Schafgarbe wird auch Soldatenkraut genannt

Schafgarbe – Soldatenkraut, Frauenkraut und wichtiges Bitterkraut

Die Schafgarbe ist eine zarte, schöne Pflanze, die in der Naturheilkunde schon seit früher Zeit sehr geschätzt wird. Sie ist nicht nur als Frauenkraut, sondern auch als Soldatenkraut bekannt. Was es damit auf sich hat und viele weitere Antworten zu dieser in Vergessenheit geratenen Wildpflanze, klären wir in diesem Beitrag.

Woher hat die Schafgarbe ihren Namen? 

Die Namensherkunft der Schafgarbe ist recht leicht zu klären. Das Wort Garbe lässt sich aus dem altdeutschen „garwe“ ableiten, was so viel bedeutet wie „gesund machen“. Nun essen Schafe dieses Kraut und insbesondere die Blätter sehr gerne, wodurch die Schafgarbe ihren Namen erlangte. Der lateinische Name Achillea millefolium ist auf Achilleus, den Helden der Griechen, in der griechischen Mythologie zurückzuführen. Dieser soll die Pflanze aufgrund ihrer Wundheilenden Wirkung zur Versorgung von Kriegswunden angewendet haben. Millefolium bedeutet übersetzt Tausendblatt, was die Struktur des Blattes, aufgrund der feinfiedrigkeit gut beschreibt.

Soldatenkraut oder Zimmermannskraut wurde sie genannt, weil sie bis zu den Weltkriegen wegen ihrer blutstillenden Eigenschaften geschätzt wurde. Bei Dioskurides taucht die Scharfgarbe bereits als „Tausendblättriges Soldatenkraut“ auf, weil sie wohl wegen ihrer blutstillenden Wirkung bei Kriegern und Soldaten zur Wundheilung eingesetzt wurde. Dioskurides, einer der bekanntesten Ärzte der Antike, wusste die Pflanze schon zu schätzen. Zimmermannskraut nannte man sie in Frankreich, weil man sie offenbar einsetzte, wenn man sich mal einen Hammer auf den Daumen gehauen hatte und dann mit Schafgarbe behandelte. Die blutstillenden, antibakteriellen und wundheilungsfördernden Eigenschaften waren es, die sie früher so wertvoll gemacht haben. Heute nutzt man die Schafgarbe kaum noch. 

Was kann man mit Schafgarbe alles machen? 

Die Schafgarbe wird in der Naturheilkunde als Arzneipflanze verwendet. So kann man sie für einen Teeaufguss, als frischen Pflanzenpresssaft, für Auflagen und Wickel, sowie für Bäder und Essenzen verwenden. Auch Öle und Salben lassen sich aus der Schafgarbe herstellen. Die jungen Blätter können aber auch in der Küche in Salaten oder Suppen verwendet werden. Die älteren Blätter sind hingegen recht bitter und herb, wodurch der Verzehr der jungen Blätter empfohlen wird. 2004 wurde sie zur Pflanze des Jahres gekürt. Und nicht nur aufgrund der Anwendung als Arzneipflanze ist die Schafgarbe beliebt, sondern auch in Gärten, in der Küche und in Blumensträußen macht sie sich gut. Und auch die Schafe mögen sie. 

Ist Schafgarbe Bienenfreundlich? 

Die Schafgarbe ist durchaus Bienen- und Insektenfreundlich. Zwar verfügt sie nicht über besonders viel Nektar und auch Pollen sind bei ihr nicht in der Überzahl vorhanden, allerdings blüht die Schafgarbe sehr lange, auch aufgrund ihrer vielen kleinen Blüten. Dadurch haben Insekten lange Zeit die Möglichkeit, sich an ihr zu erfreuen. So kann man sie auch ganz gezielt auf der Bienen– bzw. Insektenwiese anpflanzen um den Artenbestand zu schützen. 

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Ist die Schafgarbe winterhart? 

