Beifuß (Artemisia) Salbe herstellen – Was kann die Salbe?

Beifuß (Artemisia) Salbe herstellen – Was kann die Salbe?

Beifuß ist eine wichtige Heilpflanze. Aus dem Kraut kann man auch einen Ölauszug oder eine Salbe herstellen, die man bei Hautproblemen anwenden kann. Wir erklären euch, welche Möglichkeiten es gibt, eine Salbe herzustellen und worauf man achten muss. 

Einjähriger Beifuß und mehrjähriger Beifuß

Zunächst muss man unterscheiden. Der hier heimische Beifuß ist mehrjährig (Artemisia vulgaris). Diese Pflanze ist ein tolles Heilkraut, das seit Jahrhunderten in der Volksheilkunde eingesetzt wird. Auch daraus lässt sich ein Ölauszug oder eine Salbe herstellen. Allerdings reagieren manche Menschen allergisch auf Beifuß. Dies sollte vorher ausgeschlossen sein. 

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Der einjährige Beifuß (Artemisia annua) hingegen ist bei uns nicht heimisch, sondern stammt aus Asien und ist vor allem in der traditionellen chinesischen Medizin bekannt, wird aber seit einigen Jahren auch in Afrika kultiviert, da er dort bei Malaria eingesetzt wird. Diese Pflanze scheint eine sehr mächtige Heilpflanze zu sein. Genaue Informationen und Studien könnt ihr hier nachlesen. In Europa lässt sie sich ebenfalls anbauen. Man muss allerdings bedenken, dass der einjährige Beifuß nicht als Lebensmittel zugelassen ist. Artemisia vulgaris hingegen kann man als Gewürz, Tee oder anders verarbeitet Form kaufen und ist in Europa als Lebensmittel anerkannt. Diesen Unterschied muss man sich bewusst machen und dies erklärt auch, warum es schwer ist Artemisia annua Produkte zu kaufen. Ein Anbau im Garten ist allerdings erlaubt. 

Was braucht man für eine Beifuss Salbe?

Rezept für eine Beifuß Salbe

Um eine Salbe aus Beifußkraut herzustellen gibt es zwei unterschiedliche Herangehensweisen. Entweder kann man einen Heißauszug oder einen Kaltauszug machen. Beides hat Vor- und Nachteile. Bei einem Kaltauszug bleiben mehr wertvolle Inhaltsstoffe enthalten, insbesondere das im einjährigen Beifuß enthaltene Artemisinin ist sehr hitzeempfindlich, weshalb sich ein Kaltauszug eher anbietet. Im mehrjährigen Beifuß ist kein Artemisinin enthalten, jedoch ist dieser ebenfalls reich an wichtigen Inhaltsstoffen, die in Form einer Salbe genutzt werden können. Ein Heißauszug benötigt weniger Zeit. Die Salbe ist schon nach kurzer Zeit fertig und bereit zur Anwendung. 

Fertige Beifuss Salbe

Beifuß Kaltauszug

Für den Kaltauszug benötigt man zunächst 100ml hochwertiges Olivenöl, ein sauberes Schraubglas und 10g frisches Kraut oder Blütenknospen des Beifußes. 

Man sollte die frischen Pflanzenteile zunächst einen Tag trocknen lassen, sodass sie nicht mehr allzu feucht sind. Dann schneidet man sie mit einem Küchenmesser klein, gibt sie in ein Schraubglas und übergießt es mit 100ml hochwertigem Olivenöl. Das Schraubglas sollte allerdings zumindest anfangs nicht verschlossen werden, sondern mit einem Tuch abgedeckt werde, dass überschüssiges Wasser verdunsten kann. Dies hilft Schimmel zu vermeiden. Nach sechs Wochen auf der sonnigen Fensterbank kann man die Pflanzenteile abseihen. Übrig bleibt ein Ölauszug, der nun zu einer Salbe weiterverarbeitet werden kann. 

Um die Salbe herzustellen benötigt man nun 50ml des Ölauszugs sowie 6g Bienenwachs, das man in einer Schüssel im Wasserbad auflöst und verrührt, bis sich alles vermischt hat. Die Salbe kann man anschließend in einen sauberen Tiegel füllen und kühl und dunkel lagern. 

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Beifuß Heißauszug

Für einen Heißauszug benötigt man 7g frisches Beifußkraut oder 3g Beifuß Pulver, 50g hochwertiges Olivenöl und 7g Bienenwachs. Die Komponenten werden noch nicht vermischt, sondern zunächst wird nur das Olivenöl mit dem Beifuß in einer Schüssel über dem Wasserbad leicht erhitzt. Unter regelmäßigem Umrühren sollte dies mindestens eine Stunde köcheln, damit sich die Wirkstoffe aus dem Kraut herauslösen. Danach muss das noch warme Öl abgeseiht werden, sodass die Pflanzenteile zurückbleiben. Das Öl wird nun mit dem Bienenwachs nochmals kurz erwärmt, bis alles schmilz und abschließend in einen Salbentiegel abgefüllt. 

Bei welchen Hautproblemen kann Artemisia eingesetzt werden? 

Über die Wirksamkeit gibt es bisher keine verlässlichen Hinweise. Deshalb muss jeder selbst entscheiden, ob er dieses Kraut anwenden möchte. Aufgrund der antibakteriellen, antiviralen und antifungiziden Eigenschaften könnte eine Salbe aber beispielsweise bei Herpes Simplex, Hautpilzen wie Fußpilz oder Hämorrhoiden zum Einsatz kommen. Allerdings sollte man vor jeder Anwendung einen Therapeuten hinzuziehen, da insbesondere Artemisia annua eine sehr starke Pflanze ist. Artemisia vulgaris wird als Öl oder Salbe traditionell bei müden Beinen, zum Beispiel nach einer langen Wanderung aber auch bei Rheuma eingesetzt. Achtung, in der Schwangerschaft sollte Beifuß nicht angewendet werde, da er Fehlgeburten auslösen kann. 

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