Waldmeister wächst im Wald

Jetzt Waldmeister sammeln – Das solltest beachten (Giftigkeit, Rezepte und Tipps)

Der Waldmeister ist im Frühling vielerorts im Wald zu finden. Seit hunderten Jahren zieht er uns Menschen durch seinen einzigartigen Geschmack an, den auch die Industrie entdeckt hat. Nicht umsonst gibt es Wackelpudding in Waldmeistergeschmack. Um das natürliche Aroma des Waldmeisters nutzen zu können, muss man einige Dinge beim Sammeln beachten. Wir klären, wann man ihn sammeln sollte, ab welcher Menge er giftig ist und welche Rezepte man damit umsetzen kann.

Waldmeister (Galium odoratum) – aromatischer Frühblüher und Heilpflanze

Zu dieser Jahreszeit sprießt auch der Waldmeister aus dem Boden. Er gehört zur Gattung der Labkräuter und man findet ihn besonders in Laubwäldern. Der Geschmack von Waldmeister ist einzigartig, dies kann vor allem auf den hohen Cumarin Gehalt zurückzuführen sein. So gibt er vielen Rezepten eine ganz individuelle Note. 

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Waldmeister in der Küche – Rezeptideen 

Besonders bekannt ist der Waldmeister in der Waldmeisterbowle, die auch unter dem Namen Maibowle bekannt ist. Hier wird etwas frischer Waldmeister mit Weißwein und Sekt zu einer Bowle angesetzt. Auch ein Waldmeistersirup kann Speisen und Getränke angenehm süßen und eine spezielle Geschmacksnote beifügen. 

Ein weiteres Anwendungsgebiet für den Waldmeister ist die Eiscreme oder das Sorbet. Dies kann sehr erfrischend und belebend wirken und ist sicherlich unverwechselbar im Geschmack. Auch als Parfait oder im Pudding überzeugt der Waldmeister. Zudem kann er auch Marmeladen, Gelees, aber auch Smoothies und selbstgemachten Limonaden zugefügt werden.

Wie erhält man das typische Waldmeister Aroma?

Das typische Waldmeisteraroma wird vor allem dann freigesetzt, wenn man den frischen Waldmeister für einige Stunden antrocknen lässt. Manche raten sogar, ihn nach dem Sammeln über Nacht antrocknen zu lassen. Um das Aroma in den jeweiligen Speisen zu erhalten, legt man den angewelkten Waldmeister für einige Stunden in Flüssigkeit (Wasser, Mandelmilch, Wein, etc.) ein. Anschließend wird diese Flüssigkeit den entsprechenden Speisen zugefügt. Den selben Effekt erzielt man auch, wenn man den Waldmeister kurz einfriert.

Heilwirkungen – Waldmeister als Heilpflanze

Waldmeister besitzt seit Jahrhunderten ein sehr großes Anwendungsspektrum in der Volksheilkunde. Nicht nur deshalb ist der Waldmeister ein sehr beliebtes Frühjahrs- und Sommerkraut. Denn ihm werden auch einige Heilwirkungen nachgesagt. Eines der Hauptanwendungsgebiete des Waldmeisters in der Heilkunde ist der Waldmeister-Tee. Dieser soll bei der richtigen Dosierung besonders bei Kopfschmerzen und Migräne helfen. Er soll auch beruhigend, entkrampfend, entzündungshemmend und gefäßerweiternd wirken und so auch bei Nervosität, Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden helfen. Deshalb findet man Waldmeister auch häufig in Einschlaftees

Waldmeister wächst an schattigen Plätzen

Das enthaltene Kumarin wirkt jedoch als Blutverdünner, so sollte man dies besonders bei der Anwendung gegen Unterleibsschmerzen während der Menstruation und auch bei blutenden Wunden mit bedenken, um den Blutfluss nicht ungewollt zu verstärken.

Äußerlicher Einsatz von Waldmeister

Auch äußerlich kann Waldmeister eingesetzt werden. Insbesondere bei Brandwunden soll er helfen, da er die Wundheilung fördern kann. In einer Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3764671/) konnten die antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften dieser Pflanze nachgewiesen werden. Zudem kam es in den Versuchen zu einer Hemmung freier Radikale, was zu einer Verringerung von Ödemen und Entzündungen führte. Um die gesamten Wirkmechanismen dieser Pflanze verstehen und erklären zu können, werden jedoch weitere Studien benötigt. Schon im Mittelalter galt das Kraut als sanftes Heilkraut und wurde auch bei Leber-, Gallen und Magen-Darmbeschwerden eingesetzt. 

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Achtung! Leichte Giftigkeit des Waldmeisters 

Trotz der reichlichen Anwendungsmöglichkeiten in der Küche und der Volksmedizin sollte man immer auf die Dosierung achten. Waldmeister wird nämlich als leicht giftig bis kaum giftig eingestuft. Dies ist auf die enthaltenen Cumaringlykoside zurückzuführen. Nimmt man zu viel des Cumarins zu sich, so kann sich dies in Kopfschmerzen, Benommenheit und Leberschäden äußern. So gibt es auch bei gewerbsmäßig hergestellter Maibowlen, Süßwaren und Limonaden Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. 

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Wie viel Waldmeister darf man dann eigentlich essen?

Unser Rat ist, es nicht zu übertreiben und sich der möglichen Überdosierung bewusst zu sein. So empfiehlt die Verbraucherzentrale für selbst hergestellte Speisen und Getränke „Nicht mehr als 3 Gramm pro Liter Flüssigkeit“ zu verwenden. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nennen 0,1mg Cumarin pro kg Körpergewicht als tolerierbare tägliche Aufnahmemenge. Da es aber schwer ist als Laie den genauen Cumaringehalt im gesammelten Waldmeister zu bestimmen, da dieser je nach Standort und Sammelzeit variiert, sind die 3g pro Liter Flüssigkeit praktikabler.

(https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/cumarin-in-nahrungsergaenzungsmitteln-13459). 

Achtet also darauf diese Grenzwerte nicht zu überschreiten um den Waldmeister auch weiterhin in Maßen genießen zu können. 

Waldmeister nach der Blüte giftig?

Die Frage, ob Waldmeister nach der Blüte giftig ist, kommt immer wieder auf, jedoch sollte nach dem Lesen des Artikels klar sein, dass es nicht nur mit der Blüte zusammenhängt. Wie immer macht die Dosis das Gift. Was aber stimmt, dass der Cumaringehalt nach der Blüte zunimmt. Deswegen ist es empfehlenswert den Waldmeister tatsächlich vor der Blüte zu sammeln. Man assoziiert Waldmeister immer mit dem Monat Mai, doch man kann ihn auch schon vorher sammeln, wenn er noch nicht blüht.

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Quellen

E. Marbach (2012): Heilkräuter Hausapotheke- Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zuhause.

Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/cumarin-in-nahrungsergaenzungsmitteln-13459). 

Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3764671/

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Bildnachweis
Titelbild: © bennytrapp – stock.adobe.com

2 Kommentare zu „Jetzt Waldmeister sammeln – Das solltest beachten (Giftigkeit, Rezepte und Tipps)“

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