Wiesen Schaumkraut

Die Welt der Schaumkräuter und wie man sie unterscheidet

Wenn wir von Schaumkräutern (Cardamine) sprechen, so denken viele vielleicht direkt an das bekannte Wiesenschaumkraut mit seiner schönen, zarten Blüte. Doch neben dem Wiesenschaumkraut gibt es noch weitere bekannte Schaumkräuter die auch in unseren Gegenden heimisch sind und diese sind nicht nur schön anzuschauen sondern auch wichtig für unsere Insekten. 

Die Schaumkräuter gehören in die Familie der Kreuzblütler. Der Hierbei handelt es sich um eine krautige Pflanze, die ein- bis mehrjährig, ausdauern wächst. Sie sind fast weltweit zu finden und insgesamt gibt es 200 verschiedene Arten. Das Schaumkraut bekam seinen Namen wohl durch die Schaumzikaden. Die Schaumzikaden sind Insekten, die ihre Nester gerne an Schaumkräutern einrichten. Dabei produzieren sie einen Schaum, mit dem sie sich schützend einhüllen.

Eine andere Theorie besagt, dass die schönen Blüten auf der Wiese wie Schaumkronen aussehen und der Name daher kommt. Doch man kann wirklich immer wieder ein schaumiges Nest an den Pflanzen finden. Um euch eine kleine Übersicht zu verschaffen, möchten wir euch nun die bekanntesten 4 Schaumkräuter vorstellen. Diese vier Schaumkräuter können sich in größe, Blattwerk, Blüte und in der Größe des Fruchtkörpers unterscheiden.  

Das Wiesenschaumkraut (Cardamine pratensis) 

Das Wiesenschaumkraut ist der wahre Klassiker und fast überall auf Wiesen, an Wald– und Wegesrändern zu finden. Das Wiesenschaumkraut bevorzugt feuchte und sumpfige Wiesen. Die Pflanze bildet fiederteilige Stängelblätter aus, die wechselständig am Stängel wachsen. Zwischen April bis Juli, je nach Standort, erblüht die Pflanze in einem sanften rosa oder weiß. Dabei sind die Blüten traubenartig angeordnet. Das Wisenschaumkraut besitzt 4 grüne Kelchblätter, die bei der Blüte selbst eigentlich nur von unten zu sehen sind, da die 4 rosafarbenen Kronenblätter die sichtbare Blüte bilden. Die Blüten sind nicht nur bei uns Menschen beliebt, sondern auch in der Insektenwelt, da sie sehr Naktarreich sind und für viele eine wichtige Nahrungsquelle bildet. Das Wiesenschaumkraut ist im jungen Zustand essbar und eignet sich super in Salaten, Aufstrichen, Suppen oder auch im Smoothie und Kräuterquark.

Wiesenschaumkraut

Hier kann man die jungen Blätter und die Blütenknospen verwenden. Nach der Blüte entwickelt die Pflanze allerdings einen bitteren Geschmack. Aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside schmeckt das Schaumkraut scharf, wie Kresse. Aber gerade die Senfölglykoside machen das Schaumkraut zusammen mit dem darin enthaltenen Vitamin C zu einer sehr gesunddheitsfördernden Pflanze. In der Mezinin und Volksheilkunde wird das Wiesenschaumkraut auch bei rheumatischen Beschwerden eingesetzt. Dazu wird ein Tee aus der Pflanze aufgebrüht. Auch zur Entgiftung und Unterstützung der Lebertätigkeit kann das Wiesenschaumkraut Anwendung finden. Um keine Überreizung oder Nebenwirkungen zu erfahren, sollte das Wiesenschaumkraut nur in geringen Mengen eingesesetzt werden. 

Das behaarte Schaumkraut (Cardamine hirsuta) 

Das behaarte Schaumkraut ist dem Wiesenschaumkraut ähnlich, weißt aber dennoch recht eindeutige Unterscheidungsmerkmale aus. Das behaarte Schaumkraut erblüht in einem feinen Weiß. Aber auch hier finden wir 4 Blütenblätter und die Blüte ist traubenartig angeordnet. Die kleinen, eiförmigen Blätter sind am Boden rosettenförmig ausgerichtet. Aus der Mitte entspringen ein bis vier Stiele, an welchen ebenso unpaarig gefiederte Blätter sitzen. Auf der Unterseite der Blätter und der Blattspindel befinden sich feine Härrchen, wodurch das Schaumkraut auch seinen Namen bekam. Die Schoten sind beim behaarten Schaumkraut sehr markant, da sie lang und aufrecht stehend den Blütenstand überragen. Sind die Schoten reif, so explodieren sie und können ihre Samen somit weit verbreiten, ähnlich wie auch das Springkraut. 

