Kostenlosen Dünger für Gemüse im Mai selber herstellen

Dieser kostenlose Dünger lässt dein Gemüse im Mai kräftig wachsen und du findest ihn fast überall

Sie wächst an Wegrändern, Zäunen und in vielen Gartenecken – und wird oft völlig unterschätzt: die Brennnessel. Gerade im Mai, wenn viele Gemüsepflanzen richtig in Fahrt kommen, lässt sich aus ihr ein kräftiger natürlicher Flüssigdünger herstellen. Brennnesseljauche kostet nichts, ist schnell angesetzt und versorgt Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kürbis oder Kohl mit wertvollen Pflanzenstoffen. In diesem Artikel erfährst du Schritt für Schritt, wie du Brennnesseln richtig sammelst, Jauche ansetzt und sie im Garten sinnvoll verwendest.

Warum du zur Jauche greifen solltest 

Um Pflanzen vor schädlichem Befall, wie bspw. vor einem Pilzbefall zu schützen, kommen in vielen Gärten gerne Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Doch leider sind viele Pflanzenschutzmittel nicht immer natürlichen Ursprungs und können der Erde und vor allem auch die Erdbewohner, wie Regenwürmer, schaden. Doch das muss nicht sein, denn man kann auch ganz einfach selbst Dünger und Pflanzenschutzmittel herstellen. Beliebt ist hier der Einsatz der Brennnessel– und der Beinwelljauche. Wie man die Jauche ansetzt, welche Vorteile sie bietet und für welche Pflanzen sich eine solche Jauche eignet, erfährst du nun im Laufe des Artikels. Möchtest du uns in die Natur begleiten und weitere solcher Tipps bekommen? Dann abonniere am besten gleich kostenfrei unseren WhatsApp Kanal „Kräuterkeller“ (einfach hier klicken). Dort findest du tägliche Inspiration rund um den Garten und die Welt der wilden Kräuter und Heilpflanzen.

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Alles, was man zur Brennnessel wissen muss

Mit dem Titel „Die Brennnessel – Königin der Wildpflanzen“ (hier erhältlich), haben wir der Brennnessel ein eigenes Buch gewidmet. Dort findest du alles Wissenswerte zu dieser tollen Pflanze, inklusive Tipps zum Einsatz, wie z.B. die Brennnesseljauche, eine Brennnesselsalbe aber auch viele kulinarische Rezepte. Dokumentiert haben wir die Pflanze mit einzigartiger Kameratechnik. Herausgekommen sind Bilder, die du so wahrscheinlich noch nie gesehen hast. Du bekommst das Buch in unserem eigenen Kräuterhexenshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de

Das Brennnessel Buch "Die Brennnessel - Königin der Wildpflanzen"

Was ist eine Jauche? 

Bei einer Jauche geht es darum, dass sogenannte „tote Biomasse“ zersetzt wird. Dafür wird als Beispiel frische Brennnessel mit Wasser in einer Tonne oder einem Fass angesetzt und für einige Wochen an einem warmen Ort, am besten im Garten in der Sonne, stehen gelassen. Dabei findet ein Gärungsprozess statt, hierbei zersetzen Mikroorganismen die Pflanzenteile und dabei werden Wirkstoffe der Pflanze, wie bspw. Stickstoff  freigesetzt und auch der PH-Wert steigt an. Düngt man nun damit, so können die Pflanzen die Nährstoffe sehr gut aufnehmen und können zudem vor Schädlingen und Pilzbefall geschützt werden. Nun gibt es verschiedene Pflanzen, die sich gut für eine selbst angesetzte Jauche eignen. Wir möchten euch heute die beliebte Brennnesseljauche und die Beinwelljauche vorstellen. 

