Phytoöstrogene und ihre Bedeutung für das Hormonsystem

Phytoöstrogene und ihre Bedeutung für das Hormonsystem

Vielleicht hast du schon mal von Phytoöstrogenen gehört, also quasi von pflanzlichem Östrogen. Dabei handelt es sich um sekundäre Pflanzenstoffe, welche Östrogen ähnliche Strukturen besitzen. Chemisch werden sie der Gruppe der Polyphenole zugeordnet. Die Ähnlichkeit mit dem menschlichen Östrogen ermöglicht es uns, die Phytoöstrogene an unsere Östrogenrezeptoren im Körper zu binden, und somit eine Östrogene- oder auch eine Anti-Östrogene Wirkung zu erzielen. Die bekanntesten Phytoöstrogene sind die Lignane, die vor allem in ölreichen Saaten vorkommen und die Isoflavone, die wir in Soja und Hülsenfrüchte finden. 

Phytoöstrogene und die Bedeutung auf unser Hormonsystem 

Einfach gesagt sind Phytoöstrogene eine Vorstufe des menschlichen Östrogens. Nehmen wir diese über bestimmte Lebensmittel oder Pflanzen zu uns, so wird diese Vorstufe des Östrogens im Darm zu wirksamen, also zu aktivem Östrogen umgewandelt. Somit können diese nun das Hormonsystem beeinflussen, auch wenn ihre Wirkung um ein sehr vielfaches geringer ist, als die des normal im menschlichen Organismus produzierten Östrogens, dennoch sind Phytoöstrogene als natürliche Hormonersatztherapeutika bekannt. Aufgrund ihrer Fähigkeit sich an die menschlichen Östrogen Rezeptoren zu binden und so als aktives Östrogen zu arbeiten, werden phytoöstrogenreiche Pflanzen auch vor und nach der Menopause eingesetzt, um die typischen Beschwerden wie Hitzewallungen und Scheidentrockenheit zu mindern und auch um das Osteoporose Risiko zu senken, wie auch in dieser Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9187225?dopt=Abstract) beschrieben wird. Seit langem wird auch schon postuliert, das ein geringes Vorkommen von Wechseljahrsbeschwerden bei asiatischen Frauen auf die in Soja enthaltenen Isoflavone zurückzuführen sind. 

Die moderne Kräuterhexe

Eine weitere Studie (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6630319/) nennt auch einige mögliche positive Effekte von den in Leinsamen vorkommenden Lignanen, besonders in Bezug auf die Krebsentstehung und Behandlung, auch wenn hier weiterer Forschungsbedarf besteht. Interessant sind auch hier wieder Beobachtungen aus Japan, welche beschreiben, dass ein verringertes Krebsvorkommen in asiatischen Ländern ebenfalls auf den hohen Konsum von Sojaprodukten zurückzuführen sein könnte.

Auch Erfahrungsberichte beschreiben positive Effekte der Anwendung von Phytoöstrogenen bei Frauen mit Menstruationsbeschwerden und Veränderungen der Brustdrüsen. Im Allgemeinen können Phytoöstrogene helfen, das Hormonsystem zu unterstützen und eine Disbalance auszugleichen. Hierbei solltest du am besten Rücksprache mit deinem Arzt oder Therapeuten halten, um zu erfahren, welche Quellen und welche Dosen für dein individuelles Anliegen geeignet sind. 

Das interessante ist, dass Phytoöstrogene eine östrogen-positive und aber auch eine negative-östrogene (anti-östrogene) Wirkung haben können. So können diese das Wachstum von Zellen in den Brustdrüsen mindern (anti-östrogen) und aber auch die Knochendichte stärken (östrogene Wirkung). Dies ist dadurch zu erklären, dass sie die Östrogen- Andockstellen der Rezeptoren in unserem Körper durch die Phytoöstrogene entweder blockieren, (anti-östrogene Wirkung) oder durch die Andockung regulierende Prozesse in Gang gesetzt werden (östrogene Wirkung). Welcher Prozess im Einzelnen abläuft, wird durch die Gewebszusammensetzung im Körper beeinflusst. 

