Waldmeister (Galium odoratum) – aromatischer Frühblüher und Heilpflanze

Waldmeister (Galium odoratum) – aromatischer Frühblüher und Heilpflanze

Zu dieser Jahreszeit sprießt auch der Waldmeister aus dem Boden. Er gehört zur Gattung der Labkräuter und man findet ihn besonders in Laubwäldern. Der Geschmack von Waldmeister ist einzigartig, dies kann vor allem auf den hohen Kumarin Gehalt zurückzuführen sein. So gibt er vielen Rezepten eine ganz individuelle Note. 

Waldmeister in der Küche – Rezeptideen 

Besonders bekannt ist der Waldmeister in der Waldmeisterbowle, die auch unter dem Namen Maibowle bekannt ist. Hier wird etwas frischer Waldmeister mit Weißwein und Sekt zu einer Bowle angesetzt. Auch ein Waldmeistersirup kann Speisen und Getränke angenehm süßen und eine spezielle Geschmacksnote beifügen. 

Werbung

Ein weiteres Anwendungsgebiet für den Waldmeister ist die Eiscreme oder das Sorbet. Dies kann sehr erfrischend und belebend wirken und ist sicherlich unverwechselbar im Geschmack. Auch als Parfait oder im Pudding überzeugt der Waldmeister. Zudem kann er auch Marmeladen, Gelees, aber auch Smoothies und selbstgemachten Limonaden zugefügt werden.

Das typische Waldmeisteraroma wird vor allem dann freigesetzt, wenn man den frischen Waldmeister für einige Stunden antrocknen lässt. Um das Aroma in den jeweiligen Speisen zu erhalten, legt man den angewelkten Waldmeister für einige Stunden in Flüssigkeit (Wasser, Mandelmilch, Wein, etc.) ein. Anschließend wird diese Flüssigkeit den entsprechenden Speisen zugefügt. Wie du siehst besitzt der Waldmeister ein sehr großes Anwendungsspektrum. Nicht nur deshalb ist der Waldmeister ein sehr beliebtes Frühjahrs / Sommerkraut. Denn ihm werden auch einige Heilwirkungen nachgesagt. 

Heilwirkungen

Eines der Hauptanwendungsgebiete des Waldmeisters in der Heilkunde ist der Waldmeister-Tee. Dieser soll bei der richtigen Dosierung besonders bei Kopfschmerzen und Migräne helfen. Er soll auch beruhigend, entkrampfend, entzündungshemmend und gefäßerweiternd wirken und so auch bei Nervosität, Schlafstörungen und Menstruationsbeschwerden helfen. Deshalb findet man Waldmeister auch häufig in Einschlaftees

Waldmeister wächst an schattigen Plätzen

Das enthaltene Kumarin wirkt jedoch als Blutverdünner, so sollte man dies besonders bei der Anwendung gegen Unterleibsschmerzen während der Menstruation und auch bei blutenden Wunden mit bedenken, um den Blutfluss nicht ungewollt zu verstärken.

Auch bei Brandwunden soll er helfen, da er die Wundheilung fördert. In einer Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3764671/) konnten die antioxidativen, entzündungshemmenden und antimikrobiellen Eigenschaften dieser Pflanze nachgewiesen werden. Zudem kam es in den Versuchen zu einer Hemmung freier Radikale, was zu einer Verringerung von Ödemen und Entzündungen führte. Um die gesamten Wirkmechanismen dieser Pflanze verstehen und erklären zu können, werden jedoch weitere Studien benötigt. Schon im Mittelalter galt das Kraut als sanftes Heilkraut und wurde auch bei Leber-, Gallen und Magen-Darmbeschwerden eingesetzt. 

Die moderne Kräuterhexe - Gesundheit mit Wildkräutern & Heilpflanzen neu entdecken
  • Wildkräuter für den Einstieg
  • Wichtige Heilpflanzen
  • Hilfreiche Tipps für den Alltag
  • Heimische Superprodukte
  • Sandra Keller (Autor)

Achtung! Leichte Giftigkeit des Waldmeisters 

Trotz der reichlichen Anwendungsmöglichkeiten in der Küche und der Volksmedizin sollte man immer auf die Dosierung achten. Waldmeister wird nämlich als leicht giftig eingestuft. Dies ist auf die enthaltenen Kumaringlykoside zurückzuführen. Nimmt man zu viel des Kumarins zu sich, so kann sich dies in Kopfschmerzen, Benommenheit und Leberschäden äußern. So gibt es auch bei gewerbsmäßig hergestellter Maibowlen, Süßwaren und Limonaden Grenzwerte, die nicht überschritten werden dürfen. 

So empfiehlt die Verbraucherzentrale für selbst hergestellte Speisen und Getränke „Nicht mehr als 3 Gramm pro Liter Flüssigkeit“ zu verwenden. Die Europäische Lebensmittelsicherheitsbehörde EFSA und das Bundesinstituts für Risikobewertung (BfR) nennen 0,1mg Kumarin pro kg Körpergewicht als tolerierbare tägliche Aufnahmemenge. 

(https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/cumarin-in-nahrungsergaenzungsmitteln-13459). 

Achtet also darauf diese Grenzwerte nicht zu überschreiten um den Waldmeister auch weiterhin in Maßen genießen zu können. 

Quellen

E. Marbach (2012): Heilkräuter Hausapotheke- Die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zuhause.

Verbraucherzentrale: https://www.verbraucherzentrale.de/wissen/lebensmittel/nahrungsergaenzungsmittel/cumarin-in-nahrungsergaenzungsmitteln-13459). 

Studie:
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC3764671/

Weitere Beiträge

Bildnachweis
Titelbild: © bennytrapp – stock.adobe.com



1 thought on “Waldmeister (Galium odoratum) – aromatischer Frühblüher und Heilpflanze”

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.