Die Schafgarbe gilt als winterharte und ausdauernde Pflanze. Im Staudenbeet oder in Töpfen kann man sie zusätzlich vor Bodenfrost schützen, aber auch in der freien Wildbahn kann die Schafgarbe als unkomplizierte Pflanze ganz gut überwintern. Auch im Winter kann man sie an den getrockneten Stängeln und Blüten erkennen, die aus dem Boden herausragen. 

Steckbrief

Lateinischer Name: Achillea millefolium 
Andere Namen: Achilleskraut, Grundheil, Gänsezungen, Blutstillkraut, Grützblume, Zangeblume, Kachel, Feldgarbenkraut
Familie: Korbblütler (Asteraceae)
Verwendbare Pflanzenteile: Blüten, Blätter und Stängel
Blattform: fiederteilig 
Blütenfarbe: weiß, rosa 
Fundorte: Wiesen, Wegränder, Schuttplätze, Böschungen
Giftigkeit: ungiftig

Schafgarbe Steckbrief

Wie erkennt man die Schafgarbe? 

Wenn man genau weiß, wie die Blätter und Blüten der Pflanze aussehen und wie diese angeordnet sind, so kann man die Pflanze relativ leicht bestimmen. Wichtig ist es jedoch, sich bei der Bestimmung absolut sicher zu sein, denn die Schafgarbe kann mit giftigen Pflanzen verwechselt werden. So ähnelt sie für das unbekannte Auge auch dem Bärenklau, hier ist vor allem der Riesenbärenklau giftig! Allerdings hat der Riesenbärenklau ganz andere Blätter, doch aufgrund der weißen Doldenblüten können Unwissende Gefahr laufen, diese Blüten der Schafgarbe zuzuordnen. Aber auch mit dem gefleckten Schierling sollte die Schafgarbe nicht verwechselt werden! Dies kann in jüngeren Stadien passieren, im weiteren Wuchsverlauf kann der Schierling allerdings Wuchshöhen von bis zu zwei Metern erreichen. Außerdem weist der gefleckte Schierling rote Flecken entlang des Stängels auf, wodurch man ihn recht sicher erkennen kann. Relativ eindeutig sind die Blätter der Schafgarbe.

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Wie sehen die Blätter der Schafgarbe aus? 

Die Blätter sind gefiedert und wachsen in einer Rosette am Boden. Aus dieser wächst der Stängel, der abgezweigte, wechselständige Blätter besitzt. Der Stängel ist recht hart und leicht behaart. Die Blätter sind sehr fein und länglich und ein wichtiges Merkmal ist, das sie gefiedert sind. Sie kann bis zu 60 cm in die Höhe wachsen. Macht man sich einmal mit dem Geruch der Blüten und der zerriebenen Blätter vertraut, so können geschulte Nasen die Schafgarbe zusätzlich am Geruch erkennen. Als Eselsbrücke kann man sich merken, dass die Blätter der Schafgarbe an eine buschige Augenbraue erinnern.

Blätter der Schafgarbe
Gemeine Schafgarbe (auch Gewöhnliche Schafgarbe), eine Pflanzenart aus der Familie der Korbblütler. Veerwendung als Gewürz- und Arzneipflanze.

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Wann blüht die Schafgarbe? 

Die Blütezeit der Schafgarbe erstreckt sich über einen relativ langen Zeitraum, denn sie ist zwischen März bis Oktober in ihrer Blüte. Die Blüten sind meist weiß bis rosa. Sie sind sehr klein und fein und bilden einen doldenrispigen Gesamtblütenstand aus. Allerdings wird hier auch von einer Trugdolde gesprochen, da diese aus dem Stängel entspringen und nicht wie bei einer Dolde aus einem gemeinsamen Punkt. Auch in einem Blumenstrauß im Wasser halten sich die Blüten relativ lange. Werden diese getrocknet, so behalten sie die Form und Farbe ziemlich gut, was sich auch in einer bunten Teemischung gut macht. Die Schafgarbe hat eine lange Blütezeit, und die Blüte einer Pflanze kann zu verschiedenen Zeitpunkten erblühen. Man findet hauptsächlich weiße Blüten, jedoch gibt es auch leicht rosafarbene, bis fast rötlich oder violett.