Das behaarte Schaumkraut

Gleich wie beim Wiesenschaumkraut sind die Blüten und Blätter des behaarten Schaumkrauts essbar. Die Inhaltsstoffe sind ebenso ähnlich, wodurch es keine großen Unterschiede in der Verwendung gibt. 

Kleinblütiges Wiesenschaumkraut (Cardamine parviflora L.) 

Das kleinblütige Schaumkraut besitzt wie der Name schon sagt, kleinere Blüten, auch der Lateinische Name parviflora bedeutet kleinblumig und beschreibt das Aussehen dieser Blüte. 

Trotz der sehr kleinen und feinen Blüten kann die Pflanze bis zu 25 cm in die Höhe wachsen. Sie ist insgesamt weniger krautig und und weißt am Stängel zwischen 3-6 paarig gefiederte Blätter auf. Die einzelnen Teilblättchen sind dabei länglicher, fast schon lanzettenartig. Auch diese Art des Schaumkrauts besitzt die grünen Kelchblätter. Auffällig ist hier allerdings, dass die weißen Kronenblätter höchstens zweifach so lang sind wie die Kelchblätter. Bei den anderen Arten sind diese meist um einiges länger. Und auch hier stechen die Schoten der Pflanze ins Auge, die markant, aufrecht abstehend und meist 1-2 cm lang sind. 

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Waldschaumkraut (Cardamine flexuosa)

Das Waldschaumkraut blüht ebenso weiß, scheint insgesamt aber krautiger und verwachsener, da häufig meherer Stängel austreiben. Insgesamt kann die Pflanze bis zu 50 cm hoch wachsen. Der lateinische Name beschreibt das Aussehen ganz gut, denn flexuosa bedeutet auch viel gebogen oder geschlängelt. Aufällig ist hier auch, dass sich die Blattrosette bis zur Blüte hin zieht. Auch das Waldschaumkraut blüht von April bis Juli. Es ist fast Deutschlandweit verbreitet und kommt häufig im Wald, auf feuchten, nährstoffreichen Böden vor. Beim Waldschaumkraut wachsen die Schoten kaum über die Blütenstände raus, Interessant ist hier aber, dass sie quasi einen Winkel mit dem Stil bilden, da sie am Stil verankert sind. Die Schoten sind häufig zwischen 10-25 mm lang. Untenher ist der Stängel des Waldschaumkrautes behaart.  Insgesamt weißt das Waldschaumkraut mehr Blätter und mehr und größere Blüten auf, als das behaarte Schaumkraut, was dem Waldschaumkraut ansonsten am ähnlichsten ist. 

Das Wald Schaumkraut

Mancherorts gilt der Bestand der Schaumkräuter bereits als gefährdet, da ein Rückgang an Feuchtwiesen zu beobachten ist und den Pflanzen somit der Lebensraum genommen wird. Das führt auch dazu, dass Insekten eine wichtige Nahrungsquelle verlieren. Deshalb sollte man immer nachhaltig im Umgang mit Schaumkräutern sein und bewusst viele Pflanzen für den Arten- und Insektenschutz stehen lassen. 

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Bitteres Schaumkraut (Cardamine amara)

Das bittere Schaumkraut oder auch Bitterkresse genannt, wächst vor allem an feuchten Stellen. Bachufer bevorzugt nicht nur die Brunnenkresse, mit welcher diese Pflanze teilweise verwechselt wird, sondern auch das bittere Schaumkraut. Bei der Brunnenkresse sind die Blätter deutlich runder auch de Blütenblätter sind runder und weniger länglich. Besonders interessant sind die Staubbeutel. Sie sind beim bitteren Schaumkraut hier auf dem Bild rot und violett. Es lohnt sich, Pflanzen ganz in Ruhe genau anzuschauen. Geschmacklich ist es eher bitter. Je älter die Pflanzen sind, desto bitterer wird der Geschmack. In diesem Stadium sind die Blätter schon sehr bitter. Im zeitigen Frühjahr kann man sie in kleinen Mengen in den Salat beimischen. Vor allem Vitamin C, Bitterstoffe und Senföle sind in den Blättern enthalten. In der Hausapotheke wird bitteres Schaumkraut kaum genutzt. Wenn, dann vor allem bei Frühjahrsmüdigkeit oder zur Aktivierung des Stoffwechsels.

Bitteres Schaumkraut

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4 Kommentare zu „Die Welt der Schaumkräuter und wie man sie unterscheidet“

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  2. Ich habe heuer 22.1.22 wunderschöne Blattrosetten vom behaarten Schaumkraut gefunden. Dank eurer Bilder bin ich mir jetzt ganz sicher, dass ich es richtig erkannt habe.

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