Die Brennnesseljauche 

Der Klassiker unter den Jauchen ist die Brennnesseljauche. Ihr wird nachgesagt, dass sie die Pflanzen mit wichtigen Mineralstoffen wie Kalium und auch mit Stickstoff und Kieselsäure versorgen soll. Dies soll die gedüngten Pflanzen nicht nur stärken, sondern auch den Geschmack von bspw. Gurken oder Tomaten verbessern. Der Kieselsäure wird hier ein besonderer Stellenwert zugeschrieben. Sie soll dafür sorgen, dass die Zellwände der gedüngten Pflanze gestärkt werden und diese somit besser vor einem Schädlingsbefall, wie von Blattläusen oder Spinnmilben oder einem Pilzbefall geschützt sind. 

Die Beinwelljauche 

Auch der Beinwell wird aufgrund seiner wertvollen Inhaltsstoffe gerne für den Ansatz einer Jauche verwendet. Hierfür eignen sich alle Arten des Beinwells. So soll die Beinwelljauche besonders reich an Kalium, Phosphat und Stickstoff sein und auch Anteile von Kieselsäure enthalten. Zudem kann die Beinwelljauche einen recht hohen Anteil an Gerbstoffen enthalten und somit ein kräftigender Dünger sein. Beinwelljauche soll also ebenso die Pflanzen stärken, da sie die Pflanzen gerade in der Wachstumsphase mit wichtigen Nährstoffen versorgt. 

Alle Wildkräuter im Mai auf einen Blick

Willst du in Zukunft bei dir zuhause auf einen Blick sehen, welche Wildkräuter man im Mai und in den anderen Monaten sammeln kann? Dann bestelle dir unseren Saisonkalender für Wildkräuter (hier bestellen). Wir haben ihn selbst entwickelt, da wir uns einen solchen Kalender immer gewünscht haben, ihn aber nicht zu kaufen fanden. So haben wir ihn mit viel Zeit und Arbeit selbst kreiert und bieten ihn in unserem kleinen Kräuterhexen Onlineshop unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de an. Dort findest du in jedem Monat, natürlich auch im Mai, diejenigen Kräuter und Heilpflanzen, die man besonders reichlich finden kann. Wir haben wirklich nur Kräuter aufgenommen, die wir über Jahre genau dann in großer Menge finden konnten, denn was nützt ein Kalender, der in der Praxis doch nicht weiter hilft. Außerdem haben wir bewusst auf ein Kalendarium verzichtet, sodass der Kalender in jedem Jahr genutzt werden kann und ewig gültig ist.

Saisonkalender für Wildkräuter

Gierschjauche

Auch aus Giersch kann man einen Dünger machen, denn er ist besonders reich an Kalium. Starkzehrer wie Tomaten, Zucchini, Kartoffeln oder Kürbisse kann man mit einer Gierschjauche düngen. 

Wie stellt man die Brennnesseljauche her? 

Zur Herstellung gibt es das klassische Rezept, bei dem man 1 Kilogramm geschnittene Brennnessel, bzw. Beinwell mit 10 Liter Wasser in einer Tonne ansetzt. Dabei sollten die Pflanzenteile alle mit Wasser bedeckt sein. Im Laufe des Gärungsprozess wird ein recht starker Gestank von der Jauche ausgehen. Wer diesem entgegenwirken möchte, der kann zu Beginn Gesteinsmehl hinzugeben. Anschließend deckt man das Gefäß mit einem Gitter oder einem Sack ab. Hierbei sollte allerdings noch Luft durchkommen können, damit die entstandenen Gase entweichen können. Nun wird das Gemisch ca. 2 Wochen lang gegärt. Dabei sollte man täglich kräftig umrühren. 

Anleitung für Brennnesseljauche

Nach 14 Tagen kann man die Jauche dann Einsetzen. Wenn noch immer Blasen beim umrühren aufsteigen, kann das ein Zeichen dafür sein, dass der Gärungsprozess noch nicht abgeschlossen ist, in diesem Fall empfiehlt es sich, nochmal ein paar Tage zu warten. Ist die Jauche zum Einsatz bereit, so siebt man die benötigte Menge ab und verdünnt die Jauche mit Wasser. Hierbei hat sich das Verhältnis von 1:10 bewährt. Also 1 Teil Jauche und 10 Teile Wasser. Würde man die Jauche nicht verdünnen, so wäre diese zu intensiv und könnte den Pflanzen schädigen. Hier spricht man davon, dass die Pflanzen „verbrennen“ könnten. Am besten wendet man die Jauche morgens oder an bedeckten Tagen, aber nicht an sehr heißen sonnigen Tagen an. Hierbei wird die Erde gedüngt und es können auch die Blätter, die nicht gegessen werden, mit der Jauche besprüht werden. 

