Wildkräuter im Winter

Essbare Wildkräuter im Winter – Wildkräutersalat mit winterharten Kräutern

Wildkräuter findet man im Winter nicht so viele, wie in anderen Jahreszeiten. Sofern es keine geschlossene Schneedecke gibt, kann man einige winterharte Wildkräuter finden, die auch im Winter gegessen werden können. Wir zeigen euch, welche das sind.

Behaartes Schaumkraut

Fast den ganzen Winter über findet man das behaarte Schaumkraut in der Wiese oder im Feld. Die jungen Blätter schmecken kresseartig und sind leicht scharf, aber sehr aromatisch. Es gibt über 200 verschiedene Arten. Das Wiesenschaumkraut oder das bittere Schaumkraut sind ebenfalls oft bei uns zu finden. Das Schaumkraut bekam seinen Namen wohl durch die Schaumzikaden, das sind Insekten, die ihre Nester in Schaumkräutern einrichten. Dabei produzieren sie einen Schaum, mit dem sie sich schützend einhüllen. Das behaarte Schaumkraut, erblüht in Weiß und ist auch im Winter zu finden. Die kleinen, eiförmigen Blätter sind am Boden rosettenförmig ausgerichtet und in jungem Stadium essbar. Nach der Blüte entwickelt die Pflanze allerdings einen bitteren Geschmack. Aufgrund der enthaltenen Senfölglykoside und dem Gehalt an Vitamin C ist das behaarte Schaumkraut eine wertvollen Wildpflanze im Winter.

Die Vogelmiere

Auch die Vogelmiere wächst ganzjährig und blüht sogar im Winter. Ihre kleinen sternförmigen Blüten sind allerdings nicht so reichlich zu finden wie im Frühling. Erkennen kann man die Vogelmiere am besten an der Wasserleitbahn im Inneren. Bricht man den Stiel ganz vorsichtig, bleibt die Wasserleitbahn intakt und man kann sie wie einen gummiartigen Faden dehnen. Außerdem ist die Vogelmiere an der sogenannten „Haarlinie“ zu erkennen. An einer Seite des Stiels laufen kleine Härchen aufeinander zu, die eine Linie bilden. 

Vogelmiere im Winter

Wildkräuter bestimmen und sammeln

Mit unserem Buch „Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“ (hier erhältlich) möchten wir sowohl Einsteigern als auch bereits erfahreneren Wildpflanzenfreunden die Welt der wilden Kräuter näher bringen. Auf über 160 Seiten haben wir viele heimische Wildkräuter nach Jahreszeiten aufgegliedert und mit großformatigen, selbst fotografierten Aufnahmen versehen. Zu jeder Pflanze erklären wir, was wann gesammelt werden kann und wie man das Wildkraut in der Hausapotheke und in der Küche verwenden kann. Du bekommst unser Buch und unsere anderen Kräuterartikel in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr
Unser beliebtes Kräuterbuch: „Mit Wildkräutern und Heilpflanzen durchs ganze Jahr“

Dost

Dost findet man vor allem im Sommer und Herbst auf vielen Wiesen in Gärten. Die Blätter halten sich aber auch im Winter. Kleine Mengen können auch in den kalten Monaten gesammelt werden. Dost ist ein sehr aromatisches Wildkraut, das gut zu mediterranen Gerichten passt. 

Der Spitzwegerich 

Spitzwegerich ist das ganze Jahr zu finden. Im Winter ziehen sich die Blätter jedoch zurück und man findet nur sehr kleine, kurz Blätter, die eher bitter schmecken. Mit den lanzenförmigen großen Blättern, die man aus dem Frühling und Sommer kennt, kann man den Geschmack nicht mehr vergleichen. Der Geschmack der Winterblätter ist intensiver und man sollte die Blätter wirklich nur ganz sparsam pflücken, da die Pflanze im Winter nicht wächst.  

Löwenzahn

Auch Löwenzahn zieht sich im Winter zurück. Die Inhaltsstoffe stecken jetzt vor allem in der Wurzel. Wer nicht die Wurzel ausgraben will, sondern ein paar Blätter aufgrund der Bitterstoffe im Salat haben möchte, der darf sie ruhig pflücken. Viel finden wird man aber nicht. 