Wieviel Phytoöstrogene kann ich zu mir nehmen? 

Die Frage nach dem wieviel, ist nicht eindeutig zu beantworten, denn auch der Phytoöstrogen-Gehalt in Pflanzen variiert je nach Sorte, Anbaugebiet und Erntezeit und Klima. Die Menge, die wir über die Nahrung aufnehmen können, gilt derzeit als unbedenklich, da diese gesundheitliche Effekte bringen kann. (http://e.hormone.tulane.edu/learning/phytoestrogens.html) Auch die Anwendung von Nahrungsergänzungsmitteln mit isolierten Isoflavonen, in der Zeit der Wechseljahre, für Frauen ohne östrogenbedingte Erkrankungen, wird von der Europäischen Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) derzeit als sicher bewertet. Dennoch empfiehlt auch das Bundesinstitut für Risikobewertung (BfR) die vorherige Absprache mit einem Arzt. (https://www.bfr.bund.de/cm/343/nahrungsergaenzungsmittel-mit-isolierten-isoflavonen-bei-einnahme-in-und-nach-den-wechseljahren-orientierungswerte-fuer-dosierung-und-anwendungsdauer-einhalten.pdf)

Nehmen Männer große Mengen an Phytoöstrogenen zu sich, so kann es zu einer Vergrößerung der Brustdrüsen und somit zur männlichen Brust (Gynäkomastie) kommen, wobei auch diese Beobachtungen und dazu häufig genannte Studien umstritten sind, denn japanische Männer, die beispielsweise sehr viel Soja essen, weißen meist keine Verweiblichung auf. 

Dennoch werden auch Gesundheitsrisiken wie Unfruchtbarkeit und Entwicklungsstörungen mit Phytoöstrogenen in Verbindung gebracht. Schon 1941 beobachtete man, dass Fruchtbarkeitsstörungen und Sterilität bei weiblichen Schafen auftraten, die auf Weideflächen mit hohem Erdklee-Anteil grasten, bei männlichen Tieren kam es dabei zu einer Vergrößerung der Geschlechtsdrüsen. Diese Beobachtungen werden auf die im Erdklee vorkommenden Phytoöstrogene zurückgeführt. Gleiche Beobachtungen gab es bei Rindern, die vorwiegend auf Flächen mit Rotklee weideten. Diese negativen Auswirkungen könnten durch einen Überkonsum dieser Pflanzen erklärt werden, denn diese Mengen würde ein Mensch mit einer normalen, ausgeglichenen Ernährung nicht aufnehmen können. 

Phytoöstrogenreiche Lebensmittel und Pflanzen 

Phytoöstrogene kommen in ca. 300 Pflanzenarten vor. Besonders reich an den human-ähnlichen Isoflavonen sind Bohnen, Erbsen, Sojabohnen und die daraus hergestellten Produkte, wie Miso oder Tofu. Lignane befinden sich, wie bereits erwähnt vor allem in Leinsamen, Sonnenblumenkernen, Brokkoli und Roggen. Aber auch in unserer Heilpflanzenwelt finden wir einige Phytoöstrogenhaltige Gewächse, wie bspw. in Rotklee, Bockshornklee, Mönchspfeffer, Brennnesselsamen oder in Traubensilberkerze. Auch der Hopfen verfügt über kleinere Mengen an Phytoöstrogenen, daneben hat Hopfen auch die Eigenschaft zu Entspannen und Körper und Geist zu beruhigen. Das sind nicht nur die Effekte des Alkohols im Bier, denn auch ein Hopfen Tee kann entspannen, bei dem Einschlafen helfen und dazu noch einen sanften, regulierenden Einfluss auf unser Hormonsystem haben. Hierfür können wir euch unseren tollen Einschlaftee empfehlen. 

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Titelbild: © behewa– stock.adobe.com



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