Birkensaft – Verwendung und Einsatzgebiete

Birkensaft – Verwendung und Einsatzgebiete

Vielleicht hast du schon mal von dem nahrhaften, süß schmeckenden Birkensaft, bzw. Birkenwasser gehört, das wir direkt von der Birke trinken können. Der Saft der Birke schmeckt nicht nur gut, sondern bietet uns auch gesundheitlich einen Nutzen. Wie du den Birkensaft gewinnst und wie du ihn einsetzen kannst, erfährst du in diesem Artikel. 

Was ist Birkensaft? 

Wie uns der Name schon verrät, geht es um den Saft, bzw. um das Wasser, das direkt aus der Birke stammt. Dies ist eine farblose, klare Flüssigkeit mit einem leicht süßlichen Geschmack. Das tolle ist, dass der Saft nicht durch aufwendige Verfahren gewonnen werden muss. Jeder könnte direkt das Wasser der Birke zapfen. Im April / Mai ist die beste Zeit dafür. Das Wasser befindet sich vor allem im Stamm, in dickeren Ästen und in den Wurzeln der Birke.

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Wie wird der Saft der Birke gewonnen? 

Zur Gewinnung des Saftes wird der Stamm ca. 5 cm durch die Rinde hindurch angebohrt, anschließend wird ein kleines Röhrchen in die Bohrung gesteckt und der Saft in einem Gefäß aufgefangen. Nun kann das Wasser direkt getrunken werden. Theoretisch kann eine große, dicke Birke bis zu 10 Liter Birkenwasser pro Tag abgeben. Allerdings sollte man bei großen Birken nur maximal 5 Liter pro Tag zapfen, wobei auch dies schon eine große Menge ist. Um der Birke nicht zu schaden, werden nur kleinere Mengen empfohlen. Nachdem eine Birke einmal angezapft wurde, sollte man ihr zwei Jahre Zeit geben, um sich zu regenerieren. Zudem ist es wichtig, das Bohrloch anschließend mit einem Wachs zu verschließen, da die Bohrung wie eine Wunde für den Baum ist und dadurch mehr Saft verloren gehen kann. Dieser Saft ist jedoch auch beliebt bei Insekten aller Art. 

Birkensaft zapfen

Gesundheitlicher Nutzen des Birkensafts

Der Saft der Birke ist reich an Mineralstoffen, Antioxidantien, Vitamin C und B, Enzymen und besteht aus 17 verschiedenen Aminosäuren. Der Saft enthält ca. 2% Zucker (je nach Baum), vor allem Fructose und Glucose. Der Birkenzucker, den wir als Xylit kennen, finden wir jedoch nur in der Rinde der Birke und nicht im Saft aus dem Stamm.

In der Volksmedizin wird dem Saft der Birke eine entzündungshemmende Wirkung nachgesagt, so wird er bei Gicht und Rheuma eingesetzt. Auch für unreine Haut, Haarausfall und bei Kopfschuppen soll der Birkensaft eingesetzt werden können. Durch die verschiedenen Mineralstoffe und Enzyme soll der Saft zudem entgiftend und entschlackend wirken, wodurch auch gerne mit Birkensaft in Kosmetikprodukten und in Cremes gegen Zellulite geworben wird. So soll er auch zur Entsäuerung und innerlichen Reinigung des Körpers eingesetzt werden. In einem Review von Rastogi et al. (2015) werden verschiedene Ethnomedizinische Verwendungsmöglichkeiten der Birke genannt, darunter fällt auch die Anwendung von Birkensaft bei Nierensteinen, Lungenerkrankungen, bei Erkältungen und Magenleiden. (https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC7126499/)

Birke im Wald

Insgesamt liegt eine schwache Studienlage vor, es gibt aber Hinweise darauf, dass die Birke schon seit vielen Jahren in ganz Europa und Nordamerika für ihre gesundheitlichen Vorteile bekannt ist. Dabei wird nicht nur der Saft, sondern auch die Rinde und die Blätter der Birke genannt. (https://www.researchgate.net/publication/234004639_Uses_of_tree_saps_in_northern_and_eastern_parts_of_Europe)

Auch wenn der gesundheitliche Nutzen nicht eindeutig wissenschaftlich belegt ist, so ist der Saft der Birke dennoch wohltuend und vitalisierend. Es besteht der Glaube, dass all die Kraft eines Baumes in dessen Saft vereint ist und wir durch Aufnahme dieses Saftes neue Kraft tanken können. Bei der Verwendung des Birkensaftes sollten der Schutz des Baumes und der verantwortungsvolle Umgang mit der Natur im Vordergrund stehen. So sollten wir die Birke nicht völlig auszapfen, ihre Wunde mit Harz anschließend versiegeln und ihr genügend Erholungszeit geben. 

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