Wermut und Beifuß im Vergleich

Wermut und gewöhnlicher Beifuß – zwei wichtige Heilpflanzen im Vergleich 

Wermut und Beifuß sind zwei heimische Wildpflanzen, die zur selben Gattung (Artemisia) gehören, an ähnlichen Standorten wachsen und auch ähnlich verwendet werden können. Wir zeigen euch, wann man welche Heilpflanze einsetzt, wie sie kulinarisch genutzt werden können und wie man sie erkennen kann.

Viel genutzte Vertreter der Gattung Artemisia 

Nicht nur Wermut (Artemisia absinthium) und der gewöhnliche Beifuß (Artemisia vulgaris), sondern auch Eberraute (Artemisia abrotanum) und Estragon (Artemisia dracunculus) sind beliebte Vertreter der Gattung Artemisia, die häufig genutzt werden. Auch der einjährige Beifuß (Artemisia annua), der allerdings kaum wild anzutreffen ist, ist ein sehr interessanter Vertreter und eine wichtige Heilpflanze. Im Beitrag „Der einjährige Beifuß (Artemisia annua) – eine mächtige Heilpflanze“ könnt ihr mehr darüber nachlesen. Alle Arten der Gattung Artemisia stammen aus der Familie der Korbblütler. Diese Familie vertragen nicht alle Menschen. Allergiker sollten hier vorsichtig sein. Alle Vertreter dieser Gattung sammelt man am besten vor der Blüte, da ab der Blüte die Energie des Krauts in die Blüten und später in die Samen übergeht. Wermut und gewöhnlicher Beifuß können teilweise nebeneinander gefunden werden. Sie wachsen auf Schutthügeln oder Äckern, unbearbeitete Flächen mögen beide Arten. Sie bevorzugen einen sonnigen Standort. 

Wermut – Artemisia absinthium

Die Blätter des Wermuts sind grau und leicht filzig. Die kleinen, zahlreichen Blüten sind ab Juli bis September zu finden und erblühen in leuchtend gelb. Man nutzt die Blätter am besten vor der Blüte. Durch das intensive Aroma reichen wenige Blätter zum Aromatisieren von Likör, Kräutersalz oder einem Bitterpulver aus. Wermut ist geschmacklich sehr bitter. Dies liegt an den enthaltenen Bitterstoffen vor allem Absinthin und an den ätherischen Ölen, hier vor allem Thujon und Chamazulen. Zudem sind noch Flavonoide, Gerbstoffe und Cumarine enthalten Man kann die Blätter frisch in Alkohol einlegen oder trocknen und zu Pulver vermahlen, das man dann sehr gering dosiert nutzen kann. Man sollte keine größeren Mengen von Wermut zu sich nehmen. Es können Kopfschmerzen auftreten, wenn man zu viel davon nutzt. In sehr hohen Dosen können auch Vergiftungserscheinungen auftreten. Man sollte es also nicht übertreiben. 

Wermut Blatt

Wermut hat eine sehr lange Tradition als Heilpflanze und wurde schon von Hildegard von Bingen sehr geschätzt. Sie schrieb der Pflanze appetitanregende Eigenschaften zu, empfahl sie aber auch bei Verdauungsstörungen und Blähungen. Wermut ist noch heute eine wichtige Heilpflanze bei Magen-Darm Erkrankungen und Erkrankungen der Galle. Es gibt zahlreiche Fertigarzneien zu kaufen, die Wermut enthalten.

Wermut

Heimische Wildpflanzen kennen lernen

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Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr

Gewöhnlicher Beifuß – Artemisia vulgaris

Der gewöhnliche oder mehrjährige Beifuß ist an Weges- und Feldrändern, auf Wiesen oder im Garten zu finden. In der Volksheilkunde und in der Küche ist Beifuß ein sehr wertvolles Wildkraut. Man erkennt Beifuß am rötlichen Stängel, der ab Juli oder August auch leicht verholzt sein kann sowie den charakteristischen Blättern, die an der Oberseite dunkelgrün sind und an der Unterseite weiß mit leicht filziger Oberfläche. Den gewöhnlichen Beifuß und den Wermut kann man also an den Blättern gut unterscheiden, wenn man die Blätter umdreht. Auch die Blüten unterscheiden sich. Gewöhnlicher Beifuß hat viele verzweigte kleine weiße Blüten, der Wermut gelbe. 

Beifuss Blatt

Der gewöhnliche Beifuß ist ebenfalls für seinen bitteren Geschmack bekannt. In ihm sind reichlich Bitterstoffe enthalten, aber auch Gerbstoffe, Flavonoide, Cumarine und ätherische Öle. In der Küche wird er geschätzt, um schweres Essen bekömmlicher zu machen, die Verdauung anzuregen und die Fettverbrennung anzukurbeln. Nicht umsonst fügt man Beifuß als Küchenkraut zu fettigem Essen, wie dem Weihnachtsbraten, hinzu. Man nutzt gewöhnlichen Beifuß frisch oder getrocknet in Gewürzmischungen, für alkoholische Getränke zur Herstellung von Gin oder für Tee. Dem Aufguss wird nachgesagt, dass er dabei helfen kann besser einschalfen zu können, da der gewöhnliche Beifuß für seine entspannende Eigenschaften geschätzt wird. In der Frauenheilkunde nutzt man gewöhnlichen Beifuß bei schmerzhafter Menstruation, da er entkrampfend sein kann. Ähnlich wie Wermut wird gewöhnlicher Beifuß auch bei Magen-Darm Beschwerden, zur Anregung der Verdauung und der Bauchspeicheldrüse geschätzt. 

Beifuss

Gegenanzeigen. Beifußgewächse sollten in der frühen Schwangerschaft nicht angewendet werden. Da der gewöhnliche Beifuß und auch Wermut Fehlgeburten auslösen können. 

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