Knoblauchsrauke – Verwendung als Heilkraut und in der Küche

Knoblauchsrauke  – Verwendung als Heilkraut und in der Küche

Aktuell finden wir die Knoblauchsrauke an Gartenrändern, in Laubwäldern, an Hecken entlang oder auch auf Brachflächen mit stickstoffreichem Boden. Die Knoblauchsrauke überzeugt vor allem durch ihren unverwechselbaren Knoblauchgeschmack. Wie du sie erkennst, und wie wir sie als Heilkraut und in der Küche einsetzen können, erfährst du in diesem Beitrag. 

Was ist die Knoblauchsrauke?

Die Knoblauchrauke (Alliaria petiolata) wird auch gerne Knoblauchskraut oder Lauchkraut genannt und gehört zur Familie der Kreuzblütengewächse. Die Knoblauchsrauke ist eine zweijährige bis mehrjährige Pflanze die eine Wuchshöhe von 20-100 cm erreichen kann. Im ersten Jahr bildet sie unverzweigte Stiele aus, die jeweils ein Blatt tragen. Die Blätter können etwas an die Blätter des Gundermanns erinnern oder an einen Mix aus Brennnessel- und Gundermannblätter. Jedoch sind die Blätter der Knoblauchsrauke eher gezackt und unbehaart. Sie verfügt außerdem über eine Einkerbung am Blattstiel und der beim Zerreiben der Blätter entstehende Knoblauchgeruch, macht diese Pflanze unverwechselbar. Die jungen und frischen Blätter haben das stärkste Knoblaucharoma. 

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Im zweiten Jahr treibt bei der Knoblauchsrauke ein Stängel aus der Mitte der gestielten Blätter aus. Dieser wächst meist in die Höhe und weist mehrere spitzzulaufende Blätter auf und hier finden wir auch von April bis August die weißen Blüten. 

Verwendung in der Küche 

Da die Knoblauchsrauke diesen unverwechselbaren Knoblauchgeschmack mit einer pfeffrigen Note besitzt, ist sie vielseitig in der Küche einsetzbar. So wurde sie auch im Mittelalter als Würzkraut eingesetzt und konnte auch vom einfachen Volk, die sich Gewürze wie Pfeffer nicht leisten konnten, in der Küche verwendet werden. 

Blüten der Knoblauchsrauke
Blüten der Knoblauchsrauke

Das tolle ist, dass man nach dem Genuss der Pflanze keinen Knoblauchatem hat, womit sie sich vom Bärlauch unterscheidet. Nicht nur die Blätter, sondern auch die Samen und Wurzeln aus dem ersten Jahr sind essbar. Die Blätter eignen sich hervorragend für eine Pesto, im Salat, in Suppen, in Aufstrichen, für eine Kräuterbutter und einen Kräuterfrischkäse, all dies kann man natürlich vegan zubereiten. Die Blätter können auch für einen würzigen Tee verwendet werden. 

Die Samen kann man zu einem Knoblauchsrauken-Senf verarbeiten, oder trocknen, mörsern und als Gewürz verwenden. Die Wurzeln können geraspelt werden und erinnern etwas an frischen Meerrettich und genau so können diese, bspw. als Gemüse oder für Saucen zubereitet werden. 

Knoblauchsrauke als Heilkraut 

Überlieferungen zufolge, war die Knoblauchsrauke schon im Mittelalter ein geschätztes Heilkraut und wurde vor allem gegen Ablagerungen von Schlacken und Schleim verwendet. So kann sie bei Erkältungskrankheiten mit Verschleimungen eingesetzt werden. Die Heilwirkung ist auf die in der Knoblauchsrauke enthaltenen Senfölglykoside, Saponinen und ätherischen Öle zurückzuführen. Senfölglykoside werden zur Bekämpfungen von Entzündungen und zur Stärkung des Immunsystems eingesetzt. 

Durch diese Inhaltsstoffe wird der Pflanze eine antibakterielle, antiseptische, wundheilende, schleimlösende und harntreibende Wirkung nachgesagt. Als Tee zubereitet kann die Knoblauchsrauke bei Halsschmerzen und Blasenentzündungen helfen. Ein stark zubereiteter Tee kann auch gegurgelt werden um Verschleimungen in Hals und Nebenhöhlen zu lösen. Bei Zahnfleischentzündungen kann eine Tinktur oder ein starker Tee ebenfalls zum gurgeln angewendet werden.  

Für die Heilung von Insektenstiche wurden Breiumschläge aus dem Kraut hergestellt, diese Umschläge fanden auch bei schlecht heilenden Wunden Anwendung. Die Studienlage für die Heilwirkung der Knoblauchsrauke ist sehr schwach, da diese Pflanze als Heilkraut immer mehr aus dem Fokus geraten ist. So wird sie in der evidenzbasierten Schulmedizin aufgrund der schwachen Studienlage zur Wirksamkeit nicht eingesetzt. In der Küche erfreut sie sich jedoch wachsender Beliebtheit, da sie vor allem durch den intensiven Geschmack der jungen Blätter überzeugt. Die Blätter sollte man allerdings nicht trocknen, da diese schnell das Aroma verlieren können. 

Quellen: G. Holzmann ( 2018) Gesunde Wildkräuter aus meinem Garten: Erkennen. Vermehren. Nutzen

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