Die Blüte der Schafgarbe

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Auf welchem Boden wächst Schafgarbe? 

Die Schafgarbe wächst bevorzugt auf stickstoffhaltigem Boden. Wir finden sie auf Wiesen, an Wegränder, auf Schuttplätze und an Böschungen entlang.  Wächst die Schafgarbe auf einer Schafweide, so werden meist nur die Stängel mit den Blüten zurückgelassen, da Schafe bevorzugt die jungen Blätter der Pflanze essen. Auch Trockenheit macht der Schafgarbe nicht viel aus, wir finden sie auch auf sehr trockenem und steinigem Untergrund. Insgesamt gilt die Scharfgabe als robuste Pflanze, die recht anspruchslos zu sein scheint. 

Das Soldatenkraut im Podcast

Auch in unserem Podcast “Die moderne Kräuterhexe” gibt es eine Folge zum Soldatenkraut (ein anderer Name für die Schafgarbe). Dort gehen wir etwas genauer darauf ein, warum diese Pflanze und andere Heilkräuter zur Vorbereitung auf den zweiten Weltkrieg massenhaft gesammelt wurde. Zum Podcast kommst du hier auf Apple Podcast und hier auf Spotify.

Unser Podcast Die moderne Kräuterhexe
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Ist die Schafgarbe giftig? 

Die Schafgarbe wird als ungiftig eingestuft. Sie kann in der Küche und als Arzneipflanze angewendet werden. Bei der Anwendung in der Küche sollten nur die jungen Blätter verwendet werden. Die älteren Triebe und Blätter werden mit der Zeit bitter, herb und etwas holziger. Es kann vorkommen, dass manche Menschen eine Empfindlichkeit gegenüber der Schafgarbe besitzen. So kann es zu allergischen Reaktionen kommen, die sich auch bei Hautkontakt auf der Haut zeigen können. Wenn du die Schafgarbe zum ersten Mal verwendest, kannst du, um sicher zu gehen, erst einmal etwas frischen Pflanzenpresssaft auf die Haut geben und schauen, ob es zu einer Reaktion kommt. Auch während der Schwangerschaft ist es empfehlenswert, Rücksprache mit dem Arzt oder Therapeuten zu halten. 

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Nun stellt sich immer wieder die Frage, ob die Schafgarbe giftig für Pferde ist. Dem ist glücklicherweise nicht so und sogar das Gegenteil ist der Fall. Die Schafgarbe kann bei Pferden ganz gezielt bei Magen-Darm-Problemen und Blähungen eingesetzt werden. Auch in der Homöopathie wird die Schafgarbe in Form von Globulis auch Pferden gegeben. So kann die Schafgarbe Pferden mit Magen-Darmproblemen auch einfach unter das Futter gemischt werden. Auch bei Hunden kann die Schafgarbe zum Einsatz kommen. 

Kann man Schafgarbe roh essen? 

Hier heißt die einfache Antwort: Ja! Die Schafgarbe kann auch von uns Menschen roh verzehrt werden. Wie bereits erwähnt, eignen sich hierfür besonders die jungen Blätter, die im Vergleich zu den älteren weniger Bitterstoffe enthalten. Die Schafgarbenblätter können dann ganz einfach in den Salat gegeben werden oder auch zu einem Aufstrich, zur Kräuterbutter oder zu einem Kräuterquark verarbeitet werden. Wichtiger ist hier allerdings, dass man die Blätter gut wäscht und nur von einem Standort sammelt, an dem man sicher sein kann, dass keine Tiere die Pflanze mit ihren Fäkalien verunreinigen. 

Wie verwende ich Schafgarbe? 

