Essbare Wildpflanzen für den Notfall

Essbare Wildpflanzen für den Notfall

Wieso sollten wir uns Gedanken machen, welche Wildpflanzen man im Notfall essen kann? Nicht erst seit dem Coronavirus machen sich viele Menschen Gedanken, was im Falle einer Lebensmittelknappheit passieren könnte. Im Bereich Survival und Notfallversorgung wird vor allem mit haltbaren Lebensmitteln und Konserven geplant. Dies sieht man dieser Tage auch an den leeren Regalen. Was aber wenn einen der Notfall überrascht, man auf Reisen in Not gerät und keinen oder nicht genügend Proviant dabei hat? Natürlich bietet uns die Natur hier Lösungen an.

Wichtig ist jedoch, dass man einige Pflanzen sicher erkennt, um nicht Gefahr zu laufen, Giftpflanzen zu erwischen und dann unwissentlich die Lage selbst verschlimmert.

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Ich habe euch hier eine Liste zusammengestellt mit Pflanzen, die ihr im Notfall essen könnt und einfach erkennen solltet. Doch wie immer gilt: Keine Pflanzen essen, die ihr nicht sicher bestimmen könnt.

Die Brennnessel

Bei ihr ist die Erkennung sehr leicht. Sie brennt. Die Pflanze kann bis zu 1,80m hoch werden und hat sowohl am Stängel als auch an den Blättern Brennhaare. Um diese Pflanze zu essen, empfiehlt es sich, sie mit Handschuhen zu ernten und dann entweder zu kochen oder die Blätter abzuklopfen, sodass die Brennhaare abfallen. Dann kann man sie sogar roh essen, ohne Schmerzen im Mund. Essbar sind alle Pflanzenteile. Würzel, Samen, Blätter und Blüten. Warum die Brennnessel so wertvoll für die Gesundheit ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Löwenzahn

Löwenzahn wächst fast überall und ist von März bis in den Winter essbar. Die Blätter und Blüten schmecken sehr gut, wenn auch leicht bitter. Aber genau diese Bitterstoffe machen den Löwenzahn so wertvoll. Sie sind nämlich sehr wichtig für unsere Verdauung. Sie regen den Stoffwechsel an und sind sehr wichtig für die Produktion von Magensäure. Unserer industriell gefertigten Nahrungen wurden die natürlichen Bitterstoffe mehr und mehr entzogen, denn das „schmeckt“ dem Konsumenten nicht. Was bitter ist, musste weichen. Zum Leidwesen der Gesundheit. Wären wir auf natürliche Nahrung angewiesen, würden wir uns sicher sehr schnell umgewöhnen. Übrigens ist auch die Wurzel verwendbar. Alle Infos dazu findet ihr in diesem Beitrag.

Spitzwegerich und Breitwegerich

Spitzwegerich und Breitwegerich sind Wildkräuter, die man fast überall findet. Bekannt sind vor allem die Heilkräfte der Blätter, die man unschwer erkennt, da sie spitz, wie eine Lanze sind. Sie wirken antibakteriell und entzündungshemmend. Wir alle kennen die Wirkung, bei Insektenstichen oder kleinen Verletzungen. Wichtig ist, dass das Blatt gut zerdrückt oder zerkaut wird, damit die Schleimstoffe austreten und man den Saft auf die Wunde auftragen kann. Dies minimiert das Entzündungsrisiko auch unterwegs, wenn man sonst nichts dabei hat. Das ist wundervoll praktisch, denn er wächst ja quasi überall so. So hat man auch unterwegs immer eine kleine Notfallapotheke, die dafür sorgt, dass sich die Wunde zusammenzieht und die wundheilfördernde Wirkung auch eintreten kann. Was wenige wissen, ist dass man auch die Blüten auch essen kann. Ich habe hier darüber geschrieben. Sie schmecken so ähnlich wie Pilze. Man kann sie z.B. in eine Suppe geben. Ebenso sind die Samen ähnlich wie Flohsamen, welche sich bei vielen Menschen bei Darmproblemen bewährt haben. Sie stammen nämlich aus derselben Familie, wie die bekannten indischen Flohsamen. Die kleinen Samen sind stark wasserbindend und quellen auf. Im Grunde sind dies Ballaststoffe, die die Darmtätigkeit anregen. Warum also Samen aus Indien kaufen, wenn wir hier ein heimisches Äquivalent haben?

Ein Heilkräut, das fast überall zu Hauf wächst, und dennoch oft übersehen wird, würde uns im Notfall eine Rundumversorgung bieten.