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Brunnenkresse

Die Brunnenkresse ist eine winterharte Pflanze, die man vor allem dann reichlich finden kann, wenn es sehr feucht ist. Nach dem regnerischen Herbst gedeiht sie besonders gut und an feuchten Wiesen oder kleinen Bachläufen kann man Brunnenkresse auch im Winter finden. Wichtig beim Sammeln ist jedoch, dass man den Bestand schont. Wurzeln sollten nicht mit ausgerissen werden. 

Das Wiesenlabkraut

Wiesenlabkraut oder auch Klettenlabkraut sind auch im Winter zu finden. Durch kleine Borsten, ähnlich wie Widerhaken an der Blattoberseite, haftet sich das Klettenlabkraut überall an, wo es eine haftbare Oberfläche findet. Sowohl Wiesen- als auch Klettenlabkraut kann im Winter gesammelt werden, da diese Pflanzen sehr reichlich wachsen und ganzjährig in ausreichender Menge zu finden sind. 

Gänseblümchen

Gänseblümchen findet man auch im Winter. Teilweise sind die Blüten vereist. Dann sollte man sie draußen stehen lassen. An Tagen mit Plusgraden kann man aber die ein oder andere Blüte pflücken. Auch die kleinen Blättchen des Gänseblümchens kann man essen. 

Gänseblümchen im Winter

Exkurs: Darf man Wildkräuter im Winter überhaupt essen?

Immer wieder taucht die Frage auf, ob Wildkräuter im Winter überhaupt gegessen werden sollten oder ob es sogar schlecht sein könnte? Es stimmt, dass viele Pflanzen im Frühling und Sommer mehr Nährstoffe in Blätter oder Blüten bringen. Wildkräuter im Winter sind aber eine frische Abwechslung, die natürlich nur sehr sparsam genutzt werden kann. Man kann im Winter gar nicht in den Mengen sammeln, wie das im Sommer geht. Einige Pflanzen wie das behaarte Schaumkraut oder die Vogelmiere wachsen im Winter aber fast genauso üppig wie im Frühling. Diese Kräuter kann man auch im Winter reichlich sammeln, insbesondere, da diese beiden auch sehr reich an Vitamin C sind. 

Winterharte Küchenkräuter

Auch der Kräutergarten kann einiges an Kräutern hergeben, wenn man winterharte Kräuter gepflanzt hat. Salbei, Bergbohnenkraut, Thymian, Rosmarin oder auch Minze kann man sogar im Winter im Garten finden. Die Küchenkräuter sollte man im Winter jedoch sparsam nutzen, da die Pflanze Kraft braucht, um den Winter zu überstehen. Für einen schnellen Hustensaft aus Thymian, oder einen Salbeitee reicht es aber allemal und so sind die Gartenkräuter ein wichtiger Bestandteil in der Hausapotheke. Unser Rezept zum Thymian Hustensaft findest du im Beitrag Thymian – der Profi bei Erkältung.

Rosmarin im Winter
Rosmarin im Winter

Keinen Erntezeitpunkt mehr verpassen

Mit unserem Saisonkalender für Wildkräuter (hier erhältlich) verpasst du ab sofort keinen Erntezeitpunkt mehr für Wildkräuter. Zu jedem Monat des Jahres haben wir auf farbenfrohen, großen Kalenderseiten im Format DIN A3 die wichtigsten, heimischen Wildkräuter übersichtlich dargestellt. Auf dem großen und gut lesbaren Kalender erkennst du immer auf einen Blick, was man im jeweiligen Monat sammeln kann. Übrigens kannst du unseren selbst entwickelten Saisonkalender jedes Jahr erneut benutzen! Du bekommst den Kalender auch in verschiedenen Sets in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

Saisonkalender für Wildkräuter im Monat Juni
Unser einzigartiger Saisonkalender für Wildkräuter

Wildkräutersalat im Winter

Hier seht ihr unseren Wildkräutersalat im Winter. Er besteht aus ein ganz klein bisschen Löwenzahn und Spitzwegerich, viel Vogelmiere und viel behaartes Schaumkraut. Ebenso kamen Rosmarin, Bergbohnenkraut und ein klein wenig Salbei dazu. Unser Dressing besteht aus einem hochwertigen Öl. Entweder Olivenöl, Kürbiskernöl oder Leinöl, ein Esslöffel mittelscharfer Essig, etwas Kräutersalz und Balsamico Essig. 

Wildkräutersalat im Winter

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1 Kommentar zu „Essbare Wildkräuter im Winter – Wildkräutersalat mit winterharten Kräutern“

  1. Pingback: Scharbockskraut – Eines der ersten Wildkräuter im Frühling - Kräuterkeller

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