Frische Brokkolisprossen auf einem Teller – reich an Sulforaphan und gesunden Inhaltsstoffen

Brokkoli richtig zubereiten und jetzt im September anbauen fĂŒr ewige Ernte

Brokkoli ist seit Langem als Superfood bekannt doch das wahre Geheimnis steckt in einem besonderen Pflanzenstoff: Sulforaphan. Dieser sekundĂ€re Pflanzenstoff hat in der Forschung, insbesondere im Bereich KrebsprĂ€vention und Zellschutz, große Aufmerksamkeit erregt. Besonders reich ist er in Brokkolisprossen und Microgreens, die schon nach wenigen Tagen enorme Mengen des Wirkstoffs enthalten. In diesem Artikel erfĂ€hrst du, warum Sulforaphan so wertvoll ist, wie du es richtig aufnimmst und welche einfachen Tipps dir helfen, das Beste aus Brokkoli & Co. herauszuholen.

Was ist Sulforaphan? 

Sulforaphan kommt in Brokkoli, Brokkolisprossen und Microgreens sowie in Kohlarten, Rettichen, aber auch in Kresse, Rucola und Senf vor. Diese GemĂŒsesorten und KrĂ€uter haben alle eines gemeinsam: Sie stammen aus der Familie der KreuzblĂŒtler. Charakteristisch ist der typische scharfe oder auch etwas bittere Geschmack. Dies kommt durch die Senfölglykoside zustande. Mittlerweile sind mehr als 150 verschiedene Senfölglykoside bekannt, eines jedoch gewinnt immer mehr an PopularitĂ€t. Dabei handelt es sich um das Glykoraphan, welches eine Vorstufe von Sulforaphan ist. Sulforaphan kommt im Broccoli, wie auch in anderen GemĂŒsesorten in einer inaktiven Form vor, durch kauen, schneiden und zerkleinern werden die Pflanzenzellen „geöffnet“. Durch das Enzym Myrosinase, welches in ebenfalls in den oben genannten Pflanzen vorkommt, wird Glykoraphan nun in das Sulforaphan umgewandelt. 

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Warum Sulforaphan so gesund ist

Sulforaphan zeichnet sich als entzĂŒndungshemmer und starkes Antioxidans aus und kann somit freie Radikale bekĂ€mpfen, welche auch krebsfördernde Radikale unschĂ€dlich machen können und so ZellschĂ€den verhindern können. In einigen Studien wurde Sulforaphan als effektiver freier RadikalfĂ€nger beschrieben, der unser Immunsystem stĂ€rken und in der KrebsprĂ€vention sowie dessen Therapie eingesetzt werden kann. Und genau in diesem Bereich gewinnt Sulforaphan immer mehr Aufsehen. Die Uni Heidelberg fand in Laborversuchen mit MĂ€usen heraus, dass Sulforaphan die Tumorstammzellen angreift und den Tumor somit empfindlicher fĂŒr eine Chemotherapie machen kann und zudem das Tumorwachstum eindĂ€mmen kann. Seit 1985 kennt die Onkologie bereits den Nutzen von Sulforaphan und mit steigender Tendenz wird er als Geheimtipp in der KrebsprĂ€vention- und Behandlung gesehen. Da KreuzblĂŒtler-GemĂŒse reich an Ballaststoffen sind, können sie zudem einen positiven Effekt auf die Verdauung und auf die Darmflora haben. Da 80% unseres Immunsystems im Darm sitzt, kann das Immunsystem durch einen gesunden Darm effektiv gestĂ€rkt werden. 