Die Schafgarbe kann je nach Wunsch beliebig eingesetzt werden. So kann sie als Arzneipflanze bei Magen-Darmbeschwerden und Unterleibskrämpfen in Form eines Tees angewendet werden. Hier kann man entweder die frischen Blüten und Blätter oder aber auch die getrocknete Form verwenden. Doch auch als Tinktur, als Auflagen und als selbst angesetztes Schafgarben-Öl oder als Salbe kann die Schafgarbe auch zur Wundheilung eingesetzt werden. Abgesehen von der Verwendung als Arzneipflanze kann die Schafgarbe auch frisch in der Küche verwendet werden. Neben diesen Anwendungsbereichen ist die Pflanze mit ihren zarten Blüten auch in jedem Blumenstrauß oder in Kränzen sehr beliebt. Auch getrocknet eignet sie sich als schöne Dekoration. 

Schafgarbe sammeln

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Ben und Mara entdecken die Welt der wilden Kräuter
Ben und Mara entdecken die Welt der wilden Kräuter

Was kann man gegen Schafgarbe machen? 

Obwohl die Schafgarbe ein beliebtes Heilkraut ist, kann sie den ein oder anderen durch ihre Hartnäckigkeit auf die Nerven gehen. Und so stellt sich vielen die Frage: 

Ist Schafgarbe ein Unkraut?

Wenn sich die wilde Schafgarbe auf dem schön angelegten Rasen verbreitet, so kann sie durchaus als Unkraut betrachtet werden. Sie gilt als sehr hartnäckige und ausdauernde Pflanze, die sich gerne ausbreitet, sobald sie sich wohl fühlt. Besonders unter feinen Gräsern fallen die Blätter in ihrer Rosette stark auf und können anderen Gräsern das Wachstum erschweren. Das Problem ist, dass die Schafgarbe unterirdisch lange Ausläufer bildet und sich somit schnell ausbreiten kann. Und so kommen wir zur nächsten Frage: 

Wie bekomme ich Schafgarbe aus dem Rasen? 

Nur weil es sich die Schafgarbe auf dem Rasen bequem macht, heißt es nicht, dass man nichts gegen sie tun kann. Am einfachsten ist es, die Schafgarbe schon nach der ersten Entdeckung mit einem Unkrautstecher zu entfernen. Hierzu sollte man möglichst tief in die Erde stechen um auch die Ausläufer zu erwischen. Insgesamt sollte man den Rasen regelmäßig düngen und mähen. Somit können die Gräser dichter wachsen und die Schafgarbe kann nicht in die Höhe wachsen, wodurch sie nicht aussähen und sich weiter verbreiten kann. Vertikutieren kann auch helfen um unliebsame Kräuter, Moose und Gräser aus dem Rasen zu bekommen. Dies sollte zweimal im Jahr durchgeführt werden. Dadurch werden die Ausbreitung und das Wachstum immens erschwert und der Rasen kann anschließend mit Kalk und Dünger wieder aufgebaut und genährt werden. 

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Im Internet liest man auch häufig, dass bei der Entfernung chemische Mittel angewendet werden, doch hier sollte man sich vorher fragen, ob dies wirklich notwendig ist und ob man hier nicht der Natur ihren Lauf lassen sollte. Zumal uns die Schafgarbe auch gesundheitlich einige Vorteile bringen kann und auch Bienen und andere Insekten sich an ihr erfreuen können. Man kann die Schafgarbe natürlich auch ganz gezielt im Garten oder im Blumenbeet anpflanzen. Sie ist recht pflegeleicht und winterhart. 

Wann schneidet man Schafgarbe zurück?

Die Schafgarbe kann entweder im Frühjahr oder im Herbst zurückgeschnitten werden, wenn die Austriebe und Blüten verwelkt und trocken sind. Diesen Abschnitt muss man allerdings nicht entsorgen, denn besonders die getrockneten Blüten können für dekorative Zwecke oder für einen Tee verwendet werden. Wenn man eine weitere Verbreitung der Schafgarbe vermeiden möchte, sollten die Blüten vor der Samenaussaat, also am Ende ihrer Blütezeit zurückgeschnitten werden. Man kann die Pflanze bis zur Basis zurückschneiden. Wenn man sich entscheidet die Pflanze nicht zu schneiden, so können die vertrockneten Blüten und Stängel auch um Herbst und Winter ein schönes Bild erzeugen. 

