Hirtentäschel – Wildkraut in der Küche und in der Frauenheilkunde

Hirtentäschel – Wildkraut in  der Küche und in der Frauenheilkunde

Der Hirtentäschel (Capsella bursa-pastoris), auch Hirtentäschelkraut oder Herzelkraut genannt, ist besonders durch seine kleinen, taschenartgien, fast herzförmigen Früchte (Samen) zu erkennen. Er gehört zu den Wildkräutern, die in der Frauenheilkunde besonders geschätzt werden. Seine Taschen erinnern an die Feldtaschen von Hirten, wodurch das Kraut seinen Namen bekam. Man findet ihn auf Wiesen und an Weges- und Waldrändern, er bevorzugt sonnige Standorte auf nährstoffreichem Boden.

Der Hirtentäschel gehört zur Familie der Kreuzblütler und kann eine Wuchshöhe von 15- 60 cm erreichen. Ist die Blütezeit gekommen, so kann man die Pflanze an ihre feinen weißen Blüten erkennen, der Blütenkelch ist vierzählig und besitzt 6 oder mehr Staubblätter. Kennt man die Merkmale des Krautes, so ist dies relativ einfach zu bestimmen. Schon in frühen Zeiten wurde der Hirtentäschel in der Heilkunde und als Würzkraut geschätzt. 

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Hirtentäschel in der Küche 

Bereits im Mittelalter verwendete man das Kraut in der Küche, so nutzte man die Samen als Ersatz für die teuren Senfsamen. Da das Kraut zu der Familie der Kreuzblütler gehört, ist das Vorkommen von Senfölen in der Pflanze typisch. Daher nannte man dies früher auch Bauernsenf. 

Die Blüte des Hirtentäschel

In der Küche können die Grundblätter, die Blüten als auch die Samen verwendet werden. Die Samen der Pflanze weißen einen senfigen, nussigen Geschmack auf und lassen sich prima in jeder Art von Speise integrieren. Besonders Wildkräutersalate, Kräuteraufstriche, Suppen und Eintöpfe können durch die Samen, Blätter und Blüten der Pflanze eine besondere geschmackliche Note erhalten. Die Blüten und die herzförmigen Samen können auch als Dekoration auf Suppen, Kräuterquarks, in Salaten oder auch auf Desserts verwendet werden.  

Verwendung in der Frauenheilkunde 

Besonders bekannt ist das Kraut für seine blutstillenden Eigenschaften. Deshalb wurde dies schon früher zum stillen von Blutungen, wie nach der Geburt, bei Verletzungen und starker, langanhaltender Menstruation verwendet. Durch die in der Pflanze enthaltenen Peptide, Gerbstoffe, Flovanoide, Eisen und Kalium, wird sie als blutstillend, blutreinigend, blutdruckregulierend, sowie harntreibend und schmerzlindernd beschrieben. Weitere Inhaltstoffe der Pflanze sind Cholin, Acetylcholin, Saponin, Tramin und Brusasäure.  

Samentaschen des Hirtentäschel

Insgesamt kann das Kraut als wahres Frauenkraut betrachtet werden, wodurch es vielfältig in der Frauenheilkunde angewendet werden kann. So kann es durch die schmerz- und blutstillenden Eigenschaften bei starken, schmerzhaften Regelblutungen, mit Begleiterscheinungen von Kopfschmerzen oder Migräne verwendet werden.

Auch bei Frauen mit niedrigen Blutdruck, kann das Kraut helfen, diesen zu regulieren. Da Frauen häufiger unter Blasenentzündungen leiden können, kann der Hirtentäschel durch die harntreibenden Eigenschaften helfen, die Bakterien in der Blase und den Harnwegen auszuleiten und die Nieren zu durchspülen, um eine Nierenbeckenentzündung zu verhindern. Ebenso werden bestimmten Inhaltsstoffen der Pflanze antientzündliche Eigenschaften nachgesagt, mögliche Hinweise darauf, wurden auch in dieser Studie genannt https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6152647/

Durch den Eisengehalt kann Hirtentäschel die Blutneubildung fördern und bei Eisenmangel durch starken Blutverlust helfen. Hirtentäschel kann durch das Eisen ebenso unterstützend bei der Behandlung von Ödemen eingesetzt werden. Dem Kraut wird außerdem eine herzstärkende Wirkung nachgesagt. Üblicherweise wird der Hirtentäschel als Tee, Tinktur oder als Saft verabreicht. Bei äußerlichen Verletzungen kann das Kraut für Umschläge und Waschungen verwendet werden. 

Achtung bei Schwangerschaft: Da das Kraut Kontraktionen der Gebärmutter auslösen kann, sollte dies während der Schwangerschaft beachtet werden, um keine Frühzeitige Geburt einzuleiten. Ist die Geburt jedoch im Gange, wird das Kraut auch zur Förderung der Wehen eingesetzt. 

Bevor der Hirtentäschel zur therapeutischen Nutzung verwendet wird, ist es ratsam dies vorher mit dem Arzt oder Therapeuten zu besprechen. Ebenso sollte eine Überdosierung des Krautes verhindert werden. 

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Quellen: 
https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC6152647/

R. Kopf (2018). Immunschwäche, Abwehrschwäche Das Immunsystem stärken mit Heilpflanzen und Naturheilkunde: Ein pflanzlicher und naturheilkundlicher Ratgeber

E. Marbach (2010). Heilkräuter Hausapotheke: die wichtigsten Heilpflanzen für die Anwendung zu Hause. S. 58

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Beitragsbild: © Zoran– stock.adobe.com
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