triebspitzen verwenden – idealerweise im April und Mai, bevor die Pflanze blüht.
3. Giersch (Aegopodium podagraria) – vom Gartenfeind zum Gaumenschmaus
Wenn Gärtner über Giersch sprechen, dann meist mit einem Seufzer. Diese ausdauernde Pflanze ist berühmt dafür, sich hartnäckig auszubreiten. Was kaum jemand weiß: Man kann das Problem einfach aufessen. So erkennst du ihn: Die Merkhilfe lautet „Drei, drei, drei – bist beim Giersch dabei“: dreikantiger Stängel, dreiteilige Blätter, die nochmals dreigeteilt sind. Das unterscheidet ihn zuverlässig von giftigen Doldenblütlern. Wie er schmeckt: Frisch und leicht scharf, ähnlich wie eine Kreuzung aus Möhre und Petersilie. Überraschend aromatisch für eine Pflanze, die so viel Ärger macht.
Was du damit machen kannst:
- Junge Blätter roh im Salat oder auf dem Butterbrot
- Als Spinatersatz in Pfannengerichten
- Im Kräuterquark – hervorragend
Der clevere Gedanke dahinter: Wer regelmäßig erntet, bremst gleichzeitig die Ausbreitung. Essen als Unkrautbekämpfung – das hat Charme.
Kenne den perfekten Erntezeitpunkt!
Jetzt im Frühling gibt es jeden Tag mehr frische Wildkräuter. Vor allem Bärlauch, Gundermann, Spitzwegerich, Löwenzahn, Gänseblümchen, Giersch, Vogelmiere und Brennnessel, behaartes Schaumkraut oder Knoblauchsrauke findet man schon reichlich und kann damit tolle Wildkräutergerichte machen. Damit ihr auf einen Blick seht, was zu sammeln ist, sind die Wildpflanzen, die man im jeweiligen Monat besonders häufig findet, in unserem Saisonkalender für Wildkräuter abgedruckt (hier erhältlich) auf dem Kalenderblatt April besonders groß gedruckt und mit einem Erdhügel gekennzeichnet, sind die Pflanzen, die es diesen Monat am häufigsten gibt. Der Saisonkalender hängt schon bei so vielen von euch. Das bedeutet uns unglaublich viel. Danke, dass ihr unsere Arbeit so schätzt und wir gemeinsam die Wildkräuter wieder bekannter machen können. Den Kalender bekommt ihr in unserem Shop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

4. Gundermann (Glechoma hederacea) – das Kraut der Römer und Germanen
Dieser kleine Bodendecker kriecht bescheiden durch Beete und Rasenränder und wird fast überall übersehen. Dabei hat er eine stolze Geschichte: Schon Römer und Germanen schätzten ihn, lange bevor Hopfen als Bierzutat entdeckt wurde. So erkennst du ihn: Kleine, nierenförmige Blätter mit gekerbtem Rand, violette Lippenblüten im Frühjahr und ein unverwechselbar würzig-aromatischer Duft beim Zerreiben eines Blatts. Was ihn besonders macht: Gundermann enthält ätherische Öle und Bitterstoffe und wurde in der Volksmedizin traditionell bei Atemwegsbeschwerden eingesetzt. Geschmacklich ist er intensiv und leicht harzig – er gibt Gerichten einen ganz eigenen Charakter.

Was du damit machen kannst:
- Als Würzkraut in Suppen und Salaten (sparsam einsetzen, er ist kräftig!)
- Im Kräutertee gegen Husten und Erkältungen
- Als Frühlingspesto – zusammen mit Brennnessel und Bärlauch
Saison: Gundermann ist einer der ersten, der im Jahr austreibt – bereits im März ist er erntereif.
Wildkräuter für deinen Garten und Balkon
Wir möchten dir helfen, Pflanzen, die man wild nicht mehr so häufig findet, in den Garten zu holen. Deswegen haben wir besonderes Saatgut entwickelt, das genau solche Sorten enthält. Du findest die Samentütchen (hier erhältlich) nur exklusiv bei uns im Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de Alle darin enthaltenen Pflanzen sind wertvoll für Mensch und Insekten und es lohnt sich, diese wild nicht mehr so häufig zu findenden Pflanzen, im Garten anzusiedeln. Wir haben nur eine limitierte Menge der Sets, deswegen warte nicht zu lang.

5. Spitzwegerich (Plantago lanceolata) – die natürliche Hausapotheke am Wegesrand
Den Spitzwegerich kennen viele noch aus der Kindheit: ein Blatt auf den Insektenstich legen, und die Eltern sagten, es würde helfen. Sie hatten recht. So erkennst du ihn: Lanzettförmige, spitz zulaufende Blätter mit fünf markanten, parallel verlaufenden Adern. Er wächst flach auf dem Boden in einer Rosette und bevorzugt verdichteten Boden – also genau dort, wo viel gelaufen wird. Warum er so wertvoll ist: Spitzwegerich enthält Schleimstoffe und entzündungshemmende Inhaltsstoffe, die bei Insektenstichen, kleinen Wunden und Hustenreiz nachweislich lindernd wirken. Kein Wunder, dass er im Volksmund auch „Heilwegerich“ heißt.
Was du damit machen kannst:
- Frisches Blatt direkt auf Insektenstiche legen – zerdrücken, damit der Saft austritt
- Als Hustensirup: mit Zucker oder Honig eingelegt, ein bewährtes Hausmittel
- Junge Blätter im Salat – mit leicht pilzigem, würzigem Aroma
Richtig ernten – 4 goldene Regeln
Bevor du loslegst, kurz das Wichtigste:
- Nur ernten, was du sicher kennst.
- Nicht zu viel auf einmal ernten. Immer genug stehen lassen, damit die Pflanze nachwachsen kann.
- Am besten morgens ernten, wenn der Tau getrocknet ist, dann sind die Inhaltsstoffe am konzentriertesten.
Dein Garten ist reicher, als du denkst
Löwenzahn, Brennnessel, Giersch, Gundermann, Spitzwegerich – fünf Pflanzen, die du bisher vielleicht weggezupft oder ignoriert hast. Dabei bieten sie dir Küche und Hausapotheke in einem, kostenlos und direkt vor der Haustür. Der erste Schritt ist der einfachste: Geh raus in den Garten, schau genau hin – und lass dieses Mal das Unkraut stehen.
Die Welt der wilden Kräuter
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