Welche Pflanzen kann man damit düngen? 

Die Jauche kann für die meisten Gemüsesorten eingesetzt werden. Darunter fallen bspw. 

Blumen und Obstbäume düngen

Daneben können natürlich auch Blumen und Obststräucher- und Bäume mit der Jauche gedüngt werden. Die Jauche sollte nicht bei Pflanzen angewendet werden, die zu den Schwachzehrern gehören. Das sind Pflanzen, die natürlicherweise „nicht viel brauchen“ um zu gedeihen. Diese wachsen meist auf kargem Boden und brauchen die Extraversorgung des Düngers nicht. 

Dazu gehören: 

Der Einsatz einer selbst hergestellten Jauche kann also viele Vorteile mit sich bringen. Zudem finden Brennnesseln somit auch eine sinnvolle Verwertung. Da sie darüber hinaus wie auch der Beinwell eine wichtige Pflanze für viele Insekten darstellt, kann man mit dem Stehenlassen dieser Pflanzen einen kleinen Beitrag gegen das Artensterben leisten. 

Brennnesseln für Jauche

Gartentipps im Wildkräuter Magazin

In der aktuellen Sommerausgabe unseres Kräuterkeller Magazins (hier erhältlich), dreht sich alles um die Wildkräuter und Heilpflanzen im Sommer. Dort findest neben den wilden Kräutern auch noch weitere Inspirationen und Rezepte passend zur Saison. Einige der bisherigen Ausgaben sind noch in kleiner Stückzahl erhältlich, aber das Magazin ist sehr beliebt und immer schnell vergriffen. Die bekommst das Magazin in unserem Kräuterhexenshop in einer gedruckten und in einer digitalen Variante unter www.die-moderne-Kräuterhexe.de 

Wildkräuter Magazine

Jauche oder Brühe? Was ist der Unterschied?

Falls ihr euch fragt, warum manchmal von Jauche und manchmal von Brühe gesprochen wird? Das ist nicht nur sprachlich ein Unterschied, auch die Herstellung ist anders. Jauche setzt man kalt an, Brühe hingegen wird aufgekocht. Für eine Brühe eignet sich zum Beispiel Ackerschachtelhalm, da diese Pflanze vor allem reich an Silizium ist und das Silizium insbesondere durch das Kochen besser aus der Pflanze gelöst werden kann. Für eine Ackerschachtelhalm Brühe als Dünger benötigt man etwa 500 g frischen Ackerschachtelhalm, den man zerkleinert und dann zunächst in einem großen Topf mit 2,5l Wasser kalt ansetzt und das über Nacht stehen lässt. Am nächsten Tag muss die Brühe „gekocht“ werden. Am besten kocht man alles einmal kräftig auf und lässt es dann etwa eine Stunde abdeckt ziehen. Nach dem Erkalten gießt man die Brühe mit einem Sieb ab und füllt sie in Flaschen. Diese Brühe kann dann vor dem Einsatz mit Wasser verdünnt werden. Auf einen Teil Brühe kommen fünf Teile Wasser.

Weitere Pflanzendünger

Wenn ihr an weiteren natürlichen Düngemitteln aus „Abfall“ interessiert seid, schaut mal im Beitrag „Kaffeesatz – der ultimative Dünger für deine Pflanzen„. Hier erklären wir euch wie man mit Kaffeesatz oder Teeresten düngen kann. 

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4 Kommentare zu „Dieser kostenlose Dünger lässt dein Gemüse im Mai kräftig wachsen und du findest ihn fast überall“

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