Die Mistel – Therapie bei Krebs?

Die Mistel – Therapie bei Krebs?

Der Mistelzweig hat hier bei uns zu Weihnachten eine lange Tradition. Man sagt: Wer sich an Weihnachten unter einem Mistelzweig küsst, bleibt für immer verbunden. Zu dekorativen Zwecken werden die Zweige besonders im Advent und in der Weihnachtszeit im Eingangsbereich aufgehängt. Historisch betrachtet ist die Mistel seit Jahrhunderten ein bedeutendes heimisches Gewächs. Ihr Einsatz für die Gesundheit ist schon seit der Antike überliefert. Der griechische Arzt Hippokrates erwähnt sie bereits. Auch in der griechischen Mythologie ist sie sehr bedeutsam, denn um sie ranken sich zahlreiche Mythen und Sagen. Der Überlieferung zufolge habe eine Mistel dem trojanischen Prinz Aeneas die Tore zur Unterwelt geöffnet. Auch bei uns taucht sie im Spätmittelalter und in der frühen Neuzeit in vielen Schriften auf. Mit Weihachten wird sie erst seit dem 20. Jahrhundert in Verbindung gebracht. Ihre naturheilkundeliche Geschichte jedoch, ist wesentlich älter. Misteln wachsen vor allem auf Obstbäumen und Pappeln. Erntet man sie, sollte man darauf achten, dass man den Wirtsbaum nicht verletzt. Verboten ist es, wenn man Äste absägt, um an die Mistelzweige zu gelangen, da man sonst den Baum beschädigen würde.

Wirkung der Mistel

Fernab aller Mythen und Sagen ist die Mistel auch für die Medizin von Relevanz. Die Forschung beschäftigt sich vor allem damit, wie sie bei Krebs helfen kann. Bisher weiß man, dass sie stimulierend auf das Immunsystem wirkt und das Wachstum von Tumorzellen beeinflussen kann. Dieses Interesse liegt nicht zuletzt am Anthroposophen Rudolf Steiner, der der Mistel krebshemmende Wirkung unterstellte, da sie sich selbst wie ein Geschwür ausbreiten würde. Interessanter Ansatz, wie ich finde. Da die Mistel sehr vielversprechende Wirkung zu haben scheint, wurde in den letzten Jahren vermehrt geforscht und sie gehört mittlerweile zu den bestuntersuchtesten Pflanzen der Naturheilkunde. Besonders interessant sind die Flavonoide und Aminosäuren. Die enthaltenen Mistellektine und Viskotoxine werden im Zusammenhang mit Tumorzelltoxizität untersucht.

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Mistel

Wusstet ihr, dass man die Mistel auch als Tee trinken kann? Sie ist nicht, wie ich lange Zeit dachte, komplett giftig. Roh und unverarbeitet sind allerdings sowohl Blätter als auch Beeren giftig. Es ist also Vorsicht geboten. Die Mistelbeeren sind sehr giftig und dürfen keinesfalls mit in die Teezubereitung gelangen. Wer auf Nummer sicher gehen will, kann Teekraut kaufen. Eingesetzt wird der Tee zur Unterstützung der Herz-Kreislauffunktion, bei Schwindel oder um Frauenleiden, wie Menstruationsbeschwerden und Wechseljahrsbeschwerden zu lindern. Hierfür sollte man am besten einen Kaltauszug machen, da die Hitze einige Inhaltsstoffe zerstören würde. Man übergießt 2-3g Mistelkraut mit kaltem Wasser und lässt dies über Nacht stehen. Anschließend werden die Blätter mit einem Sieb abgeseiht und der Auszug dann in einem Topf leicht erwärmt. Der Mistelauszug darf allerdings nicht kochen. So ist der Mistelzweig nicht nur ein beliebter Brauch, sondern eben auch in der Naturheilkunde sehr bedeutsam. Es gibt mittlerweile auch sehr gute Literatur zum Thema. Wer sich zum Thema Misteln und Krebs einlesen will, dem empfehle ich das Buch Misteln: Kraftvolle Krebsheiler aus der Natur von Johannes Wilkens und Gert Böhm (AT Verlag).

Bemerkenswerte Erkenntnisse

Johannes Wilkens und Gert Böhm legen in ihrem bereits erwähnten Buch dar, wie die Misteltherapie im Zusammenspiel mit der schulmedizinischen Krebstherapie eingesetzt wird. Dabei kommt es laut Wilkens auch auf den Wirtsbaum der Mistel an. So wie wir Menschen unterschiedlich sind, passen unterschiedliche Wirtsbäume der Mistel besser oder schlechter zu uns. Die Erkenntnisse sind nicht nur für Krebserkrankte interessant. Auch präventiv scheint die Mistel vielversprechend zu sein.

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Bildnachweis
Titelbild: © Vera Kuttelvaserova – stock.adobe.com
Beitragsbilder: Kräuterkeller



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