Brokkoli vs. Brokkolisprossen

Brokkoli ist eine sehr bekannte und reiche Glucoraphan Quelle. Um die Effekte des Glucoraphan aktiv nutzen zu können, um somit das Sulforaphan verfĂŒgbar zu machen, mĂŒssen bei der Zubereitung von Brokkoli einige wichtige Aspekte wie Zubereitungsdauer, Temperatur und Vorbereitung des GemĂŒses beachtet werden. Da in dem Prozess des Kochens viele wichtige NĂ€hrstoffe verloren gehen können und das Enzym Myrosinase durch Hitze zerstört werden kann, sollte man auf eine schonende Zubereitung achten. Brokkoli sollten beispielsweise klein geschnitten werden und vor der Zubereitung einige Minuten an der Luft verbleiben. In einer Studie (https://pubs.acs.org/doi/pdf/10.1021/acs.jafc.7b05913) wurde der Brokkoli nach dem schneiden 90 Minuten an der Luft ruhen gelassen und in der Studie wurde gezeigt, dass Brokkoli, der nach dem Schneiden 90 Minuten ruhte, nach dem anschließenden Kochvorgang eine bis zu 2,8-fach höhere Sulforaphan-Bildung aufwies als Brokkoli, der direkt erhitzt wurde. Der Grund: Durch den Luftkontakt kann das Enzym Myrosinase beginnen, das im Brokkoli enthaltene Glucoraphanin in Sulforaphan umzuwandeln.

Damit möglichst viele wertvolle Inhaltsstoffe erhalten bleiben, empfiehlt es sich, Brokkoli schonend zu dĂ€mpfen, etwa fĂŒnf Minuten lang. Kombiniert man ihn anschließend mit frischer Kresse, Senf oder Rettich (hier Saatgut erhĂ€ltlich), wird die Umwandlung zusĂ€tzlich gefördert, da diese Pflanzen reich an Myrosinase sind.

Noch konzentrierter sind Brokkolisprossen: Sie enthalten im Vergleich zum reifen GemĂŒse 10- bis 100-mal mehr Glucoraphanin und gelten daher als besonders effektive Sulforaphan-Quelle., als das reife GemĂŒse, wie es auch in dieser Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6267435/ ) beschrieben wird.  

Brokkoli selber anbauen

Brokkolisprossen selbst anbauen 

Um den Verlust der NĂ€hrstoffe beim Erhitzen von Brokkoli zu umgehen aber auch den Abbau von AntinĂ€hrstoffen zu erreichen ist das Keimen der Brokkolisamen eine sehr gute Alternative. Beim Keimvorgang wandeln sich NĂ€hrstoffe um und die BioverfĂŒgbarkeit nimmt zu. Um Brokkolisprossen oder Microgreens aus Brokkoli anzubauen, benötigt man entweder ein Keimglas fĂŒr Sprossen oder eine Anzuchtschale wie diese hier von Sprossenliebe Microgreens. Am besten gedeihen die Microgreens auf einem Naturfaservlies oder Kokoserde. Brokkoli-Sprossen und Brokkoli-Microgreens unterscheiden sich vor allem in ihrer NĂ€hrstoffdichte und Reifezeit. WĂ€hrend beide reich an Sulforaphan sind, haben Brokkoli-Microgreens eine lĂ€ngere Wachstumszeit und enthalten deshalb eine höhere Konzentration an Vitaminen und Mineralstoffen wie Vitamin C, Vitamin K und Eisen, wodurch sie ernĂ€hrungsphysiologisch vorteilhafter sind als Sprossen. Saatgut kann man bei uns im Shop erwerben (einfach hier klicken).  Nach etwa drei bis vier Tagen sind die Sprossen erntefĂ€hig. Microgreens aus Brokkoli brauchen fĂŒnf bis sechs Tage. Gesundheitlich besonders interessant ist es, Brokkoli-MikrogrĂŒn bei einer LĂ€nge von 2cm zu ernten, da sie dann den stĂ€rksten Effekt hĂ€tten.

Brokkoli Saatgut fĂŒr Microgreens und Sprossen

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Verwendete Quellen: 
https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/chirurgische-klinik-zentrum/allgemein-viszeral-und-transplantationschirurgie/forschung/pankreasforschung/sektion-pankreaskarzinomforschung/ag-molekulare-onkochirurgie/patienteninformationen

https://www.klinikum.uni-heidelberg.de/fileadmin/MolOnkoChir/6Herr_PassChir.pdf
und die im Text verlinkten Studien. 

Bildnachweis
Titelbild: © Serena Williamson â€“ stock.adobe.com

3 Kommentare zu „Brokkoli richtig zubereiten und jetzt im September anbauen fĂŒr ewige Ernte“

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