Klettenwurzel (Bardanae radix)

Die Klette kennen wir alle, wenn wir draußen in der Natur sind, hängen und oftmals kleine Kletten an der Kleidung. Aber dass man sie auch essen kann, das wissen die wenigsten. Vor allem die Klettenwurzeln sind hier von Bedeutung, aber auch die Blätter und Klettenstängel kann man verzehren.

Aus der Wurzel kann man nicht nur einen Kaffeeersatz machen, indem man sie trocknet und anschließend fein mahlt und dieses Pulver dann mit heißem Wasser aufgießt, man kann die Wurzel auch als Gemüse zubereiten. Man muss sie hierzu zunächst schälen und kann sie dann wie Karotten kochen. Vom Geschmack her, ähnelt die Klettenwurzel der Artischocke. Aus den Blättern kann man wunderbaren Spinatersatz machen.

Rohrkolben

Man kann sowohl den Kern, als auch die Wurzel essen. Zu finden sind sie vor allem in sumpfigen Gebieten, aber auch an Flüssen oder Bächen. Geschmacklich erinnert der Rohrkolben an Gurke. Um an den Kern zu kommen, bricht man einen Rohkolben ab und versucht ihn zu schälen. Man schält solange, bis man an das Mittelstück gelangt. Kann man keine Schale mehr abmachen, ist man am Ziel und dann kann man einfach reinbeißen. Der Kern ist etwas schleimig und erinnert etwas an Aloe Vera. Der Schleim ist aber genauso hilfreich, wie der, der Aloe Vera. Man kann ihn auf Wunden und Stiche geben. Aus der Wurzel kann man Stärke gewinnen und wie Mehl verwenden. Dies ist allerdings ein relativ aufwändiger Prozess.

All diese Pflanzen sind nicht nur bei uns heimisch. Man kann sie sicher erkennen und es gibt so gut wie keine Verwechslungsgefahr.

Vogelmiere

Vogelmiere wächst in vielen Gärten, Blumentöpfen oder an Wegesrändern und Wiesen. Sie blüht weiß und hat einen gummiartigen Stiel. Dies ist das sicherste Bestimmunsmerkmal. Bricht man Vogelmiere vorsichtig durch, so kann man im Inneren ein Art, hellen und biegsamen Faden erkennen. Genaure Infos zur Vogelmiere, warum sie so wertvoll für die Ernährung und so reich an Vitaminen ist, erfahrt ihr in diesem Beitrag.

Giersch

Giersch gilt als Unkraut. Doch von diesem Begriff rate ich ab. Für uns gibt es keine Unkräutern, sondern nur Wildkräuter. Auch Giersch wächst auf Feldern, in Gärten, an Wegesrändern und auf Wiesen zu Hauf. Geschmacklich ist er leicht bitter, jedoch ebenfalls sehr reich an Nährstoffen. Das wichtigste Erkennungsmerkmal beim Giersch ist sein dreieckiger Stängel. Wenn man ihn pflückt, erkennt man ein kleines Dreieck an der Bruchstelle, sofern man genau hinschaut. Die Blätter sind ebenfalls dreiteilig und die Teilblätter zwei- bis dreiblättig. Die Zahl drei ist hier also wichtig, und gilt als Merkhilfe, um Giersch sicher bestimmen zu können. Mehr zur Bestimmung und Verwendung findet ihr hier

Natürlich kann man diese Liste noch beliebig ergänzen. Sie ist nicht vollständig, soll jedoch den Fokus auf verfügbare und sinnvolle Ressourcen lenken, die wir in Krisenzeiten zur Verfügung haben, sofern man noch raus kann oder sich im Garten aufhalten kann. Kann man dies nicht, ist unsere Vorratsliste für Notvorräte zum Thema Corona-Virus sinnvoll. Ebenso lohnt es sich genügend Saatgut für Sprossen im Haus zu haben. So kann man sich auch in einer möglichen Quarantäne gut versorgen. 

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In Zeiten von Corona sind Wildkräuter eine kostenlose, alt bewährte und einfache Möglichkeit, um seine Ernährung mit hochwertigen Vitaminen und Mineralstoffen zu bereichern. Aus unserer Sicht sind Wildkräuter und Heilpflanzen ein sehr wertvoller Baustein der Ernährung, um das Immunsystem zu unterstützen und sich ausreichend zu versorgen. Möchtet ihr mehr zum Thema Kräuter wissen, werft einen Blick in unser Buch “Die moderne Kräuterhexe“. Hier gibt es eine kostenlose Leseprobe des ersten Kapitels.

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