Was heißt glutenfrei? Antworten rund um Gluten

Was heißt glutenfrei? Antworten rund um Gluten

Was heißt glutenfrei? Glutenfreie Produkte gibt es mittlerweile in jedem Supermarkt und jeder Drogerie. Immer mehr Restaurants bieten ebenfalls glutenfreie Produkte an. Ist das nur ein Trend oder macht es tatsächlich Sinn auf Gluten zu verzichten?

Was heißt glutenfrei eigentlich genau?

Gluten ist ein Protein, das im Weizen vorkommt. Es ist das „Klebeeiweis“, das dafür sorgt, dass der Teig beim Backen aufgeht. In den Fokus ist es geraten, da es ein sehr entzündungsförderndes Protein ist.
Enthalten ist es z.B. in:

  • Weizen
  • Dinkel
  • Gerste
  • Hafer
  • Kamut
  • Einkorn
  • Emmer
  • Roggen

Wichtig ist aber auch, dass man darauf achtet, ob Produkte Gerstenmalzextrakt, Weizenstärke usw. enthalten. Glutenfrei ist ein Produkt erst dann, wenn es unter 2 mg Gluten pro 100 g aufweist. Glutenfreie Produkte werden speziell gekennzeichnet und bestehen z.B. aus Reis, Mais, Hirse, Quinoa, Amaranth, Buchweizen oder Linsen. Hafer bildet hier z.B. eine Ausnahme. Es gibt glutenfreien Hafer oder glutenfreie Haferflocken, welche mit dem Symbol der durchgestrichenen Ähre gekennzeichnet sein müssen und die ebendiesen Wert nicht übersteigen dürfen aber auch frei von jeglicher Kontamination in Erntemaschinen etc. sein müssen.

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Ist Gluten gefährlich?

Das kann man so nicht sagen. Viele Menschen kommen mit dem Verzehr glutenhaltiger Produkte gut zurecht. Reagiert man auf Gluten, kann es dem Darm schaden, da es zu einer Zerstörung der Darmschleimhaut kommen kann. Dies führt dazu, dass die Nährstoffe nicht mehr optimal absorbiert werden und unverdaute Nahrungsbestandteile durch den Darm ins Blut gelangen. Dies löst eine starke Immunreaktion aus. Im amerikanischen Sprachraum spricht man vom „Leaky Gut Syndrom“ – dem durchlässigen Darm. Folge ist dann auch, dass es zu Nährstoffmangel kommt. Genauere Informationen sind in diesem Artikel über “Leaky Gut” zu finden.

Befinden sich auch nur kleinste Risse im Darm, durch welche unverdaute Nahrungsbestandteile in den Körper gelangen, kann dies andere Allergien oder Autoimmunerkrankungen wie Hashimoto-Thyreoiditis, Arthritis, Diabethes-Typ1 oder Multiples Sklerose (MS) fördern.
https://www.gastrojournal.org/article/S0016-5085(03)01049-7/fulltext?referrer=https%3A%2F%2Fwww.ncbi.nlm.nih.gov%2F, zuletzt aufgerufen am: 15.11.18
Menschen mit Hashimoto oder anderen Autoimmunerkrankungen sollten deswegen eher glutenfrei essen.

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Wer sollte glutenfrei leben?

Glutenfreie Produkte sind vor allem für Menschen mit Zöliakie von absoluter Notwendigkeit. Sie sind auf diese Produkte angewiesen und können keine glutenhaltigen Lebensmittel vertragen, da sonst das Darmkrebsrisiko später signifikant steigt. Unterscheiden muss man hierbei zwischen der Zöliakie, einer Autoimmunerkrankung, die laut offiziellen Zahlen, die aber schwanken, etwa 0,3% der Bevölkerung betrifft und der Glutenintoleranz oder Glutensensivität. Diese ist weit häufiger verbreitet, verläuft aber meist abgeschwächter als die Zöliakie und kann plötzlich auftreten oder aber auch wieder verschwinden, wenn man eine gewisse Zeit lang auf Gluten verzichtet. Wie lange man verzichten muss, bis sich die typischen Symptome einer Gluten Unverträglichkeit nicht mehr zeigen, ist ganz individuell. Das kann nur einige Monate dauern oder aber mehrere Jahre. Verträgt man kein Gluten, merkt man dies an Symptomen wie Bauchschmerzen, Übelkeit, ständige Durchfälle und weichem Stuhlgang. Diese Symptome treten auch bei sehr vielen anderen Krankheitsbildern und Unverträglichkeiten auf, weshalb es nicht immer ganz leicht ist, die richtige Diagnose zu stellen. Durch die gentechnisch veränderte Massenproduktion von glutenhaltigem Getreide hat sich der Weizen verändert. Aus meiner Sicht ist dies ein wichtiger Faktor, warum scheinbar immer mehr Menschen plötzlich Produkte, die glutenhaltig sind, schlechter oder gar nicht mehr vertragen. Der Körper scheint damit einfach nicht mehr so gut klarzukommen. Dass sich immer mehr Menschen glutenfrei ernähren, ist aus meiner Sicht kein Trend, sondern eine Folge der industriellen Landwirtschaft.

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Der einfache Selbsttest, ob man Gluten nicht verträgt

Hast du das Gefühl, du könntest eine Glutenunverträglichkeit haben? Dann lasse einfach zwei oder drei Tage alle Lebensmittel weg, die glutenhaltig sind und ernähre dich absolut strikt glutenfrei. Esse z.B. Reis, Bananen, Kartoffeln usw. Meide alle verarbeiteten Lebensmittel, da Gluten hauptsächlich in verarbeiteten Lebensmitteln, wie Backwaren, Pasta, Pizza und Co steckt. Verschwinden deine Beschwerden während dieser Zeit und treten sie erneut auf, wenn du nicht mehr glutenfrei ist, ist die Sache relativ sicher. Helfen kann hierbei ein Ernährungstagebuch. Mit diesen Erfahrungen und dem dokumentierten Essverhalten, kann ein Arzt oder Heilpraktiker viel gezielter weiterhelfen und eine schnelle Diagnose ist wahrscheinlicher.

Ist eine glutenfreie Ernährung gesünder?

Wer sich frägt “was heißt glutenfrei?”, frägt sich bestimmt auch, ob eine glutenfreie Ernährung gesünder ist. Diese Frage wird heiß diskutiert. Einige warnen sogar vor glutenfreier Ernährung, da dies nur ein Trend sei um abzunehmen oder man durch die Ersatzprodukte, die zumeist aus Reismehl bestehen zu viel Arsen aufnimmt. Glutenfreie Fertigprodukte gibt es im Supermarkt zwar, jedoch sind sie meist drei- bis viermal so teuer, wie herkömmliche Produkte. Dies ist zum einen ein riesen Markt und zum anderen enthalten die Fertigprodukte tendenziell eher mehr Zucker. Vielen Menschen, die glutenfrei leben achten aber generell auf ihre Ernährung und kochen sehr viel selbst. Sie meiden automatisch verarbeitete Lebensmittel, da diese häufig glutenhaltig sind und greifen auf Alternativen, wie Pseudogetreide (Amaranth, Quinoa) oder Buchweizen zurück.

Tolle einfache und leckere Rezepte mit Buchweizen sind z.B. das Buchweizenbrot oder leckere glutenfreie Pizza. Wir hoffen, das wir deine Frage “was heißt glutenfrei?”, beantworten konnten.

Viele glutenfreie Rezepte findest du auch auf dem Blog www.vegan-glutenfrei.de



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