Braunelle - eine eher unscheinbare Pflanze

Braunelle – unscheinbare Heilpflanze sollte in keiner Hausapotheke fehlen

Obwohl die Braunelle eine sehr weit verbreitete Pflanze ist, gehört sie eher zu den unscheinbaren Gewächsen. Allerdings zu unrecht, denn sie ist eine kleine Pflanze, die vielfältig eingesetzt werden kann. Man findet sie in vielen Wiesen und auch auf Rasenflächen, in Parks, Gärten oder am Wegesrand. Die Braunelle ist mit ihren lilafarbenen Blüten für Insekten sehr interessant, doch auch für uns Menschen ist sie sehr wertvoll. Ihren heilkundlichen Nutzen kennt an allerdings wenig. Deswegen möchten wir euch heute erklären, was man mit der Braunelle machen kann und haben auch ein Rezept für eine Salbe für euch.

Was ist Braunelle?

Die Braunelle ist auch unter den Namen kleine Braunelle (Prunella vulgaris), gemeine oder gewöhnliche Braunelle bekannt. Sie gehört zur Familie der Lippenblütler in der Gattung der Braunellen und ist eine sehr häufig zu findende Wildpflanze in unseren Breiten.

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Wie sieht eine Braunelle aus? 

Die Braunelle ist eine kleine, mehrjährige Pflanze, die bis zu 20 cm hoch wachsen kann. Der Stängel wächst gerade in die Höhe, die Blätter sind länglich und eiförmig und wachsen gegenständig, gekreuz direkt am Stängel entlang. Das letze Blattpaar befindet sich direkt unter dem Blütenstand. Die Braunelle hat einen dicken, kolbenartigen, rötlichen Blütenstand. Hiervon gehen violette Lippenblüten ab. 

Braunelle im Detail

Wann blüht die Braunelle?

Die Braunelle hat eine relativ lange Blütezeit. Sie blüht für gewöhnlich zwischen Mai bis Oktober und lockt viele Insekten an. Vor allem Bienen erfreuen sich an ihren Blüten. Deswegen ist es wichtig, solchen Wildpflanzen Raum zu geben und keinen “englischen Rasen” zu pflegen, sondern den heimischen Garten oder die Wiese nicht zu oft zu stutzen, damit solche Pflanzen auch die Chance haben können, zu blühen.

Ist die Braunelle ein Unkraut? 

Da die Braunelle auf Wiesen, entlang von Waldes- und Wegrändern wächst und meistens wild vorkommt, wird sie, wenn sie sich in das Blumen- oder Gemüsebeet verirrt, gerne als Unkraut bezeichnet. Allerdings ist die Braunelle ein kleines Kraut mit großer Wirkung, weshalb man sie nicht wie Unkraut behandeln sollte. 

Heimische Heil- und Wildkräuter bestimmen und nutzen

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Was kann man aus Braunelle machen?

Im Mittelalter zählte  die Braunelle zu den bekannteren Heilpflanzen. Man setzte sie unter anderem bei Diphterie ein. Zu den Inhaltsstoffen der Braunelle zählen die Gerbstoffe, Saponine, Flavonoide, Terpene und weitere spannende Bestandteile. Aufgrund dessen wird der Braunelle eine adstringierende (zusammenziehende), eine blutstillende, antibakterielle, krampflösende und harntreibende Wirkung nachgesagt. 

Hausmittel gegen Herpes herstellen

Interessant ist auch die enthaltene Rosmarinsäure, die ein Hautschutz vor UV-Strahlung bieten soll. In Labor-Studien konnte zudem eine Aktivität gegen bestimmte Herpes-simplex-Stämme nachgewiesen werden (https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15182906/). Für die Implementation in die Praxis werden hier allerdings weitere Daten benötigt. Der Wirkstoff Prunellin sowie die Rosmarinsäure könnten für die antiviralen Eigenschaften eine Rolle spülen. Deswegen kann man aus der Braunelle, ähnlich wie aus Zitronenmelisse ein Hausmittel gegen Herpes machen. Für eine Salbe sollte zunächst ein Ölauszug hergestellt werden. Dazu sammelt man frisches Kraut der Braunelle, zerkleinert es leicht und übergießt es mit hochwertigem Olivenöl. Der Ölauszug sollte dann mindestens zwei Wochen, besser vier bis sechs Wochen an einem hellen Ort ziehen. Mehrmals pro Woche sollte leicht geschüttelt werden. An schließend seiht man die Pflanzenteile ab und kann eine Salbe anrühren. Für 35ml Ölauszug braucht man etwa 8-9g Bienenwachs, und 8-9g Sheabutter. Dies wird im Wasserbad unter rühren zu einer einheitlichen Salbe verrührt, in einen Tiegel gefüllt und erkalten lassen. Mit dieser Salbe kann man dann Hautstellen direkt einreiben.

Mann kann aber auch eine Tinktur mit Braunelle ansetzen. Dies geht etwas schneller. Hierfür benötigt man mind. 40% Alkohol, frisch gepflücktes Kraut der Braunelle und ein Glas mit Deckel. Man gibt das saubere Kraut ins Glas, übergießt es mit Alkohol und lässt es zwei Wochen an einem hellen Ort stehen. Ab und zu sollte man die Tinktur leicht schütteln. Dann seiht man sie ab und kann die Tinktur ab und kann sie direkt oder leicht verdünnt äußerlich auf betroffene Stellen tupfen, wenn man das Gefühl hat, Herpes kommt auf.

Ansonsten kann aus der Braunelle auch ein Tee hergestellt werden. Dieser wird in der Naturheilkunde unter anderem bei Halsschmerzen, Magen-Darm-Problemen, mit Blähungen und Völlegefühl, sowie bei Menstruationsbeschwerden eingesetzt. Äußerlich kann der Tee auch bei Wunden und Hautentzündungen angewendet werden. 

Kann man die Braunelle essen?

Die jungen und noch nicht blühenden Pflanzenteile können auch in der  Küche verwendet werden. Hierzu kann man die jungen Pflanzenteile dem Salat, Gemüse oder Smoothies zufügen. 

Großblütige Braunelle -Verwechslungsgefahr?

Die Großblütige Braunelle gehört wie auch die kleine Braunelle zur Familie der Lippenblüter und dort zur Gattung der Braunellen. Allerdings verraten die Namen schon, dass die Großblütige Braunelle größer ist und man sie deshalb in der Regel nicht miteinander verwechselt. Zudem findet man bei der kleinen Braunelle direkt am Grund des Blütenstandes ein Blattpaar und auch die Krone ist kleiner, denn diese ist höchstens doppelt so lange wie ihr Kelch. Zu der Heckenbraunelle besteht übrigens keine Verwechslungsgefahr, da es sich hierbei um ein Vogel und nicht um eine Pflanze handelt. 

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1 Kommentar zu „Braunelle – unscheinbare Heilpflanze sollte in keiner Hausapotheke fehlen“

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