Ist Schafgarbe eine Heilpflanze? 

Die Schafgarbe gilt als altes und weit bekanntes Heilkraut. Schon Hildegard von Bingen beschreibt eine Anwendung mit der Schafgarbe bei Wunden und Verletzungen. Die Schafgarbe ist auch als Frauenkraut bekannt, da es Frauenleiden wie Menstruationsbeschwerden lindern kann. 

Für was ist Schafgarbe gut?

Die Schafgarbe hat viele tolle Inhaltstoffe. Neben den ätherische Ölen enthält sie Bitterstoffe, die unseren Magen-Darm-Trakt, sowie unsere Leber und Galle stärken können. Sie ist reich an Flovanoiden und Cumarin, sie enthält aber auch Harze, Kalium, Kupfer und Inulin, was als Präbiotika empfohlen wird. Dadurch kann die Darmgesundheit unterstützt werden. Aufgrund der genannten Inhaltsstoffe kann die Scharfgabe blutungs- und schmerzstillend, sowie krampflösend, entspannend, zusammenziehend und beruhigend wirken. Deshalb wird die Schafgarbe auch bei Unterleibskrämpfen und starken Blutungen eingesetzt. Da sie aber auch entzündungshemmende und wundheilende Eigenschaften besitzt, kann sie heute wie früher bei der Behandlung von Verletzungen und Wunden Anwendung finden.

Die Schafgarbe hat somit einige Anwendungsbereiche und kann neben diesen genannten auch bei Magen-Darmbeschwerden, Hautproblemen, Kopfschmerzen und Migräne, sowie bei Haarausfall, Hämorrhoiden und Gallenerkrankungen sowie bei einer geschwächten Leber eingesetzt werden. Die Schafgarbe kann innerlich als Tee, verdünnte Tinktur und in Form eines frischen Salates eingenommen werden. Äußerlich eignen sich Auflagen, Wickel, Umschläge, Tinkturen und Salben. Besonders zur Unterstützung der Leber kann die Schafgarbe in Form von Leberwickeln eingesetzt werden. 

Wie mache ich einen Leberwickel?

Für den Schafgarben-Leberwickel wird aus der ganzen blühenden Pflanze ein starker Tee zubereitet. Für die Anwendung werden drei Tücher benötigt, eine große Schüssel, eine Wärmflasche und der frisch zubereitete Schafgarbentee. Der Wickel wird im Liegen angewendet, entweder im Bett, oder auf dem Sofa. Nun werden zwei Tücher übereinander auf das Bett gelegt und die Person legt sich darüber.

Das dritte Tuch wird nun gefaltet, es sollte von dem Bauchnabel bis zur Brusthöhe reichen und von der Wirbelsäule bis zur Mitte der Brust. Nun wird der Tee in die Schüssel gegeben und das gefaltete Tuch eingetaucht und anschließend sehr gut ausgewringt. Nun sollte geschaut werden, ob das Tuch zu heiß ist oder ob es auf den Körper aufgelegt werden kann. Ist die Hitze angenehm, so kann das Tuch auf der rechten Seite von der Wirbelsäule nach vorne auf die Leber gelegt werden. Nun wird das Nassheiße Tuch mit den anderen zwei Tüchern umhüllt. Anschließend wird die Wärmflasche an der rechten Körperseite platziert. Nun sollte die Person in einer warmen, großen Decke zugedeckt werden und der Wickel wird nun für 30 Minuten angewendet. Allerdings sollte eine Nachruhe-Zeit von ca. weiteren 30 Minuten geben werden. 

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Bildnachweise
Titel: ©Olaf Peglow – stock.adobe.com
Blüte: ©artsandra – stock.adobe.com
Steckbrief: ©unpict – stock.adobe.com
Blätter: ©Eberhard Spaeth – stock.adobe.com

8 Kommentare zu „Schafgarbe – Soldatenkraut, Frauenkraut und wichtiges Bitterkraut“

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